Wie man andere Menschen beim Fotografieren ignoriert.

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Sollte man nicht gerade alleine in einer entlegenen Gegend unterwegs sein und Landschaftsfotos machen, ist man doch immer wieder damit konfrontiert, dass andere Menschen um einen herum sind, wenn man fotografiert. Für manche eine echte Hemmschwelle beim Fotografieren.

Egal ob man Portraitfotos von einem Model macht oder einfach nur in der Stadt umherläuft und schöne Motive sucht. Man ist nur selten alleine mit der Kamera (und dem Model).
Mir ging es bisher schon oft so, dass ich ein Motiv gesehen habe und mir dachte, hey, das sieht bestimmt aus der Froschperspektive gut aus. Dann schaute ich mich kurz um und sah einige Spaziergänger. In dem Moment hatte ich für mich nur noch die Wahl, vorbeigehen und die Bildmöglichkeit liegen lassen oder abwarten bis die Leute weg sind.

Aber es gibt natürlich noch die dritte und einzig richtige Wahl.
Die ganzen Menschen einfach ignorieren und das eigene Ding machen. Aber natürlich fällt das nicht jedem leicht, die Welt um sich herum auszublenden und einfach zu tun was man will. Sei es Scham, Unsicherheit oder irgendwas anderes.

Ich bin der Meinung man sollte dagegen ankämpfen, da man so viele tolle Fotomöglichkeiten verpasst und das ist wirklich schade. Mein Tipp um dem Problem entgegen zu wirken ist folgender:

Musik. Nehmt den mp3 Player eurer Wahl, packt eure Lieblingsmusik drauf, steckt euch die Stöpsel in die Ohren und los geht’s. So seid ihr noch ein wenig mehr in eurer eigenen Welt, vielleicht sogar inspiriert von der Musik und vergesst außerdem die Menschen um euch herum. Mir hilft das vor allem, da ich die Leute nicht höre und so oft einfach nicht bemerke. Sollten sie mir dann doch auffallen ist es schon zu spät noch den Rückzieher zu machen.

Das übt und es ist ein tolles Gefühl einfach jedes Foto zu machen, das vor eurem inneren Auge ist. Wenn ihr zu Hause ankommt und die Bilder sichtet werdet ihr Stolz auf euch sein, dass ihr den Schritt gemacht und euere Vision eines Bildes umgesetzt habt. Ich bin sicher so entstehen tolle und einzigartige Fotos, die euch sonst entgangen wären.

Viel Erfolg mit der Musikmethode!

Habt ihr vielleicht noch andere Methoden um die Menschen um euch herum beim Fotografieren auszublenden?

Veröffentlicht am Donnerstag, 21. Januar 2010 | Kommentieren

Kommentare

  1. Habe das auch schon öfter erlebt. Manchmal wird man auch angesprochen oder doof angeguckt. Manchmal will man sich einfach auf den Boden schmeißen und das Motiv aufnehmen. In Zukunft werde ich mir an dir ein Beispiel nehmen (sobald ich wieder eine Kamera habe. Meine wurde mir am Dienstag gestohlen…)

    Im letzten Jahr war ich Sonntag-Morgens im verschneiten Feld unterwegs. Eine Frau ging dann doch Gassi mit ihrem Hund. Als ich die Stadt von dem hügeligen Gelände fotografierte sprach sie mich an: „Was fotografieren Sie denn?“ -„Die Landschaft.“ -„Wieso?“ -„Wegen des Schnees, sieht doch schön aus.“ -„Was ist denn hier schön?“

    Naja…usw. Schon seltsam manchmal, diese Zaungäste.

  2. Bester Artikeltitel dieses Jahres.

    Ãœbrigens ist es am tollsten, wenn die Zaungäste keine Passanten sind, sondern Polizeibeamte, die dann gleich die Bilder sehen und evtl. löschen wollen. Ja, das ist immer ein Quell des Entzückens.

  3. Hab ich zum ersten Mal in Athen so gemacht, dort allerdings mehr wegen recht aufdringlichen Straßenhändlern, die einen dann in Ruhe lassen. Ist Tatsache aber ziemlich hilfreich.

  4. Mir ist es meistens egal. Meistens schauen die Leute eher interessiert, was der Spinner da so treibt. Zumindest deute ich das so.

    Die Geschichte mit den Polizisten hatte ich auch schon. Denen ich mehrfach versichern musste, nicht sie sondern das Riesenrad hinter ihnen zu fotografieren. Inklusive Beweisfoto, auf dem sie nicht zu sehen waren. Dafür durfte ich im Anschluß bei rot über die Ampel gehen. ;)

    Man sollte sich in meinen Augen einfach nicht so viele Gedanken machen, was andere denken.

