Tipps für’s Fotografieren im Winter/Schnee

schnee

So langsam ist es soweit und die kalte Jahreszeit bricht an, der Winter. Hier in Hamburg war die Temperatur zwischenzeitlich schon in den Minusgraden. Ich persönliche finde das gar nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Viel schöner als diese elendigen 5° wo es doch nur regnet und eklig draußen ist.
Ich möchte euch hier nun ein paar Tipps mit auf den Weg geben, die euch hoffentlich beim winterlichen Fotografieren helfen werden.

Die Kleidung

Generell bei einer Fototour in der freien Natur ist natürlich warme Kleidung wichtig. Das klingt jetzt banal und irgendwie logisch. Doch man unterschätzt das Wetter oft. Solange man noch umherläuft ist auch noch alles okay, aber sobald man dann mal die Kamera aufs Stativ setzt und beginnt zu Stehen oder zu Hocken und nicht mehr in Bewegung ist, wird es doch schnell kalt. Hier ruhig mal ne lange Unterhose anziehen, auch wenn es noch so uncool ist. Sieht ja keiner. ;)

Die Akkus

Akkus verlieren bei Kälte erheblich schneller ihre Leistung und sind somit schneller leer. Es empfiehlt sich daher die Akkus vor jeder Fototour komplett aufzuladen (eigentlich auch vor jeder bei warmen Temperaturen…) und zusätzlich Reserveakkus mitzunehmen und diese irgendwo dicht am Körper aufzubewahren, zum Beispiel in der Hosentasche, damit sie möglichst warm gehalten werden und sich nicht so schnell entladen.

Kondenswasser

Wenn ihr dann von eurer Fototour in der Kälte zurückkommt, wollt ihr sicher sofort die Bilder auf den Computer laden und sie begutachten und eventuell gleich bearbeiten. Hierbei solltet ihr unbedingt auf ein Kartenlesegerät zugreifen und nicht direkt die Kamera ins warme Zimmer bringen. Lasst die Kamera besser erstmal bei mittlerer Temperatur in eurer Fototasche zum Beispiel im Flur stehen damit sich kein Kondenswasser bildet und die Kamera (die Elektronik) keinen Schaden nimmt.
Objektive solltet ihr ebenfalls erst nach Aufwärmen der Kamera wechseln um ein Anlaufen des Chips zu vermeiden.

Belichtung anpassen

Die schöne weiße Schneelandschaft ist für eure Kamera im Grunde nur eine große weiße Fläsche. Diese reflektiert das Licht sehr stark, was dazu führt, dass der automatische Belichtungsmesser die Lichtstimmung falsch interpretiert und die Kamera somit zu kurz belichtet. Dieser Unterbelichtung sollte man mit einer manuellen Belichtungskorrektur (z.B. +1EV) entgegenwirken. Natürlich nur im gesunden Maße, was heißt, dass noch etwas Zeichnung im Schnee zu erkennen sein sollte. So verhindert man einen unschönen Grauschleier im Bild.
Alternativ zur manuellen Belichtungskorrektur kann man auch die Blende weiter zu öffnen (die Blendenzahl wird kleiner) und die Belichtungszeit beizubehalten. So gelangt mehr Licht auf den Sensor und auch hier ist das Ergebnis ein helleres Bild.
Die dritte Möglichkeit wäre, den ISO Wert verringern, falls das noch möglich ist. Zum Beispiel entspricht ein Sprung von ISO 100 auf ISO 50 einer Verdopplung des Lichteinfalls. Das bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass die Lichtempfindlichkeit des Films verringert wird, was zur Folge hat, dass die Kamera länger belichten muss und das Bild dadurch logischerweise heller wird.

Ich hoffe, ich konnte euch fotografisch schonmal ein bisschen auf die kommende, hoffentlich weiße, Winterzeit vorbereiten.

UPDATE

Martin Hülle hat auch gerade über Fotografie in eisiger Kälte berichtet. Gibt es im Freiluft-Blog zu lesen. Hier entlang.

Veröffentlicht am Mittwoch, 16. Dezember 2009 | Kommentieren

Kommentare

  1. Hallo Martin,

    gestern ist im Freiluft Blog auch ein Gastbeitrag von mir mit „Tipps zur Fotografie auf Wintertouren“ erschienen. Darin gehe ich vor allem auf die Auswirkungen der Kälte hinsichtlich der Energieversorgung und des Kondensproblems noch tiefer ein.

