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Fotografie in Bildern & Worten von Martin Wolf

Mein Amazontipp
Street Photography Now habe ich zu meiner Fotobibel für 2012 erkoren. Ein Muss für jeden Streetfotografen.

Street Photography Now, meine Fotobibel

Im Gespräch mit Severin Koller

Hey Severin! Viele meiner Leser werden dich sicher schon kennen, aber wenn du dich einer fremden Person in drei Sätzen vorstellen solltest, was würdest du sagen?

Drei Sätze sind etwas wenig. Ich fotografiere. Analog.

Analog ist ein gutes Stichwort. Wieso analog und nicht digital?

Der Hauptaspekt warum ich analog zu fotografieren angefangen habe, ist die Ästhetik, im speziellen in Schwarz Weiß die mir besser gefällt. Seit mehr als 6 Jahren fotografiere ich ‘Street’ mit Schwarz Weiß Filmen. Seither haben sich in der digitalen Welt Ästhetik und Technik sehr verändert, Film jedoch nicht. Ein gleichbleibender Stil war mir immer wichitg für meine Arbeit, ebenso wie die höchstmögliche Qualität, die ich mir leisten konnte. Eine Leica M6 mit einem (2te Generation) Summicron 35mm habe ich 2006 für insgesamt 1500€ bekommen. Damals gab es kein digitales Equivalent dazu. Selbst die Canon 1dsMKII, die als sie auf den Markt kam, knapp 8000€ gekostet hat, konnte mich nicht überzeugen digital zu fotografieren. Dabei geht es auch nicht nur um Bildqualität sondern um Erscheinung und Bedienungsfreundlichkeit.

Ich habe mittlerweile mehr als 1000 Filme belichtet und selbst entwickelt. Selbst wenn es mittlerweile digitale Alternativen wie Leica M9 oder Fuji X-Pro 1 gibt, ist das nicht Grund genug für mich einen völlig anderen Stil und Workflow zu wählen.

Für Aufträge verwende ich hauptsächlich digitale Canons, inklusive Photoshop und allem was dazu gehört. Es ist nicht mein Unwissen oder eine Ignoranz gegenüber dem Digitalen, es ist vielmehr eine bewusste Entscheidung analog zu fotografieren.

Während viele renommierte Fotografen Angst hatten den Umstieg zu verpassen, mache ich also das Gegenteil und verwehre mich bewusst gegen den Trend.

Täglich werden tausende Bilder veröffentlicht. Mit dieser Flut an Bildern versuche ich erst gar nicht mitzuhalten. Ich glaube auch nicht daran, dass digitales Fotografieren nur Vorteile mit sich bringt. Oft braucht es Abstand zur eigenen Arbeit um sie richtig beurteilen zu können. Es ist vielleicht mehr Arbeit analog zu fotografieren und zeitaufwändiger, aber auch das größere Erfolgserlebnis für mich.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist die Archivierung. Fotografien die mir wichtig sind möchte ich auf Negativ haben und nicht virtuell auf diversen Datenträgern von denen mir niemand garantieren kann dass sie in 30 Jahren noch funktionieren.

Das ist sehr interessant. Ich selbst fotografiere ausschliesslich digital obwohl ich die von dir angesprochene analoge Optik, vor allem im schwarzweiß Bereich liebe. Ich schraube dann am Computer an den Bildern um sie in die analoge Richtung zu bringen, was aber natürlich niemals wirklich gelingt. Ich würde mich ja genau aus diesem Grund auch gerne mal im analogen versuchen, aber irgendwie habe ich Angst davor. Vor Fehlern und vor der Zeit zwischen Aufnahme und Betrachten des Bildes.
Welche Kamera würdest du jemandem wie mir für den Einstieg in die analoge Fotografie anraten? Ich fotografiere überwiegend Street mit einer X100 und habe auch Erfahrungen mit der M9, für letztere aber nicht das nötige Kleingeld.

Hmm.. für Street eignen sich die Leicas schon sehr. Bessa r4m oder r2m sind noch Alternativen (aber nur mit Voigtlaender Optiken!) die Hexar ist auch traumhaft – kann ich wirklich weiterempfehlen. Beim Film ist am Anfang die korrekte Entwicklung besonders wichtig, denn anhand deiner Negative erkennst du ob du korrekt belichten kannst oder nicht. Wenn du falsch entwickelst dann sind die negative quasi aussagelos.. einen scanner wirst du dir zulegen müssen, einen changing bag, oder eine dunkelkammer, chemie, duka austrüstung.. und viel geduld… wenn du das wirklich durchziehen willst dann wird das einige zeit und geld kosten. musst du wissen ob es dir das wert ist. an deiner stelle würde ich analog parallel zu digital schießen.. dann hast du den direkten vergleich und siehst auch wie gut du entwickelst.. wenn du die selbe belichtung beim gleichen motiv hast. den rest musst und wirst du selbst lernen müssen.. da führt kein weg dran herum.. ein guter workshop kann schon viel wett machen oder du kennst jemanden der dir helfen kann.

Danke Dir! Workshops sind ein gutes Thema. Du gibst zusammen mit Chris Weeks, wenn ich mich nicht täusche Streetfotografie Workshops. Wie hast du Chris kennen gelernt und macht ihr bald mal wieder einen Workshop in Deutschland? Ich bin sicher nicht der einzige, der sehr interessiert ist.

Chris und ich haben einander über die website deviantart.com kennengelernt. Dort habe ich von 2003 bis etwa 2006 Arbeiten veröffentlicht. Im Jahre 2006 In Paris haben wir einander dann persönlich kennengelernt und sind seither befreundet. Die Idee mit den Workshops kam, als wir gesehen haben was es auf dem Markt sonst so gibt und dachten uns dass es besser geht. Da wir beide selten einen Zeitpunkt finden an dem wir beide zur gleichen Zeit eine Woche frei haben sind diese Workshops leider nur alle paar monate. Der nächste wird vielleicht wieder in Los Angeles oder San Francisco sein. Ansich haben wir noch 2 weitere in Europa für 2012 geplant. Rom, Wien oder vielleicht wieder in Berlin, da dieser unser am besten besuchter war und die Anfrage groß ist. Wenn ein Ort und Datum steht, werden Chris und ich es natürlich publizieren. An einer guten Präsentation und Promotion müssen wir noch arbeiten. Einstweilen funktioniert alles über Blogs, Facebook und E-mails.

Ich glaube bei euch beiden spricht sich so ein Workshop doch super schnell rum und die Nachfrage wird immer hoch sein. Eine eigene Domain mit ein paar Infos wäre aber sicher auch nicht verkehrt. Solltet ihr dieses Jahr wirklich nach Berlin kommen, hoffe ich, dass ich schnell genug buchen kann.
Du zeigst deine Fotos mittlerweile auf deinem Tumblr und deinem selbst gehosteten Blog. Was mich und einige meiner Leser sehr interessiert ist, wieso du auf letzterem nur wenige Einträge machst, die dafür aber sehr lang sind statt kontinuierlich Fotos zu zeigen? Hat das einen besonderen Grund?

Auf meinem Blog habe ich mir immer viele Freiheiten gelassen und nur ganz grob selektiert, weil ich vermeiden wollte Bilder zu zensieren die jedoch wichtig für die Story sind. Ein Blog Eintrag bei mir ist nicht auf eine Serie oder einen Zeitraum beschränkt sondern eine kontinuierlicher Spiegel meines Lebens. Neben meinem Portfolio, habe ich die letzten Jahre immer wieder Plattformen gesucht auf denen ich einzelne Bilder veröffentlichen kann, da ein Blog Eintrag nur alle paar Wochen oder Monate kommt – um die Zeit dazwischen zu füllen. Flickr, 500px, deviantart waren mir alle zu Community bezogen oder unübersichtlich. Tumblr war für mich da die perfekte Plattform für das posten von einzelnen Arbeiten die auch ruhig aus dem Kontext gerissen sein können und für sich stehen. Warum ich dort so selten poste, liegt rein an meiner Faulheit oder daran dass ich bewusst nicht mehr das Bedürfnis habe die ganze Zeit Dinge zu veröffentlichen. Es dient mehr als Teaser oder einfach nur als Ventil wenn ich mal wieder zu ungeduldig bin und etwas gleich online stellen möchte.

