Reportagefotografie in Krisengebieten, ein Kurzfilm.

Den meisten wird der Kurzfilm „One Hunderdth Of A Second“ wohl schon unter die Augen gekommen sein. Aber ich finde er darf hier nicht fehlen und jeder sollte ihn gesehen haben.

Mein Fazit

Ihr solltet hier erst weiterlesen, nachdem ihr den Film gesehen habt. Fünf Minuten Zeit solltet ihr ja haben.

Ich finde die Message des Films sehr gut. Die Inszenierung ist wohl etwas übertrieben, aber das muss bei solchen Kurzfilmen auch so sein, damit sie wirken.
Aber ich muss mich auch fragen, welche Möglichkeiten die Fotografin wirklich hatte.

Sie hätte sich bemerkbar machen können, wäre vermutlich erschossen worden, das Kind weggerannt und dann auch erschossen worden. Sie hätte die Szene verlassen können ohne abzuwarten und ohne das letzendliche Foto zu machen. In der Ungewissheit was passiert ist und ohne jeglichen Beweis für die Graumsamkeit.
Möglicherweise hätte sie das Kind frühzeitig warnen können, aber ob das möglich war lässt sich nur sehr schlecht beurteilen.

Ich denke, es ist die Aufgabe dieser Fotografen, die in Krisengebieten arbeiten und sich bewusst dazu entschieden haben, die Verhältnisse und Grausamkeit vor Ort zu dokumentieren, damit dann geholfen werden kann, es ist ihr Art Einfluss zu nehmen und die Welt da draußen aufmerksam zu machen.

Natürlich sollten sie, wenn es Ihnen möglich ist, eingreifen und helfen, das steht wohl außer Frage. Aber niemandem hilft es wenn Fotograf und ein bedrohter Menschen tot sind…

Zitat Ralf-Jürgen von Photoappar.at:

Ich halte die Arbeit von Kriegsberichterstattern für wichtig und wertvoll, solange sie nicht das Elend anderer Menschen ausnutzen, um “reich und berühmt” zu werden und das ganze in Sensationsjournalismus verfällt.

Dem kann ich nur zustimmen!

Schwieriges Thema. Was sagt ihr zu dem Film?

Bisherige Diskussionen hier und hier.

Veröffentlicht am Donnerstag, 28. Mai 2009

Kommentare

  1. @knuspermagier: ja, natürlich war die handlung irgendwie vorauszusehen, aber die message bleibt trotzdem entscheidend.

    @CEEA: Hab meine Quelle verlinkt. Lens-Flare. ;)

  2. „Natürlich sollten sie, wenn es Ihnen möglich ist, eingreifen und helfen, das steht wohl außer Frage. Aber niemandem hilft es wenn Fotograf und ein bedrohter Menschen tot sind…“

    Natürlich sollten sie NICHT! So grausam es auch erscheinen mag, der Journalist muss ein außenstehender Beobachter sein, der eben nur berichtet und nicht interveniert. Die Berichterstattung an sich ist bereits Intervention genug. Das ist ein wichtiger Grundsatz des Journalismus, grade was Krisengebiete angeht. Wäre dem nicht so, würde der Journalist/Fotograph Gefahr laufen die berichtete Situation selbst herbei geführt zu haben, was die Unabhängigkeit der Presse an sich zerstören würde. Die Unabhängigkeit und fehlende Intervention vor Ort macht eine Berichterstattung erst möglich, nicht nur von theoretischen Standpunkt aus, sonder auch rein praktisch, selbst die meisten Krieger und Soldaten respektieren biy zu einem gewissen Punkt die Journalisten, weil sie eben wissen dass sie nicht Intervenieren werden und solange sie glauben das richtige zu tun, fürchten sie auch nicht „intervention-auf-distanz“ nämlich die Berichterstattung selbst.