Es wird zu wenig fotografiert.

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Diese Aussage stelle ich jetzt einfach mal so in den Raum.

Und damit meine ich natürlich die Anzahl der Menschen die fotografieren. Die hat sich nämlich durch die Einfachheit der digitalen Kameras und vorallem auch günstigen Einstiegsmodelle im Kompakt- sowie auch im DSLRbereich stark erhöht. Nein, ich rede von den mehr oder weniger ambitionierten Hobbyfotografen mit einer DSLR. Genau die, die hier lesen, die selbst einen Blog führen, die bei FotoTV schauen oder Bücher über Fotografie lesen.

Ich behaupte mal viele von uns, ich schliesse mich da nämlich mit ein, vergessen gerne mal worum es uns ursprünglich mal ging. Nämlich ums Fotografieren. Ein Bild im Kopf entstehen zu lassen, es umzusetzen. Den Spiegel beim Abdrücken klacken zu höhren. Diesen „magischen Moment“ zu erleben.

Ich behaupte weitergehend, dass man zwar viel lernt durch Lesen und generell durch das Internet, aber der Lerneffekt noch viel höher wäre, wenn man viel öfter versuchen würde dieses Wissen in der Praxis umzusetzen.

Erst vor kurzem stand ich vor einer großen Gruppe unbekannter Menschen, die ich auf ein Gruppenfoto bannen sollte. Ich kann euch sagen, ich habe alles vergessen, was ich mal gelesen hatte und ich normalerweise wissen sollte. Von Kameraeinstellungen bis hin zum Dirigieren der Leute. Doch das nächste mal werde ich ruhiger sein und mit etwas mehr Erfahrung die Sache angehen und sicher bessere Ergebnisse erzielen. (Hab den Leuten diesmal zum Beispiel schön die Füsse abgeschnitten…)

Deshalb meine Aufforderung an euch und auch mich selbst:

Geht mehr raus, nehmt öfter die Kamera zur Hand und fotografiert. Ich bin davon überzeugt, dass man mit jedem Druck auf den Auslöser dazu lernt und besser wird.

Wie seht ihr das? Findet Ihr euch in der Beschreibung wieder?

Veröffentlicht am Donnerstag, 14. Mai 2009 | Kommentieren

Kommentare

  1. puuh. Die Kamera hab ich jetzt ein Jahr. Der Zähler sagt 59 000 Auslösungen. Im Moment mache ich täglich Portraits und Gruppenfotos. Beim ersten mal, als ich vor ner Klasse stand und sie fotografieren musste gings mir genau so. Dazu noch eine andere Kamera (nikon d80) und das „Drama“ war sozusagen perfekt ;) Ãœbung macht den Meister. In einer Fotografenlehre macht man -bis auf das bissl Schule zwischendrin – ja auch nichts anderes…

  2. Ich bin Hobbyfotograf, aber verfolge durchaus Ziele mit dem, was ich da tue. Demnach denke ich auch viel über Fotografie, Stil und eben meine Ziele nach, während ich zeitlich wenig Fotos mache oder auch nicht immer dazu Zeit habe.

    Aber deinen Standpunkt kann ich verstehen, obwohl mir beim ersten Nachdenken über die These du und dein Blog hier einfallen würde. Du hast zwar nicht gerade wenig Output, aber schreibst dir ja fast einen Wolf darüber. An deiner Stelle hätte ich auch mal so einen Eintrag geschrieben ;)

  3. Ich finds schade das ich so viel Zeit auf Arbiet verbringe und nicht mit der Cam in der Weltgeschichte rumhopsen kann. Aber mit irgend was muss ich ja mein Hobby finanzieren. Und jetzt von der Fotografie leben? Ne du, danke.

    Aber der gleichen Ansicht bin ich auch.

  4. Ich mach das als Hobby. Verfolge damit zwar auch kleinere Ziele, aber mache es zu 99,9% nur des Spaßes halber. Ich hab ständig ein schlechtes Gewissen, weil ich auch selten die Zeit finde, mal raus zu gehen und mit einen wegzuknipsen. Ich hab den große Ausrüstung, und daher bin ich erst recht mit meinem quantitiven Output unzufrieden… :evil:

  5. Yannick, aber wenn du es wirklich nur als Hobby und zum Spaß betreibst, dann solltest du dir auch keinen zu großen Druck machen. Es soll ja Spaß machen und du hast ja dadurch den Luxus es nur zu machen, wenn du Bock drauf hast. ;)

  6. Wahre Worte. Ich ärgere mich auch schon seit Monaten, aber leider finde ich nicht die Zeit dazu. Arbeite in der Frühschicht von 6.00 – 14.30h danach geht es direkt durch zur Technischen Abendschule die dann von 16h bis 20h geht. Bzw Samstags von 7.30 – 14h. Irgendwie schaffe ich es mich nicht wikrlich aufzuraffen schäm :ohno:

    Eine Frage: Habt ihr heute auch das Problem das flickr euch nur pro Profil 1 Foto anzeigt? Oder liegt es irgendwie an mein Rechner?