Okay, kann ich verstehen. Ich muss sagen ich mochte diese ewig langen Artikel anfangs nicht, mittlerweile aber sehr. Sie sind halt besonders dann gut, wenn man sich mal eine halbe Stunde Zeit nimmt und mit ‘nem Kaffee oder Heißgetränk seiner Wahl da sitzt und die Fotos anschaut und dazu auch die Texte lesen. Dann sind es nämlich wirklich tolle Geschichten aus deinem Leben.
Von der Streetfotografie kann man nur schlecht leben. In deinem Portfolio sieht man aber auch Portraits und Reportagearbeiten. Verdienst du damit deine Brötchen und wo soll deine fotografische Entwicklung hin gehen?

Ich lebe seit etwas mehr als 5 Jahren ausschließlich von Auftragsfotografie. Dass man in meinem Portfolio keine Werbefotografie findet, liegt daran dass ich mich persönlich mit dieser Form der Fotografie nicht identifizieren kann. Ich bevorzuge unter meinem Namen nur Dinge zu veröffentlichen die einen für mich persönlichen Wert haben.

Ich arbeite viel im Portrait und erzählerischen Bereich. Das ist nicht unbedingt Reportagefotografie im klassischen Sinn aber es geht mir prinzipiell darum Geschichten zu erzählen, ob von einer Person oder mehreren.

Ich glaube nicht dass man nur schlecht von Streetfotografie leben kann. Es ist alles eine Frage der Qualität und des Willens. Mit Büchern, Ausstellungen und Verkäufen von Arbeiten kann man auch als Künstler leben, darunter fällt man als Street Fotograf ja schließlich dann auch.

Ja, es mag möglich sein von Streetfotografie zu leben, aber es ist schon eher selten, wage ich mal zu behaupten.
Wenn man in deinem Portfolio nicht die Fotografie findet, mit der du deinen Lebensunterhalt verdienst, wie kommst du dann an deine Aufträge?

Man findet schon genug arbeiten in meinem Portfolio die auch von Aufträgen stammen, nur eben diese die zu meiner persönlichen Arbeit dazupassen. Ich habe schon Jobs erhalten ohne dass meine Webpräsents darauf direkt schließen lässt dass ich auch so eine Art von Fotografie mache. Erst unlängst habe ich eine Anfrage eines der größten österreichischen Energieunternehmen bekommen, weil jemand meine Bundesheer Strecke im Standard gesehen hat. Wo also die Verbindung zwischen tagebuchartigen schwarz weiß Fotos meiner Bundesheerzeit und Werbefotografie für einen Konzern ist, kann man manchmal schwer sagen. Es ist mir wichtig dass meine Arbeit einen wiedererkennbaren Stil hat und ein Gefühl vermittelt. Wenn einem Kunden mein Portfolio zusagt dann nicht weil ich große Namen in meiner Clientslist habe sondern einen eigenen Stil der gewünscht wird.

Ich bedanke mich schon mal sehr herzlich für deine Zeit und den Einblick in deine Gedanken und Arbeiten. Vielleicht läuft man sich ja mal irgendwann irgendwo über den Weg.
Nun noch eine Frage zum Schluss: Wenn du zurück blickst, was würdest du aus heutiger Sicht deinem gerade mit Fotografie beginnenden Ich mit auf den Weg geben?

Heutzutage mit Fotografie anzufangen ist eine völlig andere Aufgabe als im analogen Zeitalter. Der Zugang zu kreativen Entfaltungsmöglichkeiten ist um ein Vielfaches einfacher geworden. Davon ausgenommen sind alte analoge Techniken und Verfahren, die durch das digitale Zeitalter immer mehr in eine Nische getrieben werden.

Die Vielfalt an technisch, digitalen Möglichkeiten mit Fotografie zu arbeiten kann auch eine Überforderung darstellen. Es ist unumgänglich dass hier viel experimentiert wird. Ich denke dass es aber wichtig ist, da man sich Zeit geben muss seinen eigenen Stil zu finden. Da sollte man sich weder unter Druck setzten noch versuchen andere zu imitieren.

Ich denke man kann nie Fehler machen sonder nur Entwicklungen durchleben. Selbstkritik ist für mich eine Grundvoraussetzung, jedoch sollte diese nie eine/n Künstler/in vom arbeiten abhalten, ihn/sie jedoch fordern.

Es ist klarerweise so dass bei jeder Person gewisse Mechanismen und Entwicklungen anders verlaufen, daher fällt es mir schwierig konkrete Tipps zu geben, da sie nie bei allen gleich funktionieren können, ja sogar bei manch anderen Schaden anrichten würden. Ich denke man muss ein Gefühl haben, welche Form der Fotografie zu einem passt. Authentizität ist prinzipiell der Schlüssel und der einzige Weg mit seiner Arbeit glücklich zu sein. Chris Cornell singt in einem seiner Lieder, “To be yourself is all that you can do”. Alles was du sein kannst, bist du selbst. Das klingt etwas ernüchternd, wenn man es so betrachtet dass hier die Grenze gesetzt ist. Für mich als Person bedeutet das, auf der einen Seite, sich selbst so zu akzeptieren wie man ist und auf der anderen Seite sich selbst verändern zu wollen damit dieser Satz immer eine aktuelle Bedeutung findet.

Als Künstler heißt es für mich dass ich mit meiner Arbeit mehr sein kann als nur ich selbst. Durch mein Schaffen wird diese Grenze durchbrochen. Um dies zu erreichen muss die Arbeit immer mehr reflektieren als nur den/die Künstler/in.

Severin im Netz

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Im Gespräch mit Besim Mazhiqi

Moin Moin Besim. Wie würdest du dich einer fremden Person in drei Sätzen vorstellen?

Hi, ich bin Besim. (Hier folgt normalerweise ein Frage-Antwort-Spiel, bei dem zuerst noch mal nach dem Namen gefragt wird, ich ihn noch deutlicher als beim ersten Mal ausspreche, dann wieder gefragt wird, ich die schnelle Variante (Bsm) versuche, die aber oft auch nicht klappt, dann wieder nachgefragt wird, ich die Vokale besonders betone, dann wieder gefragt wird… und so weiter. Eigentlich komme ich nie zu einem zweiten Satz, oder sogar zu einem dritten. Deswegen kürze ich die übliche Geschichte hier mal ab)  Ja, ein schwieriger Name. (er zwinkert mit dem Auge)
Ich weiß. (er lacht)

Du bloggst zusammen mit Steffen Göthling auf Lens-Flare.de. Das ist aber nicht dein Vollzeitjob. Womit verdienst du die Brötchen für dich und deine Familie?

Ich blogge mit Steffen, stimmt. Auch wenn das viel Spaß macht, bringt es doch nur lauwarme Brötchen auf den Tisch. Die heißen Brötchen verdiene ich als Fotograf und Journalist. Lange Zeit habe ich mich als freier Mitarbeiter für diverse Redaktionen durchgeschlagen. Irgendwann wurden Magazine auf meine Arbeit aufmerksam, dann namhafte Unternehmen. Inzwischen bin ich fest bei einer Lokalzeitung angestellt. Die Veränderung passte perfekt zu privaten Umstellungen. Ich bin ja Papa geworden, wie du weißt.

Ja, vom Bloggen leben können in Deutschland ja doch eher sehr wenige. Hast du schon von Kind an den Wunsch gehabt Fotograf zu werden und hast du eine Ausbildung oder Studium im Fotobereich gemacht?