  5. Gerade bei Portraits wird es schwer mit der Musikmethode, da hilft einfach konzentrieren. Hatte das Problem jetzt schon zwei mal. Einmal in einem Kaufhaus, mit Genehmigung, bei welcher die Besucher zum einen aber auch die Angestellten die ganze Zeit guckten ob wir ja nichts verrücken oder kaputt machen. Das nervte sehr, zudem war das Licht alles andere als Toll, deswegen sind wir dort auch gar nicht lange gewesen.

    Anderes Ereignis war an der Walhalla. (Shooting von Anna und Anna in Flickr). Dort haben uns in Stoßzeiten zwischen 20-30 Leute zugesehen. Und sind ins Bild gelaufen usw. Das nervte aber mit Konzentration geht das. Haben uns dann irgendwann auch einen etwas abseits liegenderen Ort gesucht, wo nicht ganz so viele Zuschauer waren. Aber Konzentration ist am wichtigsten. Solange die nicht besteht werden die Bilder nichts…

  6. Ja den Tipp nutze ich auch, da es mir auch manchmal auf die Nerven geht, wenn mich so viele beobachten. Aber so ist das eben: Wie du schon sags. Augen zu und durch oder das tollste Foto der Welt sich engehen lassen. :-D

  7. Moin Martin,

    ich finds Klasse das du das Thema ansprichst. Ich kann mir gut vorstellen das manch einer denkt er wäre der Einzige mit diesem Problem. :)

    Das sind die puren Hemmungen die man versuchen sollte abzulegen. Ich würd glatt mal meinen das jeder 2. drüber nachdenkt was die Anderen über einen selber denken. Das kann zum echten Problem werden … besser kann man es nicht formulieren: „Macht Euer eigenes Ding!“

  8. Das Problem kenn ich auch. Mache das schon seit längerem so mit der Musikmethode. Hier in Einbeck ( Kleinstadt) funktioniert das auch ziemlich gut. Zumal hört man dann ja auch nicht so die Leute, die einen vollquatschen ;)

  9. Hallo, ja, das ist wohl wahr, dass sobald die Cam draussen ist, schaut sicherlich jemand zu. Aber das kann man nicht ändern und bei gutem Stadtwetter sind nun mal Haufen Menschen vorort.

    Ich bin auch der Ansicht einiger Vorredner hier zum Post, dass man es vll. mit der Zeit lernen sollte, die Fans einfach zu übersehen und nur mit dem Motiv und der Kamera beschäftigt sein. Bloss nicht zeigen, dass man sich beobachtet fühlt, sonst wird man indirekt durcheinander gebracht und Konzentration ist doch schon mal alles.

  10. Das wollte ich auch schon die ganze Zeit mal ausprobieren. Ich kann mich nie so wirklich gehen lassen, wenn ich draußen unter Menschen mit der Kamera bin. Da entgehen mir so oft gute Fotos und wenn ich wieder zuhause bin, bin ich frustriert.

    Aber beim nächsten Versuch ist der iPod mit dabei und jede Menge Musik.

  11. Der Tipp ist auf jeden Fall sehr, sehr gut (probiere ich auch mal aus). Ich finde diese Blicke immer wieder doch sehr seltsam. Ist es so komisch, wenn man eine Blume oder ähnliches fotografiert?

  12. guter tip! ich bin neulich von mir selbst darauf geommen, als ich zum ersten mal in meinem leben ein hörbuch geört habe im planten un bloomen. ich war sowas von entspannt, blieb mal hier, mmal da stehen und kuckte nach den richtigen 8od. spannenden) lichtverhältnissen und nach dem einen oder anderen blümchen. die leute um mich herum habe ich kaum wahrgenommen (waren da überhaupt welche am ersten sonnigen märz-sonntag? ggg).

  13. Genau meine Methode. Ich bin einfach zu alt, um mich darum zu scheren, was andere davon denken könnten wie ich Fotos mache. So liege ich auch gerne mal rücklings auf dem Boden oder auf dem Bauch mitten auf dem Münchner Marienplatz.

    Auch meine bessere Hälfte hat sich derweil dran gewöhnt. Sie mag ja die Bilder, die dabei herauskommen.

    Ich amüsiere mich umgekehrt eher über die Leute mit teurem VF-Equipment, die alles einfach stehend ablichten, halte dazu aber meine Klappe und freue mich, dass ich die Möglichkeit habe, andere Perspektiven einzufangen.

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