Die Liebe Fotografie

Als ich vorgestern Abend zum ersten Mal ein Konzert fotografiert habe ist mir ein Licht aufgegangen. Und zwar ist mir klar geworden, dass ich nicht auf ein besonderes Genre der Fotografie eingeschossen bin. Natürlich habe ich Favoriten und diese kristallisieren sich auch immer mehr raus, aber insgesamt habe ich eine Liebe für die Fotografie.

Egal ob ich eine Hochzeit fotografiere, auf einer privaten Party Schnappschüsse mache, ein Konzert fotografiere, Stills einer Paprika schiesse, mich für MotoCross-Fotos dreckig mache oder alleine auf Fototour durch Stadt oder Land bin, sobald ich die ersten zwei, drei Fotos gemacht habe, ist es um mich geschehen und ich bin voll drin. Mit jedem Auslöserdrücken will ich dann nichts anderes mehr als ein immer besseres Foto machen, bis die Karte voll ist. Ich vergesse auch einfach alles um mich herum und werde von Minute zu Minute mutiger. Ich liege halb auf dem Boden oder klettere auf Stühle, mache Fotos von absurden Dingen oder traue mich näher an Menschen heran (Close Up Portrait mit 50mm am Vollformat).Wie sagte Steffen so schön zu mir (sinngemäß): „Den Leuten nahe zu kommen ist mir nicht unangenehm, nach der Hochzeit keine guten Fotos von der Feier und den Menschen zu haben, wäre es schon.“ Das hat mir sehr geholfen und ich denke immer wieder daran, wenn ich mal wieder etwas Absurdes vollbringe um ein Foto zu machen, dass in meinem Kopf vielleicht etwas besonderes sein könnte. Natürlich ist es das nicht immer. ;)

Aber ich drifte ab. Was ich eigentlich nur sagen wollte, ist, dass ich die Fotografie liebe. Nicht „Landschaftsfotografie“ oder „Konzertfotografie“ oder „Whateverfotografie“ im Speziellen. Ich liebe es eine Kamera in der Hand zu halten und die Welt für einen Augenblick so an- und fest zu halten wie ich sie sehe. Und dieses Gefühl habe ich jedes Mal aufs Neue. Ich will fast schon sagen von Mal zu Mal immer mehr.

Und trotzdem versuche ich mein(e) Genre zu finden um irgendwann darin auch wirklich richtig gut zu sein.

Nun genug geschwafelt. Aber ich wollte das einfach mal los werden.

Veröffentlicht am Samstag, 16. Oktober 2010

Kommentare

  1. Sehr schöner Beitrag Martin! Kann dir nur beipflichten. Wenn ich zb. nur ein paar Minuten Zeit habe und dann wieder los muss greife ich trotzdem zur Kamera. Ab dem ersten Auslösen ist es eine Art „Droge“… dann werden aus den 10 Minuten eben auch einmal 40! Ich denke genau diese Liebe/Passion braucht man auch um gut zu sein/bleiben/werden, noch lange bevor man sich spezialisiert. Wenn der Reiz nicht da ist auf Stühle zu steigen, jede freie Minute zu nutzen o.ä dann werde ich auch mit großer Wahrscheinlichkeit in meinem „Spezialgebiet“ nicht allzuweit kommen. Im Kopf hat sich bei mir schon ein recht genaues Abbild von dem manifestiert was ich gerne als Hauptgebiet schießen würde aber aus verschiedensten Gründen erfreue ich mich derzeit noch der Genrefreien Fotografie :-) Und zufrieden bin ich damit auch!

    Gruß, MatthiasJG

  2. Schöner Artikel. Ich bin mir sicher, du wirst den Bereich finden, der dir am meisten Spass bringt und wo du dich am wohlsten fühlst. Aus meiner Erfahrung hat man immer wieder Phasen, in denen man seinen Fokus auf einen Bereich legt, aber man soll sich nicht verschliessen auch immer mal wieder neues zu probieren. Bei mir war es anfangs nur Konzertfotografie, dann hatte ich eine Zeit lang daran kein Interesse mehr und jetzt wächst es wieder. Was ich damit sagen will, nur wenn man sich in vielen Dingen versucht wird man auch in einem richtig gut, denk ich.

  3. hallo martin,

    ich denke mal, es wird nicht nur dir so gehen, du sprichst mit diesem artikel vielen leuten aus der seele.

    du solltest nicht nach einem genre suchen, mache weiter wie bisher und folge deinem bauchgefühl, dann wird das passende genre dich finden.

    lg appel

  4. Hey Martin,

    das du Spaß am Fotografieren hast, sieht man an den Bildern, die du hier im Blog immer mal wieder veröffentlichst. Genau das was du jetzt in einem Text ausgedrückt hast, habe ich mir schon oft gedacht als ich deine Bilder (oder auch Bilder von anderen Fotografen) gesehen habe. Man sieht es einfach auf den ersten Blick ob jemand Spaß an seiner Arbeit hat oder ob er einfach nur Fotos macht. Welcher Bereich oder welche Art der Fotos spielt dabei eigentlich keine große Rolle, solange es dir weiterhin Spaß macht und schöne Bilder dabei raus kommen.

    Grüße, Backspin

  5. Selbst dann, wenn man sich einmal auf wenige Themen spezialisieren sollte (was zumindest meist dann der Fall ist, wenn man die Fotografie professionell betreibt), heißt das ja nicht auch, dass man dann alle anderen Bereiche ausklammert. Ãœber den Tellerrand zu schauen und weiterhin unterschiedlichste Dinge zu fotografieren ist nur gut, um sich weiter zu entwickeln und Sachen auszuprobieren, die man dann auch auf seine „Favoriten“ anwenden kann.