Ich habe Sprachwissenschaften und Philosophie studiert, hatte lange Zeit also gar nichts mit der Fotografie am Hut. Dann kam meine Zeit in New York. Das war vor fast genau zehn Jahren. Zwei Monate wollte ich mich im Big Apple rumtreiben. Da durfte ein Fotoapparat nicht fehlen. Meine Tante hatte eine Spiegelreflex, eine von Canon. Welche, weiß ich nicht mehr. Bereits zu Hause deckte ich mich mit Schwarzweiß-Filmen ein. Ilford, quer durch die Bank. Während des zehnstündigen Flugs an die Ostküste studierte ich die Bedienungsanleitung. Als wir landeten, legte ich los. Manhattan hat es mit einfach gemacht: An jeder Ecke sprangen mir Motive vor die Kamera. Und Menschen. Mit einigen von ihnen bin ich noch heute befreundet. Auch wenn sie kein Foto von mir zugeschickt bekamen. Denn: Beim dritten 36er-Film, den ich einlegte, hatte ich das Gefühl, die besten Fotos meines Lebens gemacht zu haben, auch wenn ich davor gerade mal zwei Filme vollgeknipst hatte. Als ich sie in ein Labor brachte, kam der Schock. Da ist nichts drauf, sagte der griechische Entwickler. Noch heute habe ich die Bilder und Menschen im Kopf, die ich damals fotografiert habe. Vielleicht waren es die paar Ouzo, die wir zusammen tranken, als wir über den leeren Film ins Gespräch kamen, die mir die Bilder ins Hirn brannten. Jedenfalls unterhielten wir uns zwei Stunden über Fotografie, NY, griechische Filmstars usw. Das tröstete etwas über die verlorenen Fotos hinweg. Trotzdem: Seitdem ist mir so etwas nicht mehr passiert.

Oh Mann, solche Erlebnisse bleiben in Erinnerung, das kann ich gut glauben. Und NYC ist wirklich ein Traum zum Fotografieren, das kann ich bestätigen.
Wie hast du dann den Sprung aus deinem damaligen Dasein zum freiberuflichen Fotografen geschafft?

Zufall! Wie so oft im Leben war es der Zufall, der mich zum freiberuflichen Fotografen gemacht hat. Durch Hochzeiten waren meine Fotos in der Gegend bekannt, durch Flickr weltweit. Damals, als ich noch regelmäßig Bilder bei Flickr hochgeladen habe, hatte ich jede Woche mindestens ein Foto, das es auf die Frontpage oder unter die beliebtesten Fotos geschafft hat. Man glaubt es nicht: Aber über Flickr habe ich viele nationale sowie internationale Anfragen reinbekommen. Britische und amerikanische Magazine wollten plötzlich meine Fotos drucken, spanische Reisemagazine ebenso, obwohl ich dort nie Fotos gemacht habe. Die Anfragen kamen von überall, später auch von Getty. Das alles blieb auch hier nicht unbemerkt. Eins kam zum anderen und plötzlich – ein bis zwei Beziehungen taten das Übrige – arbeitete ich auch für namhafte Firmen in ganz Deutschland. Der Zufall, wie gesagt. Alles andere lief dann von allein.

Wie sieht mittlerweile ein normaler Arbeitstag bei dir aus, falls es dass überhaupt gibt? Wie viel Prozent deiner Arbeitszeit fotografierst du?

Seitdem ich eine feste Anstellung habe, gibt es tatsächlich einen fast geregelten Arbeitstag. Ich mache momentan nur Sport. Erst gestern sah es so aus, dass ich Ringen, Fußball, Volleyball und Basketball an einem Tag fotografiert habe. Das ist abwechslungsreich und macht sehr viel Spaß. Allerdings fehlt dann auch die Zeit, eine Sportart intensiver zu verfolgen. Sind zwei, drei gute Bilder im Kasten, geht es schon wieder zum nächsten Termin. Fotografie und Schreiben halten sich bei mir in der Waage. Die Hälfte der Zeit fotografiere ich, wofür ich mir auch wirklich Zeit nehme, weil ich eben aus der Sparte in den Beruf gerutscht bin und gewisse Anforderungen an mich selbst habe. Die andere Hälfte setzt sich aus dem Schreiben, dem Layouten der Seite, der Bildbearbeitung und dem Koordinieren neuer Termine zusammen. Nicht, dass mir das weniger Spaß machen würde und ich deswegen alles in die andere Hälfte meiner Arbeit packe. Es ist nur so, dass ich die fotografische Abwechslung ungemein genieße.

Das klingt ja wirklich nach einem recht ausgeglichenen Tag. Ich mag die Mischung aus aktiver Arbeit mit der Kamera und körperlich passiver Arbeit am Schreibtisch. Rein hypothetisch: Ich möchte mich in Richtung Fotojournalismus bewegen und für eine Zeitung/Magazin arbeiten. Was würdest du mir sagen oder raten? Wie geht man das pro aktiv an, wenn man nicht bei Flickr entdeckt wird?

Diese Frage bekomme ich sehr oft gestellt. Ich sage immer: Zeig den Leuten, was du machst. Woher sollen sie wissen, was du kannst, wenn sie nichts von dir sehen. Stell dir also eine kleine Mappe zusammen, geh zu der Zeitung deiner Wahl und zeig’ ihnen deine Arbeit. Das ist natürlich einfach gesagt, aber im Nachhinein habe ich schon oft gehört, dass es so geklappt hat. Das setzt aber auch voraus, dass man vorher mal Stadtfeste und interessante Termine von sich aus besucht und, ganz wichtig, die anderen Motive fotografiert. Denn viele machen nur das 0815-Zeug, das man täglich im Blatt sieht. Über dich und deine Arbeit wird aber erst geredet, wenn du etwas Anderes machst.

Bewegen wir uns mal in die Technikecke.Welches Equipment nutzt du und was mich sehr interessiert, ist es dein privates?

Es ist mein privates Equipment, das ich nutze. Bisher. Ich bin schon gut ausgestattet zum Verlag gekommen. Deswegen brauche ich erst mal kein neues Equipment. Trotzdem gibt es aber so etwas wie einen Ausgleich für die Abnutzung meiner Sachen, die da wären: zwei Kameras (D700 und D7000) samt aller möglichen Objektive, von denen ich ein 17-35er am meisten für die Arbeit benutze. Ein 85er muss bei Porträts ran, ein 70-200er beim Sport. Einen Blitz habe ich natürlich auch immer dabei.

Interessant. Ich weiß, dass du Lightroom zur Verwaltung und Bearbeitung deiner Bilder nutzt. Wie viel Nachbearbeitung steckt in deinen Fotos für die Zeitung, bzw. wie viel darf drin stecken? Nimmst du die digitalen Daten mit nach Hause oder sind die sozusagen Zeitungseigentum?

Bei der Arbeit spielt Lightroom keine Rolle. Da arbeite ich mit Photoshop. Viel Nachbearbeitung steckt dann aber auch nicht in meinen Fotos. Ich versuche, gleich vor Ort alles richtig zu machen. Die Zeit, die bei der Nachbearbeitung draufgehen würde, stecke ich lieber in die Recherche für meine Artikel etc. Viel Nachbearbeitung ist sowieso nicht erlaubt. Ich war erst vor kurzem bei der Agentur dapd in Berlin. Ein Bekannter erzählte, dass sie erst  einen Fotografen gefeuert haben, weil er ein Foto gespiegelt hatte. Das sei nicht groß aufgefallen, weil keine Schrift o.ä. im Bild zu sehen gewesen sei, aber auch so etwas verfälscht die Wirklichkeit. Deswegen geht es nur ein bisschen an die Kontraste und Helligkeit. Mehr wird nicht gemacht, jedenfalls von mir nicht. Und wenn, dann wird es gekennzeichnet. Die Fotos sind sowohl Eigentum des Verlags als auch weiterhin meine Fotos. Jedenfalls ist das in unserem Haus so.

Okay, das klingt für mich auch logisch und nach der besseren Zeitverteilung.
Du hast mit Christoph Schupmann in der Vergangenheit schon mehrmals einen Lightroom Workshop gegeben. Plant ihr da für die Zukunft wieder was?

