Photography and web in pictures & words by Martin Wolf

Tipps für’s Fotografieren im Winter/Schnee

schnee

So langsam ist es soweit und die kalte Jahreszeit bricht an, der Winter. Hier in Hamburg war die Temperatur zwischenzeitlich schon in den Minusgraden. Ich persönliche finde das gar nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Viel schöner als diese elendigen 5° wo es doch nur regnet und eklig draußen ist.
Ich möchte euch hier nun ein paar Tipps mit auf den Weg geben, die euch hoffentlich beim winterlichen Fotografieren helfen werden.

Die Kleidung

Generell bei einer Fototour in der freien Natur ist natürlich warme Kleidung wichtig. Das klingt jetzt banal und irgendwie logisch. Doch man unterschätzt das Wetter oft. Solange man noch umherläuft ist auch noch alles okay, aber sobald man dann mal die Kamera aufs Stativ setzt und beginnt zu Stehen oder zu Hocken und nicht mehr in Bewegung ist, wird es doch schnell kalt. Hier ruhig mal ne lange Unterhose anziehen, auch wenn es noch so uncool ist. Sieht ja keiner. ;)

Die Akkus

Akkus verlieren bei Kälte erheblich schneller ihre Leistung und sind somit schneller leer. Es empfiehlt sich daher die Akkus vor jeder Fototour komplett aufzuladen (eigentlich auch vor jeder bei warmen Temperaturen…) und zusätzlich Reserveakkus mitzunehmen und diese irgendwo dicht am Körper aufzubewahren, zum Beispiel in der Hosentasche, damit sie möglichst warm gehalten werden und sich nicht so schnell entladen.

Kondenswasser

Wenn ihr dann von eurer Fototour in der Kälte zurückkommt, wollt ihr sicher sofort die Bilder auf den Computer laden und sie begutachten und eventuell gleich bearbeiten. Hierbei solltet ihr unbedingt auf ein Kartenlesegerät zugreifen und nicht direkt die Kamera ins warme Zimmer bringen. Lasst die Kamera besser erstmal bei mittlerer Temperatur in eurer Fototasche zum Beispiel im Flur stehen damit sich kein Kondenswasser bildet und die Kamera (die Elektronik) keinen Schaden nimmt.
Objektive solltet ihr ebenfalls erst nach Aufwärmen der Kamera wechseln um ein Anlaufen des Chips zu vermeiden.

Belichtung anpassen

Die schöne weiße Schneelandschaft ist für eure Kamera im Grunde nur eine große weiße Fläsche. Diese reflektiert das Licht sehr stark, was dazu führt, dass der automatische Belichtungsmesser die Lichtstimmung falsch interpretiert und die Kamera somit zu kurz belichtet. Dieser Unterbelichtung sollte man mit einer manuellen Belichtungskorrektur (z.B. +1EV) entgegenwirken. Natürlich nur im gesunden Maße, was heißt, dass noch etwas Zeichnung im Schnee zu erkennen sein sollte. So verhindert man einen unschönen Grauschleier im Bild.
Alternativ zur manuellen Belichtungskorrektur kann man auch die Blende weiter zu öffnen (die Blendenzahl wird kleiner) und die Belichtungszeit beizubehalten. So gelangt mehr Licht auf den Sensor und auch hier ist das Ergebnis ein helleres Bild.
Die dritte Möglichkeit wäre, den ISO Wert verringern, falls das noch möglich ist. Zum Beispiel entspricht ein Sprung von ISO 100 auf ISO 50 einer Verdopplung des Lichteinfalls. Das bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass die Lichtempfindlichkeit des Films verringert wird, was zur Folge hat, dass die Kamera länger belichten muss und das Bild dadurch logischerweise heller wird.

Ich hoffe, ich konnte euch fotografisch schonmal ein bisschen auf die kommende, hoffentlich weiße, Winterzeit vorbereiten.

UPDATE

Martin Hülle hat auch gerade über Fotografie in eisiger Kälte berichtet. Gibt es im Freiluft-Blog zu lesen. Hier entlang.

Allgemein
  1. Tobi 16. Dezember 2009 um 09:48 Uhr

    Danke für die Tipps ;)

    Werde sobald es weiß ist losziehen.. Wohne zum Glück ja halbwegs in der Natur.

    Antworten
  2. Florian 16. Dezember 2009 um 14:48 Uhr

    Jap, super Tipps, Danke!

    Ich wohne leider mitten in der Stadt .. ich muss mal die Natur suchen …. vill ein paar schöne Platze ;)

    Dir auch viel Erfolg!

    Grüße FLo

    Antworten
  3. Martin Hülle - Blog 16. Dezember 2009 um 15:29 Uhr

    Hallo Martin,

    gestern ist im Freiluft Blog auch ein Gastbeitrag von mir mit “Tipps zur Fotografie auf Wintertouren” erschienen. Darin gehe ich vor allem auf die Auswirkungen der Kälte hinsichtlich der Energieversorgung und des Kondensproblems noch tiefer ein.

    Allerdings geht es dort auch um richtig kalt – und nicht nur um die paar Minusgrade, die wir gerade hier in Deutschland haben :-)

    Für alle, die es interessiert: http://www.freiluft-blog.de/2009/12/tipps-zur-fotografie-auf-wintertouren/

    Beste Grüsse, Martin

    Antworten
  4. Martin 16. Dezember 2009 um 15:34 Uhr

    @Martin Hülle – Blog: Super! Danke für den Hinweis. Habe den Artikel gleich mal oben verlinkt. ;)

    Antworten
  5. Martin Hülle - Blog 16. Dezember 2009 um 15:43 Uhr

    Ah, super, danke für das Update und die Verlinkung!!