  7. @Martin ne, mein beruf wird zwar irgendwie mal was mit fotografie zu tun haben, bin ich mir doch sehr sicher, aber direkt ne fotografenlehre halte ich für nicht nötig. bzw die entscheidung hab ich vor nem jahr getroffen…

  8. @Martin vorallem weil so eine Ausbildung wie man sie bei mir hier auf dem Land bekommt, alles andere als das ist, was ich mal machen möchte, wenn ich Fotograf werde. Passbilder sind ein langweiliges Thema. Will man anständig Fotograf werden muss man auf einen direkte Schule dafür gehen, wie es sie in Berlin zum Beispiel gibt. Dort macht eine Ausbildung durchaus Sinn, das bei diesen „0815 Fotografen“ eher nicht, was man auch an den Ergebnissen sieht was die jeweiligen Personen liefern…

  9. In der Tat, könnte mehr sein (: Ich komme meistens nur am Wochenende dazu… Unter der Woche hab ich zwar immer die Kamera mit auf Arbeit, falls ich mal unterwegs zum Kunden bin etc. aber da hab ich meistens kaum Zeit um den Auslöser zu drücken.

  10. Der letzte Absatz stimmt einfach nicht.

    Es gibt Menschen, die mit großer Lust täglich fotografieren und es dennoch schaffen bei jedem Bild die Füße abzuschneiden. Von 100 Bildern einer Feier sind 100 einfach nur überflüssig.

    Und dann gibt es Menschen die Fotos machen wo man denkt „was er da nur gerade wieder fotografiert – nichts von Wert“ – bis man später die Aufnahmen sieht und völlig Baff ist.

    Ãœbung kann helfen das Beste aus einem Bild herauszuholen, aber nicht jeder ist in der Lage überhaupt den richtigen Moment zu erkennen.

    Nur weil jeder Autofahren kann, ist nicht jeder gleichzeitig für eine Formel 1 Karriere geeignet.

  11. @S. Schlechtl: Ich gebe Dir natürlich recht, dass nicht jeder für eine FotoKarriere geeignet ist, aber davon war ja auch nicht die Rede. ;) Ich behaupte nur, dass man besser wird, wenn man mehr fotografiert und bei jedem mal dazu lernt. Natürlich gibt es auch da Unterschiede wie schnell der Fortschritt eintritt und bei manchen ist vielleicht an einem gewissen Punkt einfach Schluss. Aber wer Spaß am Fotografieren hat und in seiner Freizeit Zeit und Geld dafür investiert, ich glaube derjenige hat auch irgendwie ein klein bisschen das Auge. Wenn es vielleicht auch nicht bis ganz oben reicht. ;)

  12. Die Anzahl Fotos, die ich pro Woche schiesse, variert stark. Es gibt Phasen, da bin ich ziemlich kreativ und mein Programm ist fototauglich. Manchmal, besonders wenn ich Stress habe, liegt die Kamera auch mal länger als eine Woche unberührt in meinem Gestell. Eigentlich blöd, denn wahrscheinlich dann würde mir ein Spaziergang mit meiner Kamera gut tun, um wieder die Schönheit kleiner Dinge wahrzunehmen. Aber fotographieren ist ein kreativer Prozess und gerade, wenn man etwas konzeptioneller Bilder versucht, kommt die Idee nicht immer auf Knopfdruck. Ein gute Motivation für mich zu fotographieren ist das Projekt 52 von mondgras.de

  13. Polemisch könnte man aber auch genauso gut sagen, das stellenweise dank der tollen, neuen und superschnellen Serienbildfunktionen zu viel fotografiert und kaum nachgedacht wird. Ich bewege mich im Moment eher in eine andere Richtung, indem ich mehr lieber länger Gedanken mache, bevor ich fotografiere.

    Aber der Grundtenor bleibt und ich gebe dir Recht. Es wird zu wenig (bewusst) fotografiert und sich lieber ewig über Technikkram unterhalten, andere schlechte Bilder ausgelassen, anstatt es selbst besser zu machen, neue Ideen und sich selbst zu verwirklichen.

    D.

  14. :ten: Voll getroffen in der Beschreibung. Und dein letztes Motto: „Ich bin davon überzeugt, dass man mit jedem Druck auf den Auslöser dazu lernt und besser wird.“ finde ich auch sehr passend und ich – als Anfänger – kann das auch nur bestätigen. :)

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