Wir planen neue Sachen, auch in Zusammenhang mit Lightroom. Momentan ist alles im Umbruch. Viel darf ich noch nicht verraten, aber wir wollen das Shooting an sich anders gestalten und später dann in die gezielte Bearbeitung mit Lightroom gehen. Version 4 verspricht ja einige Veränderungen, auch wenn die mir noch nicht zu weit gehen. 

Noch kurz zu Christoph: Er ist das perfekte Beispiel dafür, wie es über Flickr und Co. zu neuen Bekanntschaften und Möglichkeiten kommen kann. Vor Jahren haben wir uns auf Flickr getroffen und waren uns auf Anhieb sympathisch. Mails wurden hin und her verschickt, Fotos ausgetauscht, wir unterhielten uns über Fotografie… bis irgendwann die Idee im Raum stand, einen Workshop zu veranstalten. Inzwischen ist er ein Freund geworden, den ich nicht mehr missen möchte, sowohl im privaten Bereich als auch in Sachen Fotografie. Das Gute daran: Ich schätze Christophs Hochzeitsfotografie. Die ist um Längen besser als der Kram, der einen sonst so streift. Meinen persönlichen Hochzeitsfotografen habe ich also schon gefunden!

Ich entdecke Flickr für mich ja gerade erst wieder neu und bin gespannt was da noch so passiert. Sie haben ja einige Veränderungen für 2012 angekündigt.
Aber noch mal zu Lightroom. Was würdest du dir denn konkret für Version 4 wünschen?

Ich wusste, dass du diese Frage stellen würdest. Vielleicht komme ich erst mal zu den Dingen, die mir gefallen. Ich finde es gut, dass sie die ACR-Engine weiterentwickelt haben. Nichts, was ich sonst so sehe, schlägt das Entwickeln-Modul. Die Korrekturpinsel sind noch besser geworden. Von der noch weiter entwickelten Rauschreduzierung bin ich begeistert, auch wenn ich die nur selten nutze. Was mir fehlt wirklich fehlt, sind Verbesserungen in Sachen Slideshow. Ich muss immer noch zu Aperture oder iMovie greifen, um da ansprechende Sachen für meine Kunden – seitdem ich ein Kind habe und meine Bilder zeige, werde ich ständig für Baby- und Familienshootings gebucht – zu gestalten. Dass Adobe Video eingebaut hat, ist schön, aber zu rudimentär. Was soll man damit anfangen. Apple gibt uns seit Jahren Ken Burns und Adobe schafft es noch nicht mal, uns Ron Howard zu geben – das habe ich vor kurzem irgendwo gelesen und finde, dass es gut passt. Aber warten wir mal ab, was für Überraschungen die finale Version für uns bereithält.

Du sprichst das Slideshowmodul an und ich werfe noch das Onlinegaleriemodul auf den selben Haufen.
Ich danke Dir für deine Zeit, Besim. Ich fand es sehr interessant einen Einblick in dein (Fotografie-)Leben zu bekommen und ich hoffe wir sehen uns bald mal wieder.
Abschliessend noch eine Frage: Wenn du zurück blickst, was würdest du aus heutiger Sicht deinem gerade mit Fotografie beginnenden Ich mit auf den Weg geben?

Meinem gerade mit der Fotografie beginnenden Ich?
Dem würde ich sagen: Mach es wie früher und nimm die Kamera jeden Tag zur Hand. Du musst ein Junkie sein. Stelle dich den Möglichkeiten, verzweifle an ihnen. Widme deine Zeit den Dingen, an denen du gescheitert bist. Und versuche sie wieder, noch öfter als damals und vielleicht auch noch öfter als heute.

Das hört sich für viele sicherlich weit weg an, es geht aber ums Probieren. Darum, den einen Moment beim Drücken des Auslösers zu finden, in dem alles stimmt. Dahin kommt man nur durch eben jenes Probieren, durch die Erfahrung, die sich daraus ergibt. Das würde ich meinem jungen Ich mit auf dem Weg geben.

Bis hoffentlich bald mal wieder. Danke.

Im Gespräch mit Jens Franke über sein “HUNDERT TAGE”-Projekt

Hallo Jens, einige Leser kennen dich vielleicht schon von deinem Projekt “Lebensraum Eilenriede”, das mir auch schon sehr gut gefiel. Aber für alle anderen: Stell dich doch einfach kurz mal vor.

Meine Brötchen verdiene ich als freiberuflicher Senior Interactive Developer, Dozent und Autor. Die Fotografie bewahre ich mir seit knapp 10 Jahren als Hobby, dem ich mal mehr und mal weniger Zeit widmen kann.

Seit gut drei Jahren habe ich meine Kamera aber wieder fast täglich auf den Spaziergängen mit meinem Hund dabei. Das Resultat dieser intensiven Auseinandersetzung mit der Fotografie war im letzten Jahr das Kalenderprojekt “Lebensraum Eilenriede”, wo der Erlös einer Einrichtung im hannoverschen Stadtwald gespendet wurde.

Aus fotografischem Antrieb habe ich ansonsten bis dato Norwegen, Schweden, Island und Österreich zu Fuß, mit Ski und mit Kanu bereist.

Die klassischste aller Fragen darf natürlich nicht fehlen: Wie kamst du auf die Idee für das Projekt “HUNDERT TAGE – zu Fuß durch Deutschland mit Jens Franke”?

Der Ursprung der Idee war, dass ich mir nach 10 Jahren Arbeit einen längeren Urlaub gönnen wollte. Motiviert von einigen Weltenbummlern in meinem Freundeskreis schwebten mir auch erst ferne Länder oder der bekannte hohe Norden vor.

Als Dauer hatte ich initial an zwei oder drei Monate gedacht, aber das klang mir zu gewöhnlich. Da ich in meinem Leben immer probiere alles mit 100% zu machen, stand auf einmal die Zahl 100 im Raum und die fühlte sich sofort richtig an.

Aus den fernen Ländern wurde die Heimat Deutschland. Eine Heimat, von der ich vor allem im süddeutschen Raum wenige der landschaftlichen und kulinarischen Schätze, Geschichte und Brauchtümer kannte. Zudem gab mir Deutschland das Gefühl, dass die Anreise mit Hund deutlich leichter wird, er immer willkommen sein wird und auch seine Verpflegung kein Problem werden würde.

Hundert Tage sind ja recht lange. Wo hast du die Zeit hergenommen und wie finanziert sich so eine Reise?

Es bedurfte einiger Abstimmungen, um bei meinen drei Standbeinen einen Freiraum von 100 Tagen zu schaffen, aber am Ende war den Mut aufzubringen schwieriger als die eigentliche Umsetzung. Die Reise habe ich mir durch fleißiges sparen in den letzten zehn Jahren komplett selbst finanziert.

Wie weit im Vorfeld hast du angefangen zu planen, was gab es besonders zu beachten? Wie ist die Route entstanden und hattest du Hotels/Pensionen schon im Vorfeld gebucht?

Die Idee zu der Reise entstand im Sommer des letzten Jahres. Die Planung nahm zirka 8 Monate in Anspruch, wobei das Wort Planung ein wenig hochgestochen ist. Ich habe viele Dokumentationen über Deutschland (“Die Deutschen” und “Deutschland von oben“) gesehen, ich las klassische Literatur wie die Harzreise von Heinrich Heine, die Sozialstudie “Deutschland umsonst” von Michael Holzach, recherchierte in Bild- und Naturbüchern, wie “Wildes Deutschland” und “Deutschlands unberührte Naturparadiese” von Norbert Rosing, “Der deutsche Wald” von Detlev Arens und “Deutschlands Wälder” von Olaf Scholz und Peter Laufmann.

Die grobe Reiseroute nahm Form an, bestand aber eher noch aus Gebieten und weniger aus definierten Orten und Wegen. Die Detailplanung war Teil der eigentlichen Reise und ich plante immer für ca. eine Woche im voraus. Die anfängliche Naivität, dass man in den Ortschaften sicherlich immer eine Unterkunft finden würde, legte sich schnell. Mit Hund für eine Nacht bist Du nicht gerade die Wunschvorstellung eines Gastes. So probierte ich immer 3-4 Tage im Voraus eine Unterkunft für uns zu finden. Es war eine Mischung aus Berghütten, Pensionen, Hostels und schäbigen Hotels. Ein unglaublicher Einblick in die Welt der Brauntöne, die einen eigenen Pantonefächer verdient hätten.