    Allerdings geht es dort auch um richtig kalt – und nicht nur um die paar Minusgrade, die wir gerade hier in Deutschland haben :-)

    Für alle, die es interessiert: http://www.freiluft-blog.de/2009/12/tipps-zur-fotografie-auf-wintertouren/

    Beste Grüsse, Martin

  2. Hallo Martin, ein guter Artikel wieder mal!

    Eine kleine Anmerkung:

    Die dritte Möglichkeit wäre, den ISO Wert verringern, falls das noch möglich ist. Zum Beispiel entspricht ein Sprung von ISO 100 auf ISO 50 einer Verdopplung des Lichteinfalls. Das bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass die Lichtempfindlichkeit des Films verringert wird, was zur Folge hat, dass die Kamera länger belichten muss und das Bild dadurch logischerweise heller wird.

    Das ist so dargestellt allerdings etwas irreführend. Wenn Du unter Beibehaltung der anderen Parameter (Zeit/Blende) die Empfindlichkeit von 100 auf 50 ISO verringerst, dann nimmt der Chip weniger Licht auf, das Bild wird dunkler. Wenn die Kamera in diesem Fall länger belichten soll, so wie Du schreibst, muss die Kamera auf Zeitautomatik gestellt werden, dann verdoppelt sich die Zeit, das Bild bleibt in diesem Fall allerdings gleich hell.

    Anfänger und alle, die einen der Automatik-Modi ihrer Kamera benutzen sollten daher lieber auf die manuelle Belichtungskorrektur (i.d.R. mit +/- in der Kamera einstellbar) zurückgreifen und im Schnee mit +1EV überbelichten.

  3. Hi, ich interessiere mich für deine Tipps auch, da ich neulich an der Ostsee Pics gemacht habe, wobei es schon recht kalt und windig war. Ich bin sicher ein Anfänger, was digitale Fotografie betrifft und muss noch immense Erfahrungen sammeln.

    Aber es war gut zu wissen das mit dem Kondenswasser und mit der Belichtung bei den schneebedeckten Bildern. Immerhin ist hier in Rostock auch schon an vielen Orten und Plätzen ne Menge Schnee im Vordergrund.

  4. Hi,

    coole Tipps. Habe dieses Jahr bei meinen Winterwanderungen auch schon jede Menge fotos gemacht.. allerdings immer nur mit einer kleinen kompakt Kamera.. Mehr will ich da einfach nicht mitschleppen. Daher halten sich die Einstellungsmöglichkeiten auch im Rahmen – aber ich finde persönlich dass die Bilder teilweise doch schon den ein oder anderen netten Augenblick eingefangen haben…wenn auch leider auf einer nicht so hohen Qualität.

    Gruß Xandi

  5. Ganz prima erklärt wie lange eine Kamera beschlagen kann. Ergänzend zu den Belichtungstipps könnte man noch erwähnen – 2 deckungsgleiche Aufnahmen, unterschiedlich belichtet und sie dann gemeinsam verarbeiten. Bringt tollen Ausgleich der Kontraste.

  6. Hallo zusammen, vielen Dank für deinen coolen Post und deine hilfreichen Tipps fürs Fotografieren im Winter. Das muss ich unbedingt mal ausprobieren. Fotografieren ist ein großes Hobby von mir, welches mir super viel Spaß macht. Dennoch möchte ich meiner Mutter ein professionelles Fotoshooting schenken. Auf der Suche nach einem Fotograf bin ich auf diese Seite gestoßen: http://www.studiowaelder.com/

    LG Nadine

  7. Guten Tag, vielen Dank für diese tollen Tipps. Da ich im Winter in die Berge fahren werde zum Skifahren, kommen die hier genannten Tipps gerade recht. Ich finde es immer wieder schade, von einem Urlaub zu kommen und Fotos zu haben, die entweder schlechte Lichtverhältnisse haben oder einfach nur verschwommen sind. Auf der Suche nach einem Hotel bin ich auf folgende Seite gestoßen. Vielleicht findet sie der eine oder andere auch interessant.

    Viele Grüße Jonas

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