    So macht das Bloggen Freude :-)

    Martin

    Antworten
  6. Martin 16. Dezember 2009 um 15:43 Uhr

    @Martin Hülle – Blog: Gern! So haben alle was davon. :)

    Antworten
  7. EroPhoto 16. Dezember 2009 um 16:15 Uhr

    Coole Informationen. Danke Sehr.

    Antworten
  8. Mona 16. Dezember 2009 um 16:42 Uhr

    Danke! Die Tipps werde ich auf jeden Fall umsetzen, wenn es hier endlich mal schneit :)

    Antworten
  9. deralex 16. Dezember 2009 um 18:36 Uhr

    Der Artikel kam mir sehr gelegen. Bin bald im Winterurlaub. Danke für die Hinweise :)

    Antworten
  10. gwegner.de 16. Dezember 2009 um 23:40 Uhr

    Hallo Martin, ein guter Artikel wieder mal!

    Eine kleine Anmerkung:

    Die dritte Möglichkeit wäre, den ISO Wert verringern, falls das noch möglich ist. Zum Beispiel entspricht ein Sprung von ISO 100 auf ISO 50 einer Verdopplung des Lichteinfalls. Das bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass die Lichtempfindlichkeit des Films verringert wird, was zur Folge hat, dass die Kamera länger belichten muss und das Bild dadurch logischerweise heller wird.

    Das ist so dargestellt allerdings etwas irreführend. Wenn Du unter Beibehaltung der anderen Parameter (Zeit/Blende) die Empfindlichkeit von 100 auf 50 ISO verringerst, dann nimmt der Chip weniger Licht auf, das Bild wird dunkler. Wenn die Kamera in diesem Fall länger belichten soll, so wie Du schreibst, muss die Kamera auf Zeitautomatik gestellt werden, dann verdoppelt sich die Zeit, das Bild bleibt in diesem Fall allerdings gleich hell.

    Anfänger und alle, die einen der Automatik-Modi ihrer Kamera benutzen sollten daher lieber auf die manuelle Belichtungskorrektur (i.d.R. mit +/- in der Kamera einstellbar) zurückgreifen und im Schnee mit +1EV überbelichten.

    Antworten
  11. Ferrarifan 17. Dezember 2009 um 14:22 Uhr

    Danke für die Tipps. Ich liebe den Winter, aber meine Winterfotos sind immer so schlecht. Hoffentlich wird es dieses Jahr besser.

    Antworten
  12. Alex L. 7. Januar 2010 um 17:45 Uhr

    Hi, ich interessiere mich für deine Tipps auch, da ich neulich an der Ostsee Pics gemacht habe, wobei es schon recht kalt und windig war. Ich bin sicher ein Anfänger, was digitale Fotografie betrifft und muss noch immense Erfahrungen sammeln.

    Aber es war gut zu wissen das mit dem Kondenswasser und mit der Belichtung bei den schneebedeckten Bildern. Immerhin ist hier in Rostock auch schon an vielen Orten und Plätzen ne Menge Schnee im Vordergrund.

    Antworten
  13. t. jung 18. Februar 2010 um 13:39 Uhr

    Sehr nützliche Tipps. Freue mich, dass ich sie gefunden hab, bevor der Winter vorbei ist ;-)

    Antworten
  14. Xandi 7. März 2010 um 13:11 Uhr

    Hi,

    coole Tipps. Habe dieses Jahr bei meinen Winterwanderungen auch schon jede Menge fotos gemacht.. allerdings immer nur mit einer kleinen kompakt Kamera.. Mehr will ich da einfach nicht mitschleppen. Daher halten sich die Einstellungsmöglichkeiten auch im Rahmen – aber ich finde persönlich dass die Bilder teilweise doch schon den ein oder anderen netten Augenblick eingefangen haben…wenn auch leider auf einer nicht so hohen Qualität.

    Gruß Xandi

    Antworten
  15. Klettern München 18. Juli 2010 um 21:05 Uhr

    Jetzt weiß ich endlich, warum die Kamera schlapp gemacht hat im Winter… Danke für die echt nützlichen Hinweise!!

    Antworten
  16. Norbert 20. April 2011 um 14:13 Uhr

    Super Beitrag, danke. Besonders die Sache mit dem Kondenswasser hätte ich mal vor meinem letzten Ski-Urlaub lesen sollen…

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  17. Barbara 6. Oktober 2011 um 22:47 Uhr

    Ganz prima erklärt wie lange eine Kamera beschlagen kann. Ergänzend zu den Belichtungstipps könnte man noch erwähnen – 2 deckungsgleiche Aufnahmen, unterschiedlich belichtet und sie dann gemeinsam verarbeiten. Bringt tollen Ausgleich der Kontraste.

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  18. Fotografie - Fotothema Monat Januar: EISKALT // fotolism.us 3. Januar 2010 um 10:36 Uhr

    [...] Linse nach dem Wechsel von kalt nach warm ewige Zeit angeschlagen war. Daher empfehle ich noch die “Tipps für das fotografieren im Winter” von Martin und seinen Verweis auf den Blogartikel von Sven Hülle “Tipps zur Fotografie auf [...]

  19. Netzschilder #13 | Macmylife 6. Januar 2010 um 00:22 Uhr

    [...] gerne im Winter fotografiert, sollte sich die Tipps von visuellegedanken.de anschauen und die Checkliste nochmal vor dem Fotowalk [...]

  20. Gini's Fotografie+Blog » Tipps zum Fotografieren im Winter 10. Dezember 2010 um 09:15 Uhr

    [...] http://visuellegedanken.de [...]

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