Ist das Projekt für dich mehr ein Fotografieprojekt, in dem du Deutschland zeigen möchtest, oder ist die Fotografie eher ein Nebenprodukt der eigentlichen Reise?

Am besten lässt sich das Ziel der Reise mit dem norwegischen Begriff “Friluftsliv” zusammenfassen. Mir ging es in erster Linie um die Erholung im Freien. Ohne die Zwänge des Alltags und mit einer ordentlich Portion Ruhe die unbekannten Orte zu Fuß erkunden und zu erleben.

Im Vorfeld wußte ich nicht, ob ich Lust haben werde 100 Tage am Stück jeden Tag so viel Zeit der Fotografie zu widmen. Heute weiß ich, dass die Fotografie und das Schreiben des Reisetagebuchs ein wichtiges Vehikel für die tägliche Motivation und der Antrieb auf mehr als 43000 Höhenmetern und über 1200 Kilometer war.

Die Kombination aus Bild und Text kann ich nur jedem Reisenden empfehlen, weil sie wohl Gegenspieler als auch Verbündete sein können. Ich habe mir vorgenommen selbst auf kurzen Reisen in Zukunft ein Tagebuch in der Art zu führen, weil man so Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke besser ins Gedächtnis rufen kann.

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Fotoprojekt “Zitate” – Im Gespräch mit Simon Baer und Daniel Schmitt

Hallo Simon, hallo Daniel. Stellt euch doch am Besten einfach mal kurz vor. Wer seid ihr, wo kommt ihr her, was macht ihr so in eurem Leben?
Beide sind wir (noch) Schüler der 13. Klasse an einem technischen Gymnasium in unserer Heimatstadt Ludwigsburg. Wo es uns später zwecks Studium hin verschlägt ist allerdings noch völlig offen. Unser größtes Hobby ist natürlich die Fotografie, ihr widmen wir so viel Zeit wie nur möglich – sei das für Fototouren oder für Aufträge, die wir bekommen.

Ihr betreibt zusammen das Fotoprojekt “Zitate”. Erzählt doch mal was es damit auf sich hat, wie lange es schon läuft und wie lange es noch laufen soll.
Generell kann man sagen, dass wir Zitate eigentlich schon immer interessant fanden, da man sie doch meistens auf irgendeinen Teil seines eigenen Lebens beziehen kann und gute Zitate sogar zum (um-) denken anregen können. Wir hatten sowieso Lust auf ein gemeinsames Projekt, also dachten wir uns: “Warum nicht ein Fotoprojekt starten, dass diese Botschaften und Lebensweisheiten auf Fotos transferiert, das Zitat mit einem Foto untermauert?”

Angefangen damit haben wir im Sommer 2010 – kurz vor den Sommerferien hatten wir genug Zeit zu recherchieren und zu fotografieren, es gab Tage an denen wir gleich drei Fotos gemacht haben! Mittlerweile läuft das Fotoprojekt also schon über ein Jahr. Leider hatten wir besonders in den letzten Monaten nicht mehr allzu viel Zeit dafür – die 13. Klasse nimmt einen eben doch sehr in Anspruch.
Eine zeitliche Beschränkung haben wir uns nicht gesetzt – wir machen das ganze solange wir Lust & Ideen haben.

Auf vielen Fotos aus dem Projekt sind Menschen zu sehen. Sind das Freunde von euch oder engagiert ihr Models?
Models haben wir bisher nicht engagiert, sowohl das hübsche Mädchen auf der Wiese als auch der nette Herr in der Dusche sind Freunde von uns. Teilweise sind wir (bzw. Teile von uns) aber auch selbst auf den Fotos zu sehen.

Macht ihr regelmäßig neue Fotos für das Projekt oder geht das eher so nach Lust und Laune?
Anfangs hatten wir uns vorgenommen, mindestens 1x pro Woche ein neues Foto zu veröffentlichen, aber besonders in den letzten Monaten ist das leider absolut nicht möglich. Denn wie schon erwähnt nimmt uns die Schule sehr in Anspruch.

Besonders die Recherche nach guten Zitaten und passenden Umsetzungen braucht verhältnismäßig viel Zeit, die Aufnahme des Fotos ist dabei der kleinste Teil.

Wenn man die Fotos so sieht erinnern sich mich etwas an so Spruchkarten, die es oft in Buchhandlungen zu kaufen gibt. Plant ihr irgendwas kommerzielles? Vielleicht ein Buch?
Anfangs dachten wir daran ehrlich gesagt gar nicht, das Fotoprojekt war mehr “für uns” gedacht. Es häufte sich aber die positive Kritik von vielerlei Seiten und immer wieder wurde uns die Frage gestellt, ob wir das ganze schon in Postkarten-, Buch- oder Kalenderform verkaufen, leider mussten wir immer verneinen.

Mittlerweile haben wir aber großes Interesse daran, doch ein konkreter Plan fehlt noch.

Habt ihr im Laufe des Projekts etwas gelernt, das ihr bei einem neuen Fotoprojekt anders angehen würdet?
Bei einem neuen Fotoprojekt würden wir uns gleich zu Beginn zwei Fragen stellen “Wie viel Zeit benötige ich dafür” und “Wie viel Zeit habe ich dafür”. Wir haben das Projekt gestartet, als wir sehr viel Zeit hatten, dass sich das irgendwann auch wieder ändern könnte, hatten wir nicht bedacht. Deshalb konnten wir unser Ziel, 1x pro Woche ein Foto zu veröffentlichen leider nicht einhalten – trotzdem machen wir weiter wann wir können und haben nach wie vor großen Spaß daran!

Vielen Dank für eure Zeit und noch viel Spaß weiterhin mit dem Fotoprojekt “Zitate”.

(Hier findet ihr die Webseiten von Simon und Daniel.)

Im Interview auf Kwerfeldein: Guido Steenkamp von der Streetfotografen-Kooperative “Seconds2Real”

Guido Steenkamp:

Seit 2006 fotografiere ich fast ausschließlich Menschen und Situationen auf der Straße, arbeite also in dem Bereich, der sich gemeinhin “Street Photography” nennt. 2008 habe ich mich mit knapp zehn Fotografen aus Deutschland und Österreich zusammen getan, die einen ähnlichen Schwerpunkt haben. Wir haben hierzu die Fotografen-Kooperative Seconds2Real gegründet und arbeiten seitdem gemeinsam an Ausstellungen, Workshops und Publikationen.

Nettes Interview, dass sich interessant und leicht liest. Ich hatte bisher noch nie von Seconds2Real gehört. Klingt aber interessant. Da werde ich mich mal etwas schlau machen.

Flickrfotograf Philipp Böhme im Interview

Schon vor einer Weile fielen mir die Fotos von Philipp Böhme bei Flickr auf. Besonders seine Portraitserie “Sommer vom Dach” hatte es mir angetan. Als ich vor ein paar Tagen wieder mal ein paar seiner Fotos bei Flickr zu meinen Favoriten hinzufügte, dachte ich mir, dass ich ihn doch eigentlich mal nach einem Interview fragen könnte. Philipp hatte Lust und war so nett und hat mir ein paar Fragen beantwortet.
Viel Spaß beim Lesen!

Martin Wolf: Hallo Philipp! Schön, dass du dir die Zeit nimmst und mir ein paar Fragen beantwortest. Am Besten du stellst dich erstmal kurz vor.
Philipp Böhme: Hallo, ich bin Philipp (Flickr, Website) und komme ursprünglich aus Magdeburg. Zurzeit lebe ich in Leipzig und studiere hier Geographie bzw. arbeite an meiner Diplomarbeit.

MW: Am Besten wir beginnen ganz vorne. Wie bist
du zur Fotografie gekommen?

