Fotograf und Photoshopkünstler Calvin Hollywood im Interview

calvin_hollywoodMartin Wolf: Hallo Calvin! Du bist zwar recht bekannt in der Fotoszene, aber stell dich doch meinen Lesern nochmal kurz vor.
Calvin Hollywood: Ich würde mich selbst als Künstler bezeichnen und fotografiere überwiegend Menschen. Den Schwerpunkt setze ich in die digitale Bildbearbeitung mit Photoshop.
Ich bin zudem Trainer, Autor und Forenbetreiber.
Mehr Infos über meine Person gibt es auf meiner Homepage.

MW: „Calvin Hollywood“ ist, wie ich weiß, nicht dein echter Name. Wie kamst du auf diesen Künstlernamen?
CH: Calvin war eine von zwei Wahlen im damaligen Englischunterricht. Ich hätte auch Brian Hollywood heissen können. :)
Wie Hollywood entstanden ist weiß ich selbst nicht mehr genau.

MW: Wie bist du zur Fotografie gekommen?
CH: Ãœber Photoshop. Ich benötigte Bilder, welche ich bearbeiten kann. Aus diesem Grund habe ich mit der Fotografie begonnen.

MW: Neben der Fotografie selbst bist du besonders für deine Photoshopkünste bekannt. Was fasziniert dich am Meisten an Photoshop und der digitalen Bildbearbeitung generell?
CH: Es ist beeindruckend wie man mittels Photoshop seiner Phantasie ein Bild geben kann. Ich liebe es, die Dinge nach meinem ganz persönlichen Geschmack zu verändern.

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MW: Wie würdest du Deinen eigenen Stil beschreiben? Sowohl fotografisch als auch in der Postproduction.
CH: Künstlich, kontrastreich, malerisch, illustrativ. Und wenn ich noch etwas nennen würde dann auf alle Fälle: Aufwendig :)

MW: Ich habe schonmal ein Seminar/Vortrag von Dir hier in Hamburg besucht. Du warst sehr locker und scheinst für die Bühne und das Lehren geboren zu sein. War Dir das von Anfang an klar, dass du dein Erlerntes in Form von Seminaren und Vorträgen weitergeben willst? Und wie kam es zu dieser Möglichkeit?
CH: Ich war 10 Jahre lang Ausbilder in der Bundeswehr und somit fällt es mir nicht schwer zu unterrichten.
Ich liebe Photoshop, ich helfe gerne und somit war es klar, dass ich irgendwann als Trainer tätig werde. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass ich viele hundert Leute auf einen Schlag damit unterhalten kann.

MW: Du machst zur Zeit eine Ausbildung zum Mediengestalter. Wieso das? Aufträge bekommst du doch sicher auch ohne?
CH: Ich bin offiziell noch Soldat und überbrücke mit dieser Umschulung eigentlich nur die letzten 2 Jahre meiner Dienstzeit.
Ich wollte etwas machen wo ich selbst noch etwas lerne und mehr Zeit mit meinem Hobby verbringen kann.

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MW: Du bist mit privaten Projekten sehr aktiv, betreibst Foren, Blogs und Podcasts. Hast Auftragsarbeiten und holst jetzt sogar noch eine Ausbildung nach. Außerdem sagst du selbst, dass du ein Familienmensch bist. Wie bekommt man das alles unter einen Hut, sodass man selbst noch Spaß an allem hat, aber auch nichts und niemand zu kurz kommt?
CH: Zeitmanagment. Es ist sehr wichtig für mich alles zu planen. Nur so kann ich all diese Dinge so unter einen Hut bringen damit es auch noch Spaß macht.
Ich bin ein Workaholic und brauche mehrere Dinge auf einmal…sonst werde ich krank. :)

MW: Die Fotografie ermöglicht dem Fotografen, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Was machst du, wenn du mal in einem „Kreativloch“ steckst?
CH: Ich mach eine Pause. Das hilft mir am Meisten. Einfach mal ne kleine Auszeit. Tage/Wochen. Dann kommt der Punkt auch wieder wo man sich drauf freut, kreativ wird und das Feuer brennt dann wieder. Das soll aber kein Pauschalrezept sein.

SlaveMW: Gab es schonmal den Punkt an dem du am Liebsten aufgehört hättest zu fotografieren? Wenn ja wieso und was hast du dagegen gemacht?
CH: Diesen Punkt hatte ich noch nicht. Ich finde es sehr anstrengend wenn Personen Dinge über mich verbreiten, die nicht stimmen. Das sind Phasen die viel Kraft kosten. Aber ich würde deswegen nicht die Lust verlieren. Im Gegenteil. :)

MW: Gibt es etwas, dass du unbedingt noch fotografieren möchtest, aber noch nicht die Möglichkeit dazu hattest?
CH: Ich hatte schon viele Anfragen, die ich nicht machen konnte. Aus Zeitgründen. Das ist ärgerlich und da wünsche ich mir, dass ich eines Tages mal genau diese Jobs machen kann.
Prominente Personen in meinem Stil ablichten ist das, was ich mal gerne intensiver angehen möchte.

MW: Dein eigener Favorit unter deinen Bildern?
CH: Im Moment ist es „Slave“. Ein Bild das mich selbst umhaut!
Aber das wechselt auch häufig.

MW: Soweit mir bekannt, arbeitest du an einem 24″ iMac. Also ein glossy Monitor. Hat es einen Grund, wieso du kein mattes Display, bzw. einen anderen externen Monitor hast? Zum Beispiel ein EIZO oder das 30″ Cinema Display?
CH: Das werde ich oft gefragt. Der Grund ist denke ich … es reicht mir.
Im Moment fotografiere ich auch mit einer Canon 5D und dem Kitobjektiv sowie einer Festbrennweite für 99 Euro. Finde das für 90% der Jobs völlig ausreichend.

BlondiMW: Wo siehst du dich in einem Jahr?
CH: An dem Punkt wo ich jetzt auch bin. Eventuell mehr in der intenationalen Schiene, da ich in den nächsten Monaten meine erste englische DVD auf den Markt bringen werde.
Aber in 2 bis 3 Jahren sehe ich mich woanders.
Aber das ist im Moment noch nicht reif um es zu erwähnen. :)

MW: Welchen Tipp kannst du angehenden Fotografen/Photoshopkünstlern mit auf den Weg geben?
CH: Man sollte sich festlegen wo man hin will und sein Ziel/seinen Traum verfolgen. Das Glück und die Zufälle herausfordern. Ehrgeizig sein und auch den Mut haben sein eigenes Ding durchzuziehen.
Manchmal muss man auch mal gegen den Strom schwimmen um an die Quelle zu kommen.

MW: Ich danke Dir für deine Zeit, Calvin und deine schnelle Zusage zu diesem Interview. Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute und vielleicht trifft man sich ja mal irgendwo im echten Leben. Würde mich sehr freuen.
CH: Ich habe zu danken.

Calvin im Netz:

Und für alle, die noch nicht genug haben, hier noch der aktuelle Showreel von Calvin:

Veröffentlicht am Dienstag, 17. November 2009

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