Makrofotografie mit einem Retroadapter

lady_beetle

Foto © by nutmeg66

Ich bin ja ein großer Fan von Makrofotografie. Das war schon von Anfang an so. Ich finde es faszinierend die Welt aus anderen Augen, bzw einer anderen Perspektive zu betrachten. Eine Sicht der Dinge zu zeigen, die man im normalen Alltag nicht bekommt.

Leider konnte/wollte ich mir bisher noch kein Makroobjektiv leisten. So ganz aus meinem Kopf ist dieser Gedanke jedoch bis heute nicht verschwunden.
Vor kurzem bin ich – wie schon vor einiger Zeit einmal – wieder auf die Möglichkeit gestoßen, mit einem Retroadapter und einem normalen Objektiv, Makroaufnahmen zu machen. Jetzt denke ich darüber nach, mir einen solchen mal anzuschaffen.

Für die, die nicht wissen, was ein Retroadapter ist, bzw macht:
Der Retroadapter ermöglicht es, ein Objektiv verkehrtherum an die Kamera zu setzen und erzielt somit eine deutliche Vergrößerung.

Ich habe mir dazu mal ein paar Gedanken gemacht, korrigiert mich gerne, sollte ich irgendwo einen Denkfehler gemacht habe.

Gedanken zum Retroadapter

Problem am Fotografieren mit Retroadapter ist, dass man die Blende einstellen muss, bevor man das Objektiv verkehrtherum aufsetzt und man nur manuell fokussieren kann, da keinerlei elektrische Verbindung mehr zwischen Objektiv und Kamera besteht.
Weiterhin wird auch die Belichtungszeit manuell eingestellt werden müssen, da man ja, nicht in Blendenvorwahl fotografieren kann. Aber vielleicht kann man sich die Belichtungszeit berechnen lassen bevor man den Retroadapter einsetzt. Selbst wenn nicht, sollte die Belichtungszeit relativ schnell gefunden sein.
Der manuelle Fokus ist im Grunde auch kein Problem, da man im Makrobereich ohnehin eher manuell fokussiert um die perfekte Kontrolle über den Schärfebereich zu haben. Das Problem der Blende hält sich wohl auch in Grenzen, da man in einem so nahe Bereich wohl meist mit Offenblende fotografieren wird.

Fazit

Also für mich klingt es nach keiner Dauerlösung aber nach einer guten Möglichkeit herauszufinden ob einem die Makrofotografie liegt und somit der Kauf eines teuren Objektivs gerechtfertigt ist oder ob man das Geld lieber für etwas anderes spart/ausgibt.

Der Retroadapter bewegt sich preislich zwischen 20 und 30€. Dazu gibt es noch verschiedene Anpassungsringe sowie Schutzringe für das Objektiv in Retrostellung.

Wer mehr über den Retroadapter erfahren möchte, der sollte am besten bei Traumflieger vorbeischauen, dort gibt es die Wunderteile auch zu kaufen.
Wer sich nicht sicher ist ob ihm Makrofotos gefallen, der sollte mal bei dPs vorbeischauen, da gibt’s aktuell „20 spektakuläre Makrofotografiebeispiele„.

Habt ihr schonmal mit einem Retroadapter fotografiert? Wie sind eure Erfahrungen damit? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

Kommentare

  1. also mit Retroadapter muss Du in Av fotografieren, die Kamera wählt dann die passende Zeit zum vorhandenen Licht, das funktioniert wunderbar und habe ich auch schon so gemacht. Auch in Kombination mit Blitz geht das sehr gut. Hilfreich ist dabei immer eine starke (Taschen)-Lampe die aufs Objekt gerichtet ist, damit man etwas sieht beim manuellen Scharfstellen. Die Blende sollte aber schon etwas zugedreht werden, da sonst der Schärfebereich einfach zu knapp ist, aber das kann man auch schon alles ohne Adapter zu Hause ausprobieren in dem man das Objektiv einfach mal so vor die Kamera hält und durchschaut.

  2. Also man kann sich da auch was löten um die Blendeneinstellung nich zu verlieren, soweit ich weiß.

    Makros hab ich immer mit’m Balgen von meinem Vater gemacht, der hatte da auch nen Kabel gelötet damit das mit der Blende weiter funktioniert.