PB: Vor knapp drei Jahren habe ich mir die erste DSLR geholt. Mit der Fotografie habe ich mich vorher nie wirklich beschäftigt aber ich glaube nächtliche Langzeitbelichtungen fand ich damals richtig faszinierend und ich wollte das auch können. So hat sich dann das Hobby Fotografie zunächst sehr langsam entwickelt und ich könnte mir heute kaum noch vorstellen mal eine Woche nicht Fotos anzuschauen oder selber zu fotografieren.

MW: Auf deine Photos bin ich durch deine Serie “Sommer vom Dach” aufmerksam geworden, von der mir nahezu alle Bilder ins Auge gesprungen sind und ich den kleinen rosa Stern bei Flickr drücken musste. Was reizt dich an Portraits, bzw dem Fotografieren von Menschen am Meisten?
PB: Ich glaube Menschen können Emotionen und Geschichten einfach sehr gut auf Fotos transportieren und es ist immer einer Herausforderung ausdrucksstarke Portraits zu machen und das Schöne und Interessante an den Menschen vor der Kamera zu zeigen.

MW: Wie hast du angefangen Menschen zu fotografieren? Wie findest du deine Modelle?
PB: Anfangs habe ich einfach Freunde vor die Kamera gezerrt bzw. im Bekanntenkreis die Leute angesprochen ob sie Lust hätten als “Übungsmodelle” vor der Kamera zu stehen. Daran hat sich bisher auch kaum viel geändert. Den Schritt zu den Online-Model-Karteien habe ich mir bisher nicht zugetraut.

MW: Hast du einen festen Plan mit Motiven in deinem Kopf, wenn du ein Shooting machst?
PB: Ich habe im Vorfeld meist eine grobe Idee wo ich die Fotos machen möchte, welche Art von Kleidung dabei sein sollte etc. Es sollen aber trotzdem einfache Portraits ohne zu künstliche Posen werden. “Sommer vom Dach” war jetzt das erste Portrait-Projekt mit einem zusammenhängenden “konzeptionellen Rahmen”.

MW: Kannst du Anfängern in der Portraitfotografie einen Tipp mit auf den Weg geben?
PB: Ich sehe mich eigentlich selber noch als Anfänger aber ich würde zu Anfang immer im Freundes- oder Bekanntenkreis ein paar Portraits versuchen. Ganz ungezwungen Outdoor vielleicht mit einer Festbrennweite und bei bedecktem Himmel ohne große technische Spielereien (Blitz, Aufheller etc.) üben und mit den vielleicht relativ vertrauten Personen ein paar besondere Momente einfangen.

MW: Beruf Fotograf. Was für dich?
PB: Ich habe mit dem Gedanken gespielt aber ich glaube Fotografie macht mir soviel Spaß weil es nur ein Hobby ist. Ohne Druck und finanzielle Abhängigkeit. Ich denke es wird ein (umfangreiches) Hobby bleiben.

MW: Wie oft in der Woche/im Monat fotografierst du?
PB: Eigentlich greife ich schon mindestens einmal in der Woche zur Kamera. Ich hätte ein paar Ideen auch für andere Projekte aber mir fehlt leider momentan die Zeit diese ernsthaft zu verfolgen.

MW: Aufwändige Beleuchtung oder available Light?
PB: Available Light!!

MW: Wieviel Nachbearbeitung steckt in deinen Bildern?

PB: Anfangs habe ich manche Bilder sehr viel mit Photoshop nachbearbeitet. Inzwischen nutze ich fast nur noch Lightroom und bearbeite Bilder selten länger als 5 Minuten nach. Meist drehe ich noch etwas an den Farben und der Gradationskurve und das war es dann auch schon.

MW: Hast du Vorbilder? Wenn ja, wen?
PB: Ich versuche die folgende Aufzählung relativ kurz zu halten
;) … Gary Winograd, Robert Frank, Stephen Shore, Matthias Hoch, Elliott Erwitt, Matt Stuart, Paul Hiller, Sven Korejtko, Anne Koch, Michael G. Magin, Henrik Pfeifer, Sean Flanigan, Severin Koller und vor allem Stephan Vanfleteren sind nur die Wichtigsten.

MW: Dein Favorit unter deinen Bildern?
PB: Da gibt es eigentlich keinen richtigen Favoriten aber mit 1,60m Kantenlänge würde ich mir gerne das an die Wand hängen:

MW: Und abschliessend noch ein Blick in die Zukunft. Wo siehst du dich (fotografisch) in einem Jahr.
PB: Ich würde gerne mehr in Richtung dokumentarische Fotografie gehen aber ich denke in einem Jahr wird sich nicht viel verändert haben bei mir.

MW: Vielen Dank für deine Zeit Philipp, und alles gute für die Zukunft!
PB: Gerne und ich danke für das Interview!

Flickrfotograf Andreas Wonisch im Interview

Letzte Woche schrieb ich Andreas bei Flickr an, ob er nicht Lust hätte mir ein paar Fragen zu beantworten. Ich finde seine Landschaftsaufnahmen einfach großartig und wollte gerne mal ein bisschen mehr über ihn erfahren. Zum Glück stimmte er zu.
Das Interview gibt’s nun heute als Start in die Woche. Viel Spaß!


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Martin Wolf: Hallo Andreas! Stell dich doch den Lesern erstmal kurz vor.

Andreas Wonisch: Hallo Martin, ich bin 31 Jahre alt, lebe in der Nähe von Freiburg im Breisgau, wo ich bei Fraunhofer als Wissenschaftler arbeite. Die Fotografie ist dabei seit einigen Jahren mein größtes Hobby

MW: Fangen wir doch mal ganz vorne an, wie und wann bist du zur Fotografie gekommen?
AW: Meine allererste Kamera hatte ich schon zu Grundschulzeiten (eine billige Analog-Kleinbildfilmkamera) und kann mich noch gut daran erinnern, wie ich auf meiner ersten Klassenfahrt damit auf Entdeckungsreise gegangen bin… Mich haben eigentlich schon seit immer Natur- und Landschaftsaufnahmen fasziniert, aber richtig intensiv beschäftige ich mich damit erst seit ein paar Jahren. Für mich war ganz klar Flickr die „Initialzündung“: Ich finde es unheimlich faszinierend, mit Millionen Menschen auf der ganzen Welt Fotos auszutauschen und diskutieren zu können. Und als ich dort zum ersten Mal über die teilweise überragende Qualität der Fotos gestaunt habe, war für mich klar: Das möchte ich auch können! Und so begann für mich eine ganz neue Entdeckungsreise in der Fotografie.

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MW: Wenn man so durch deinen Flickrstream schaut, findet man hauptsächlich Landschafts- und Naturaufnahmen. Was reizt dich an diesem Genre besonders?
AW: Ich finde es immer wieder total beeindruckend, wie schön doch die Natur um uns herum ist – selbst an ganz „gewöhnlichen“ Orten. Mit der Natur- und Landschaftsfotografie kann ich diese Schönheit festhalten und anderen Menschen nahebringen. Gerade in unserer heutigen hektischen Zeit ist es für mich auch mal wichtig, inne zu halten und sich die Dinge zu vergegenwärtigen, die auf unseren Planeten innerhalb von Millionen von Jahren entstanden sind – auch vor dem Hintergrund der leider immer mehr voranschreitenden Umweltzerstörung.

MW: Unternimmst du Fotoreisen oder fotografierst du meist dort, wo du sowieso hin fährst?
AW: Ich fotografiere sehr viel in meiner (Wahl-)Heimat in Südbaden bzw. dem nahe gelegenen Schwarzwald, wobei ich dabei für einen Fototour auch schon mal zwei Stunden Autofahrt in Kauf nehme. Ansonsten plane ich aber meine Urlaubsreisen auch immer so, dass auch genügend Zeit zum Fotografieren bleibt – was manchmal zu langwierigen Diskussionen führen kann. ;-)

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MW: Wo (Land/Gegend) würdest du gerne mal fotografieren und konntest es bisher noch nicht?
AW: Das Limit sind immer nur die eigenen finanziellen Mittel und die zur Verfügung stehende Zeit. ;-) Momentan möchte ich mich aber mehr auf Deutschland und Europa konzentrieren, da ich finde, dass man nicht immer Tausende von Kilometer weit fliegen muss, um wirklich schöne Gegenden zu entdecken. Das Schöne kann auch nur einige Hundert Meter vor der eigenen Haustür auf einen warten … man muss nur genau hinschauen. Ich habe bei Flickr auch Kontakte aus Australien und Neuseeland und finde es immer etwas kurios, dass die extra zu uns nach Europa fliegen, während wir wiederum zu ihnen zum Fotografieren fliegen.

