Gastartikelserie: Portraitfotografie #4

Diese Woche geht’s wieder pünktlich mit der Gastartikelserie von Martin Holzner weiter. Dies wird der vorletzte Artikel sein. Nachdem es letzte Woche darum ging, was man bei einem Shooting beachten sollte, erzählt er heute von einer Möglichkeit, alle eigenen Ideen unter einen Hut zu bringen. Viel Spaß damit!

Es gab eine Zeit im Sommer, da war ich frustriert. Es standen Shootings ohne Ende vor der Tür, doch irgendwie gab es mir nichts mehr, ich fühlte mich wie ein Haus und Hof Fotograf. Ich benutzte die gleichen Posen, die gleichen Bildausschnitte. Ich habe das abgerufen wo ich wusste, dass es ohne größere Probleme funktioniert. Mit Kunst oder Kreativität hatte das nicht viel zu tun.

Irgendwann kommt einfach der Punkt an dem man selbst merkt, dass sich etwas ändern muss. Man stellt sich Fragen ob es sinnvoll ist komplett ohne Ideen was man machen will, in ein Shooting zu gehen, zumal man das Model ja meist nicht kennt und damit auch nicht unbedingt viel darüber redet oder bespricht was man genau machen will. Wenn man von einem Shooting nach Hause kommt, keinen Spaß hatte und beim Betrachten selbst nur an sich selbst kritisiert, dann sollte man definitiv etwas ändern und den Spaß an der Fotografie wieder suchen, denn ohne werden auch die Bilder nichts.

Also, was tun?

Fragte ich mich. Ich brauchte mehr Kreativität, ich will nicht immer die gleichen Bilder machen. Ich machte mir viele Gedanken darüber, des öftern fiel mir auf, dass ich tolle Ideen hatte, diese aber nicht festhalten konnte und kurze Zeit später auch wieder vergessen hatte. Es musste also ein Notizbuch her. Ich probierte ähnliches schon ein paar Monate zuvor, jedoch mit einem kleinem A5 Notizbuch, welches es mühsam machte Ideen geordnet aufzuschreiben. Es musste etwas großes und strapazierfähiges sein, schließlich wird es mehrere Monate, wenn nicht sogar Jahre in Gebrauch sein. So entschied ich mich schlussendlich für ein großes Moleskin, eine Investition die sich definitiv gelohnt hat. Seit dem werden darin Shootings geplant, Ideen notiert und gleich zu den noch geplanten Shootings zugeordnet. Nachdem das Notizbuch immer in der Tasche ist, vergesse ich so keine Idee mehr und habe dazu gleichzeitig eine gute Ãœbersicht was ich noch machen will.

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Was inspiriert mich?

Notieren kann ich meine Ideen also, aber welche Richtung und welche Art von Fotos will ich machen, woher kommen die Ideen? Auch für das suchte ich mir einen Lösungsansatz. Ich legte mir auf meinem Rechner einen Ordner an den ich „Kreativmappe“ nannte. Dort sammeln sich nun allerlei tolle Bilder die ich im Internet sehe, teilweise sogar ganze Portfolios von Fotografen. Diese Kreativmappe wird dann mit dem iPhone synchronisiert, für die Kreativität zwischendurch oder beim Shooting. Habe ich nun also eine kreative Flaute oder brauche einfach nur Ablenkung, so klicke ich mich durch den Ordner mit sehr vielen wunderbaren Bildern. Dies hilft mir meist dabei Shootings zu planen.

Verändere etwas!

Durch ein wenig Glück fand ich in der örtlichen Community ein Mädchen, das im Dritten und damit letztem Jahr der Frisörausbildung ist und immer gerne die Mädels für meine Shootings schminkt, kostenlos. Ein wahrer Glücksfall, der mir natürlich eine Fülle von neuen Möglichkeiten eröffnete. So wird nun zu besonderen Shootings „meine Visagistin“ dazu geholt, die sich um das Make Up und die Haare kümmert.

Eine andere Möglichkeit ist aber auch, dass ihr euer Model nicht normale Klamotten anziehen lasst, sondern gewisse Themen Shootings organisiert. Diese sorgen schon von selbst für mehr Kreativität. Alleine wenn ich an ein Shooting mit dem Thema „Freak Out“ denke, strömen Bilder durch meinen Kopf. Ein Mädchen das vor der Kamera steht, wegstehende Haare, sie schreit und streckt dabei die Zunge in die Kamera, dazu jede Menge bunte Klamotten, nur ein Beispiel.

Eine gute Möglichkeit sich kreative Inspiration zu holen ist es auch, wenn ihr eurer Freundin den Modekatalog mal wegnehmt und euch die Portraits der Mädels anseht. Dort werdet ihr jede Menge, meist gut gemachter, Modefotos finden mit teilweise sehr außergewöhnlichen Posen. Sie vermitteln euch ein gewisses Gefühl dafür was möglich ist und was doof aussieht! Die gewonnen Ideen kommen natürlich dann gleich ins Notizbuch.

Das war der vorletzte Teil aus meiner kleinen Serie. Das nächste mal wird es darum gehen, dass Regeln dazu da sind um sie zu brechen. Ich wünsche euch eine gute Woche!

Veröffentlicht am Donnerstag, 01. Oktober 2009 | Kommentieren

Kommentare

  1. Etwas kurz und trotzdem aussagekräftig genug! Ich freu mich auf den letzten teil, schade das es schon ‚vorbei‘ ist. Auch ich führe so eine mappe „mehrfach“. Also einmal mein A5 Buch + mehrer text datein auf arbeit und heim-rechner die ich gelengentlich anpasse. leider kann ich mein handy nicht mit meinen pc synchronisiern, vll wechsel ich ja doch mal das system :)

    lg

    m.

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