    Gibt da sicher auch was bei eBay…

    Aber is auf jeden fall ein spannendes Thema.

  3. Da so ein Retroadapter meines Erachtens ins Filtergewinde eingeschraubt wird kann man jedes Objektiv der Welt nutzen-solange es ein filtergewinde hat…. Deshalb kann man auch einfach das alte Normalobjektiv vom Dachboden nehmen oder ein billiges M42 Objektiv kaufen, was das einstellen der Blende vereinfacht- alte Objektive haben oft einen Blendeneinstellring.

  4. Hab so einen Adapter und auch den entsprechenden Schutzring. Was nervt ist das der Schwerpunkt des Objektives ja dann ein anderer ist und sich deshalb beim „Nachuntenschauen“ immer der Fokuspunkt verschiebt.

    Ansonsten ist es recht brauchbar.

  5. Ich hab mir vor einigen Wochen einen solchen Retro Adapter (bzw reverse ring) in China gekauft, bei einem eBay-Händler. Für meine Olympus E-520 wird soweit ich weiß nichts vom Hersteller oder im Zubehörhandel angeboten. Der Adapter kostete 7,90 Euro, Versand gratis! — Der Adapter wird ins Filtergewinde des Objektivs eingeschraubt und dann in das Kamera-Gehäuse eingeklinkt. Keine elektrische Verbindung zwischen Objektiv und Gehäuse mehr möglich, damit kein Autofokus, keine Blendeneinstellung (meine Objektive haben keinen manuellen Blendenring). Ich benutze Zoom-Objektive für diese Art der Makro-Fotografie. Das erspart mir die Benutzung eines Makro-Schlittens, denn im „reverse mode“ funktioniert der Zoomring des Objektivs als Fokussierring. Der Bildausschnitt bleibt dabei unverändert; mit meinem 80-300 (KB) Objektiv ist das eine Bildbreite von 7 Millimetern, mit dem 28-84 Objektiv eine Breite von 16 Millimetern. Fotografiert wird mit Stativ, die Kamera senkrecht nach unten gerichtet, also „hängend“, darunter das Objekt. Foto-Modus ist Av, so wie es Max hier schon beschrieben hat. Die ISO-Automatik sollte ausgeschaltet werden, lieber niedrige ISO einstellen und viel Sorgfalt auf die Beleuchtung verwenden. Durch den geringen Arbeitsabstand (wenige Zentimeter) wirft die Kamera ordentlich Schatten auf das Objekt und die ISO-Automatik stellt hohe Werte mit mehr Rauschen ein. Automatischer Weißabgleich kann verwendet werden, das funktioniert. Wichtig ist, dass Objekt und Objektiv exakt parallel zueinander ausgerichtet werden. Denn die Tiefenschärfe beträgt nur wenige Millimeter, und eine leichte Verkippung führt schon zu einem „halbscharfen“ Bild. Vorteilhaft ist auch, die größtmögliche Auflösung einzustellen; bei dieser Vergrößerung sieht man jeden Komprimier-Artefakt sofort! — Meine ersten Versuche mit Detailstudien von Geldstücken waren sehr beindruckend, und ich kann jedem nur empfehlen, sich mit einem Retro Adapter für wenig Geld anzufreunden und Erfahrungen mit der Makrofotografie zu machen!

  6. Der Retroadapter macht sicherlich sehr gute Bilder, aber – nur bei sich nicht bewegenden Objekten (manueller Focus!) – krabbelnden Viechern kann man so nicht folgen – man muß das Objekt mit einer Lichtquelle (z.B. Taschenlampe) beleuchten, sonst sieht man fast nichts durch den Sucher

    Also für Stilleben mit Sicherheit mehr als einen Versuch wert, aber für (lebende) Insekten – ich glaube nicht Wer günstig in die Makrofotografie schnuppern möchte, den empfehle ich nach wie vor (gute) Nahlinsen (bringen zusammen mit einem Kit schon solide Ergebnisse) und wenn man Blut geleckt hat, dann muß man halt ca 300€ für ein Makroobjektiv ausgeben (was dann aber auch mit super Qualität mehr als entschädigt) PS: Hatte auch mal einen kleinen Abriss zum Thema Makro unter http://www.sypke.de/2009/02/01/makrofotografie-nahlinse-im-praxistest/

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