MW: Was ist dein Rezept für gute Landschaftsfotos? Kannst du Anderen in dem Gebiet ein paar Tipps mit auf den Weg geben?
AW: Ein Geheimrezept habe ich leider auch nicht – aber viel Geduld und Hartnäckigkeit können sehr hilfreich sein. :-) Mit das Wichtigste in der Landschaftsfotografie sind meines Erachtens aber neben einer guten Location (die wie gesagt nicht unbedingt weit weg sein muss) die „richtigen“ Wetter- und Lichtverhältnisse. Die kann man zum Glück in gewissem Maße vorausplanen (Wetterbericht & Webcam studieren, zur goldenen Stunde fotografieren), aber letztendlich geht es mir oft so, dass ich dann vor Ort doch sehr spontan auf veränderliche Bedingungen reagiere. Und gerade das finde ich auch unheimlich spannend … die Landschaftsfotografie wird da manchmal sogar richtig hektisch. Wichtig finde ich es auch, das Beste aus den gegebenen Bedingungen zu machen – und nicht dem nachzutrauern, was gerade nicht da ist. Wenn ich an einen Ort komme und merke, dass alles ganz anders ist als ich es mir vorgestellt habe, bin ich zwar erst mal etwas enttäuscht, versuche mich dann aber auf die veränderten Bedingungen einzulassen; und oftmals entstanden auch dann tolle Fotos. Und wenn nicht, habe ich wenigstens wieder etwas dazu gelernt.

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MW: Welches Equipment nutzt du? (Kamera, Objektive, Computer, Bildschirm, etc) Ich konnte auf deiner Flickrseite gar nichts dazu finden.
AW: Das hat auch einen guten Grund: Ich finde Equipment wird maßlos überschätzt. Das Wichtigste ist für mich, dass meine Ausrüstung mich nicht „behindert“, sondern im Gegenteil mir möglichst viele kreative Möglichkeiten lässt. Meine Wahl ist deshalb auf Micro-Four-Thirds-Kameras gefallen (primär Panasonic G1, ab und zu auch Olympus E-P1), da sie sehr klein & leicht sind und mir im Gegensatz zu „normalen“ DSLRs eine echte Live-Vorschau schon während des Fotografierens ermöglichen. Dazu kommen dann noch ein guter (kalibrierter) Bildschirm und ein schneller PC, auf dem ich primär mit Lightroom (teilweise auch Photoshop) arbeite.


andreas_wonisch-4MW: Wie findest du deine, meist unglaublich schönen, Locations?

AW: Das ist meist eine Mischung aus Internet-Recherche, Gesprächen mit befreundeten Fotografen – und spontanen Eingebungen. ;-) Ansonsten ist Google Earth eins meiner Lieblingstools zum Ausspähen geeigneter Locations (und auch zum groben Vorab-Visualisieren der Lichtverhältnisse).

MW: Wie häufig in der Woche/im Monat fotografierst du?
AW: So im Schnitt ca. zweimal die Woche, davon meist auf einer größeren Tour am Wochenende. Im Winter finde ich es aber immer etwas schwieriger, Zeit zum Fotografieren zu finden, weil es ja so schnell dunkel wird… Dafür fotografiere ich dann auch ab und zu mal zum Sonnenaufgang, was mir sonst als Langschläfer ziemlich schwer fällt.

MW: Gab es schon mal den Punkt an dem du am liebsten aufgehört hättest zu fotografieren? Wenn ja wieso und was hast du dagegen gemacht?
AW: Manchmal frage ich mich schon, wieso ich denn fotografiere, wo es doch Millionen von anderen Menschen auch tun – und teilweise sogar auf viel höherem Niveau. Gerade bei viel fotografierten Locations wie dem Grand Canyon, kommt es mir manchmal ziemlich sinnlos vor, das x-te, gleich aussehende Foto zu schießen (am besten noch vom ausgeschilderten „Sunset Point“). In solchen Momenten sage ich mir dann immer, dass es vielleicht schon Tausende vor mir fotografiert haben – ich persönlich aber noch nicht. Und nachdem ich das „Standard-Foto“ im Kasten habe, suche ich dann nach weniger konventionellen Kompositionen…

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MW: Hast du schon mal daran gedacht die Fotografie professionell als Job zu betreiben?
AW: Darüber nachgedacht habe ich schon – bin dann aber zu dem Schluss gekommen, dass das nicht für mich in Frage kommt. Ich habe ja bereits einen guten & interessanten Job und sehe die Fotografie mehr als kreativen Ausgleich. Ich finde es auch viel interessanter, das fotografieren zu können, was ich gerne möchte – und nicht irgendwelchen Auftraggebern oder Trends hinterher rennen zu müssen (zumal Fotografen zu den schlecht bezahltesten Berufsgruppen überhaupt gehören). Ich freue mich natürlich immer, wenn ich ein Foto verkaufe – aber das sind dann auch Bilder, die mir selbst wirklich etwas bedeuten.

MW: Welchen allgemeinen Tipp kannst du angehenden Fotografen mit auf den Weg geben?
AW: Um sich selbst weiterentwickeln zu können, sind meines Erachtens zwei Dinge unabdingbar: (ehrliches) Feedback von anderen Leuten und viel, viel Übung. Ein solides theoretisches Grundwissen halte ich zwar auch für sehr wichtig, aber letztendlich versteht man vieles erst richtig, wenn man es auch selbst ausprobiert.

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MW: Vielen Dank für deine Zeit, Andreas. Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute!
AW: Vielen Dank für dieses Interview, Martin! Für mich war das jedenfalls eine ganz neue Erfahrung. :-) Ich hoffe, dass ich auf diese Weise deinem Blog und deinen Lesern auch etwas zurückgeben konnte.

Fotograf Markus Schwarze im Interview zu seinem Fotoprojekt “Picture of the Day”

Durch den Pool der visuelleGedanken Flickr Gruppe stolperte ich in letzte Zeit immer und immer wieder über die Portraits von Markus Schwarze.


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Dann schaute ich mal genauer nach wer Markus ist und was er da macht. Es stellte sich heraus, dass Markus ein Fotoprojekt am Laufen hat, bei dem er jeden Tag ein Foto macht. Kurzerhand schrieb ich ihn an und fragte ihn ob er Lust hätte ein wenig über das Projekt zu sprechen. Ich stellte ihm ein paar Fragen, die ihr nun hier lesen könnt. Viel Spaß damit!

Martin Wolf: Hallo Markus, stell dich doch meinen Lesern erstmal kurz vor.
Markus Schwarze: Hallo Martin, erst einmal vielen Dank für die Einladung. So nun will ich mich mal vorstellen. Meine Name ist, wie schon geschrieben, Markus Schwarze. Ich bin mittlerweile 31 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Töchter (5 und 7 Jahre). Hauptberuflich arbeite ich als Teamleiter (Softwareentwicklung) in einer großen Werbeagentur und kümmere mich dort um die Entwicklung von Projekten wie z.B. Onlinekonfiguratoren, Online-plattformen. Das arbeiten bringt mir dort sehr viel Spaß, hat aber auch eine Kehrseite. Ich bin ein Mensch der gerne sieht was er gemacht hat,  was in meiner normalen Tätigkeit als Softwareentwickler nicht immer möglich ist. Zur Fotografie kam ich mit etwa 12 Jahren, als ich das erste mal die Kamera von meinem Vater (Canon AT-1) in der Hand hatte. Ich sollte ein Foto von meinem Vater und meiner Mutter machen. Der Urlaub war für mein Vater gegessen, da ich die restlichen 2 1/2 Wochen mit der Kamera rumhantiert habe. Leider hat sich das nach dem Urlaub, als wir die Bilder vom Entwickler abgeholt haben, als Fehler herausgestellt – es waren nicht viele Bilder dabei die “fürs Familienalbum” taugten. Das sollte sich aber schnell ändern. Mein Vater hat mir die Kamera überlassen und sich selber eine neue (keine Ahnung mehr welche) gekauft.


