Weihnachtsmarkt fotografieren – Wie man es nicht macht!

Heute bin ich gleich nach der Arbeit auf einen der Hamburger Weihnachtsmärkte gegangen. Voller Euphorie und Lust aufs Fotografieren habe ich mich mit meiner 350D und dem Kit-Objektiv ins Getümmel geworfen. Und genau hier liegt auch schon das erste Problem: Viel zu viele Menschen. :D Also erste Notiz: Möglichst unter der Woche versuchen oder zumindest nicht am ersten Freitag, nachdem der Weihnachtsmarkt eröffnet hat.

Generell ist es schwierig mal freie Bahn auf einen Stand oder am besten ein Detail zu bekommen um es in den Sucher zu nehmen, scharf zu stellen und abzudrücken. Alles muss irgendwie schnell gehen. Das alleine wäre ja noch machbar, bei normalen Lichtverhältnissen. Jetzt kommt aber erschwerend dieses unglaublich wirre Licht hinzu. In der einen Ecke dunkel wie die Nacht in der anderen Leuchtet eine Reklame in den hellsten Farbtönen, dazwischen umherhuschende Menschen. Ich habe einige verschiedene Einstellungen ausprobiert. Hohe ISO, große Blendenöffnung, +EV, -EV, alles was die Kamera so hergibt. Leider kann man auch keine richtige Einstellung für alle Situationen finden, da sich die Lichter ständig ändern. Man muss also die Einstellungen von einem Foto zum nächsten ständig korrigieren und neu anpassen.

Ich musste leider auch die Erfahrung machen, dass manche Bilder, die am LCD gut aussahen in Wirklichkeit immernoch leicht verwackelt sind oder einfach stark rauschen. Also demnächst die EXIF’s gleich vor Ort besser analysieren und erkennen, dass bei gewissen Belichtungszeiten das Bild Freihand wohl einfach nicht verwackelungsfrei sein kann.

Und nochetwas ist mir aufgefallen. Man muss diese ganzen Leute drumherum wirklich ausblenden können und sich einfach voll aufs Fotografieren konzentrieren. Sonst komponiert man nichtmal halb so gut, wie sonst. Ich habe immer versucht irgendwie schnell zu sein und möglichst nicht aufzufallen. Kurz: Ich habe mir einfach zu viele Gedanken um die Menschen um mich herum gemacht, was sie wohl denken, ob sie mich gerade angucken, etc. Demnächst: Einfach vergessen und fotografieren!

Um es also auf den Punkt zu bringen: Ich bin klaglos gescheitert und die EOS 350D stößt hier wohl, vorallem in Verbindung mit dem Kit-Objektiv, auch an Ihre Grenzen. Aber ich will mein Versagen nicht auf die Technik schieben.

Also was bleibt mir? Genau! Nochmal versuchen!

Und dann auf jedenfall auch mit dem 70-200 f4L USM, da dessen Qualität wohl doch besser ist und die Fotos mit einem weiteren Winkel und vielen verschiedenen Objekten, nicht zu wirken scheinen. Ich werde also beim nächsten mal versuchen mich mehr auf kleine Details zu konzentrieren um dadurch die Stimmung des Weihnachtsmarkts einzufangen. Mit den verschiedenen Kameraeinstellungen werde ich auch weiterhin experimentieren und in der Praxis lernen.

Vielen Dank fürs Zuhören. Wer Tipps für mich hat oder auch einfach mal sein Leid klagen möchte, nur zu. Die Kommentarfunktion wartet auf dich!

Veröffentlicht am Freitag, 28. November 2008

Kommentare

  1. Trotzdem schöne Fotos. Ich habe mir gerade eine 450d gekauft, bin aber völlig unerfahren. Ohne Verwacklung solche Bilder hinkriegen ist echt schwer. Also: Hohe ISO-Zahl (aber dann rauscht das Bild evtl.), hohe Blende (wegen der Schärfe) – wie siehst mit der Zeiteinstellung aus? Bei kurzer Zeit ist es zu dunkel, oder? Bei langer verwackelt es. Hast du nen Tipp an was ich mich da halten kann?

    Danke, Nils

  2. Zum einen kannst du natürlich ein Stativ verwenden. Dann kannst du länger belichten und auch eine keinere Blendenöffnung (große Blendenzahl) wählen und hast somit einen größeren Schärfebereich. Dabei werden dann auch alles scharf, was sich nicht bewegt. Nur bei so großen Menschmassen ist das natürlich nicht viel. Also große Blendenöffnung (kleine Blendenzahl) wählen, ISO leicht erhöhen, kurze Belichtungszeit und eventuell die Belichtungskorrektur (EV) nutzen. Dmait dann einfach rumspielen und ausprobieren mit welchen Kombinationen du gute Ergebnisse erzielen kannst. Ansonsten hatte ich mal folgende Faustregel gelesen um freihand Aufnahmen zu machen, die nicht verwackeln:

    1/Brennweite = Verschlusszeit in sek.

    Aber ob das auf diese spezielle Situation auch so anzuwenden ist, bin ich mir unsicher. Ansonsten hilft natürlich zu üben die Kamera möglichst ruhig zu halten. Und ich meine es wäre am Besten folgendes zu machen: Einatmen, Foto machen, ausatmen.