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Was ich als sehr hilfreich fand, war das mir mein Vater ein Objektiv gekauft hat – eine 50mm Festbrennweite. Ich habe bis vor 2 Jahren immer noch Analog fotografiert, nicht weil ich ein Gegner von Digitalem-Zeug bin, sondern weil ich Angst hatte, das die gemachten Bilder auf der Festplatte verschwinden. Für mich ist die Fotografie eine art Dokumentation. Ob diese nun “künstlich” (Fineart, bzw. viel EBV) oder wirklich realistisch ist, spielt dabei für mich keine Rolle. Ich bin nun vor 2 Jahren auf eine Digitale Spiegelreflex umgestiegen – die Canon EOS 450D. Die Kamera ist wirklich nicht schlecht. Ich habe jedoch relativ schnell (2 Monate) gemerkt, das die 450D nicht reicht. Ich habe mich relativ schnell für die Vollformatkamera EOS 5D entschieden. Diese Kamera bietet einfach alles, was ich zum fotografieren brauche – nicht mehr und nicht weniger.

(weiterlesen …)

Fotograf und Photoshopkünstler Calvin Hollywood im Interview


calvin_hollywoodMartin Wolf: Hallo Calvin! Du bist zwar recht bekannt in der Fotoszene, aber stell dich doch meinen Lesern nochmal kurz vor.

Calvin Hollywood: Ich würde mich selbst als Künstler bezeichnen und fotografiere überwiegend Menschen. Den Schwerpunkt setze ich in die digitale Bildbearbeitung mit Photoshop.
Ich bin zudem Trainer, Autor und Forenbetreiber.
Mehr Infos über meine Person gibt es auf meiner Homepage.

MW: “Calvin Hollywood” ist, wie ich weiß, nicht dein echter Name. Wie kamst du auf diesen Künstlernamen?
CH: Calvin war eine von zwei Wahlen im damaligen Englischunterricht. Ich hätte auch Brian Hollywood heissen können.
:) Wie Hollywood entstanden ist weiß ich selbst nicht mehr genau.

MW: Wie bist du zur Fotografie gekommen?
CH: Über Photoshop. Ich benötigte Bilder, welche ich bearbeiten kann. Aus diesem Grund habe ich mit der Fotografie begonnen.

MW: Neben der Fotografie selbst bist du besonders für deine Photoshopkünste bekannt. Was fasziniert dich am Meisten an Photoshop und der digitalen Bildbearbeitung generell?
CH: Es ist beeindruckend wie man mittels Photoshop seiner Phantasie ein Bild geben kann. Ich liebe es, die Dinge nach meinem ganz persönlichen Geschmack zu verändern.


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MW: Wie würdest du Deinen eigenen Stil beschreiben? Sowohl fotografisch als auch in der Postproduction.
CH: Künstlich, kontrastreich, malerisch, illustrativ. Und wenn ich noch etwas nennen würde dann auf alle Fälle: Aufwendig
:) (weiterlesen …)

Kurzinterview mit Martin Holzner aka Hoizge

Als Einstieg in eine bald startende mehrteilige Artikelserie zum Thema Portraitfotografie, die Martin schreiben wird, hat er mir ein paar Fragen beantwortet. Viel Spaß damit!


Martin Holzner
Martin Wolf:  Hallo Namensvetter! Stell’ Dich doch den Lesern erstmal kurz vor!

Martin Holzner: Hallo Martin, ich bin 18 Jahre alt, komme aus Niederbayern und gehe dort ab September in die 12. Klasse der Fachoberschule, werde also dieses Jahr mein Fachabi machen. Fotografie steht bei mir an erster Stelle, fast jede freie Minute wird damit verbracht Shootings zu planen, Bilder zu bearbeiten und selbst die Kamera in die Hand zu nehmen und zu fotografieren.

Martin Wolf: Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Martin Holzner: Puh. Angefangen hat eigentlich alles mit einem regnerischem Schultag an dem ich mir Kurzerhand unsere kleine Digitalkamera geschnappt habe, meine Schwester als Schirmhalter missbrauchte und in den Garten ging um die Tropfen auf den Blättern zu fotografieren. Von dort an hatte ich die Kamera jeden Tag in der Hand und letztes Jahr hatte ich dann das Geld für eine Spiegelreflex Kamera, einer Cañon EOS 400d zusammen. Wie ich in die Portraitfotografie gestolpert bin, das erzähle ich euch ein andermal aber so so fing das ganze wohl an.

Martin Wolf: Was fasziniert dich an der Fotografie am Meisten?
Martin Holzner: Nunja. Zum einen Fasziniert mich, dass man nie auslernen kann. Immer wieder schnappt man irgendwo einen Tipp auf der einem in einer gewissen Weise hilft. Zum anderem finde ich es aber auch unglaublich faszinierend mit Menschen zu arbeiten, sie in Bildern festzuhalten und ihnen damit ein lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Es gibt nichts schöneres als wenn du mit deinen Models vorm PC sitzt und siehst wie ihre Augen zum funkeln beginnen. Das ist jedes mal wieder ein tolles Gefühl. Aber auch, dass man zeigen kann wie man die Welt aus seinem Auge sieht. Niemand wird je den gleichen Blickwinkel, den gleichen Bildausschnitt, das gleiche Licht oder die gleiche Location benutzen wie man selbst. Wissen weiter zu geben tut also nicht weh, denn man braucht ja keine Angst zu haben dass nun jemand die gleichen Bilder macht wie man selbst, das geht nicht.

Martin Wolf: Dein eigener Favorit unter deinen Bildern?
Martin Holzner: Puh, das ist eine gute Frage. Ich mag viele meiner Bilder. Jedes Shooting kommen eigentlich ein paar hinzu. Wie hier, das ist eines vom letztem Shooting. Wir waren an einem See und beschlossen spontan ihr den Kopf nass zu machen. Ohne Nasse Haare hätte das Bild wohl nicht gewirkt.


Lieblingsbild

Martin Wolf: Wo siehst du dich in einem Jahr?
Martin Holzner: In einem Jahr habe ich die Schule hinter mir und stehe kurz davor den Zivildienst anzutreten und danach wird studiert. Aber was ist noch fraglich. Kommunikationsdesign hört sich nicht schlecht an. Fotografie mäßig will ich dort weiter machen wo ich gerade bin und mir langsam einen etwas anderen, einen ganz eigenen, Stil aneignen.

Martin Wolf: Es wird in kommender Zeit hier mit Dir eine mehrteilige Beitragsserie zum Thema Portraitfotografie geben. Erzähl doch den Lesern schonmal grob worum es gehen wird und was sie erwartet.
Martin Holzner: In der Serie wird es zum einem darum gehen wie man in die Portrait – Fotografie einsteigen kann, wie es bei mir war. Woher ich meine Models nehme, viele denken ja dass man damit in der Portraitfotografie ein Problem haben könnte, denn für Landschaftsfotografen gibt’s schließlich überall etwas zu fotografieren, die Menschen muss man sich aber erst suchen. Was ich finde zu beachten ist beim Umgang mit den Models und den Posen und dann noch ein paar generelle Dinge die mir aufgefallen sind bei der Portraitfotografie. Im großem und ganzem wird das eine Beitragsserie mit Dingen die ich so erfahren und gelernt habe, seit dem ich Portrait – Fotografie mache.

Martin Wolf: Ich freue mich schon auf die Artikel und wünsche Dir weiterhin viel Spaß an der Fotografie, denn die ist ja schliesslich das Wichtigste.

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