Mein (subjektives) Review des EIZO CG245W

Einige von euch haben sicher schon über Twitter mitbekommen, dass ich und ein paar andere Blogger den Profimonitor EIZO CG245W zum Testen bekommen haben. Und bevor ihr neidisch werdet, nein, wir dürfen die Geräte nicht behalten. Es sind Testgeräte, die nach einem vereinbarten Zeitraum ganz normal wieder zurück geschickt werden.

Ich möchte gleich am Anfang sagen, dass mein Review subjektiv ist. Ich habe weder eine perfekte Testumgebung, noch das Wissen dazu. Aber darum geht es auch gar nicht. Ich denke viele von euch halten sich auf ähnlichem Level auf wie ich und arbeiten mit ähnlichem Equipment. Und für die dürften meine Erfahrungen ganz sicher interessant sein. Hoffentlich aber auch für alle Anderen.

Los geht’s

Ich steige einfach mal direkt ein. Mein derzeitiger Arbeitsplatz ist ein iMac 27″ mit einem Glossy-Display. Nur damit schon mal klar ist, wer es hier mit wem aufnimmt.
Der EIZO ist ein 24″ Gerät mit matten Display und eingebautem Kalibrierungsgerät.

Meine Testumgebung bestand daraus, dass ich den EIZO an den iMac angeschlossen habe und ihn als zweiten Monitor laufen lassen habe. So war ein einfaches Vergleichen möglich. Gleich zu Beginn fällt auf, dass der iMac kontrastreicher und heller ist und das tiefere schwarz darstellt. Das mag schöner aussehen, ist aber nicht unbedingt realistischer und kommt natürlich das Glossy-Display. Außerdem ist die Darstellung des iMacs deutlich schärfer. Das hat natürlich zum Einen mit der Pixelgröße zu tun, die bei 27″ sehr klein ist und zum Anderen wohl auch dem Glossy-Display geschuldet ist. Ich muss ja gestehen, dass ich großer Fan der Apple-Glossy-Reihe bin. Ich weiß aber, dass es da auch ganz andere Ansichten gibt. Ihr dürft die in diesem Fall einfach mal für euch behalten. :)

Der EIZO bringt diese schnieken Seitenklappen mit, die übrigens für diesen Preis sehr klapprig sind, aber dafür sorgen, dass man durchaus konzentrierter arbeitet, da sie so eine Art “Tunnelblick” herauf beschwören. Sie halten außerdem wirklich gut Umgebungslicht ab, was man auch schön daran merkt, dass man bei sehr hellem Umgebungslicht noch gut arbeiten kann, wo man beim iMac aufgrund des Glossy-Displays schon eher Probleme bekommt.

Farben

Kommen wir aber zum wohl wichtigsten Punkt: Farben. Ich traue es mich ja kaum zu sagen, aber ich kann keine (wirklichen) Farbunterschiede erkennen.
Der EIZO ist frisch mit dem internen Messgerät kalibriert und der iMac ist, ich verstecke mich bei dieser Aussage besser mal, nicht kalibriert, bzw. nutzt das “iMac” Farbprofil. Ich konnte es selbst kaum glauben und habe deswegen den Mitbewohner noch mal dazu geholt und auch der konnte nichts erkennen. Also haben wir entweder beide ziemlich schlechte Augen oder es ist einfach wirklich so. Ich gehe mal von Letzterem aus. Das ist ein starkes Stück, wo ja der EIZO CG245W mit über 2.000 € mehr kostet als der komplette iMac.
Mich macht das allerdings sehr glücklich. Irgendwie. :)

Kalibrierung

Das interne Messgerät im EIZO ist super praktisch. Ãœber die Software Color Navigator wird einfach alles gesteuert; funktioniert super. Es kann auch ein Plan für automatische Kalibrierung angelegt werden. Habe ich zwar nicht getestet, klingt aber sehr praktisch. Bei allen anderen Bildschirmen braucht man ja immer noch ein extra Gerät und ist da wohl schnell mal zu faul eine regelmäßige Kalibrierung durchzuführen.

Ausleuchtung

Der EIZO ist sehr gleichmäßig ausgeleuchtet, wenn auch nicht zu 100% perfekt, doch besser als das Display des iMacs. Das war aber ob des Preises auch zu erwarten. Allerdings ist der Blickwinkel (recht/links) des CG245W nicht so wirklich weit. Da hätte ich mehr erwartet. Ein Problem ist das allerdings nicht.

Ergonomie

Hier punktet der EIZO in vollen Zügen. Die Höhe ist leicht zu verstellen, von ganz nah am Boden bis hoch über dem Kopf. Okay, das ist übertrieben, aber er lässt sich schon recht fahren. Auch Kippen lässt sich der Monitor, allerdings muss man da schon etwas Kraft aufwenden und sich trauen, was ich anfangs nicht tat. Man kann das Display außerdem im Hochformat nutzen. Das habe ich persönlich allerdings noch nie gebraucht und auch noch nie jemanden so arbeiten sehen. Leider gibt es keine Raste um den Bildschirm horizontal perfekt auszurichten, was immer wieder dazu führt, dass man nach justieren muss. Sehr schön ist außerdem der Fuß, der sehr schwer ist und damit für einen festen Halt sorgt und gleichzeitig innen ein Gewinde hat, was es ermöglicht den Monitor sehr leicht auf der Stelle zu drehen ohne Angst um den Tisch zu haben oder viel Kraft aufzuwenden. Das ist in einem Büro mit mehreren Leuten, denen man mal was zeigen will, durchaus sehr praktisch.
Hier kann der iMac nicht mithalten, er lässt sich lediglich kippen.

MEIN FAZIT

Der EIZO CG245W ist nach meinem Empfinden und Testen ein sehr guter Monitor, an dem es sehr angenehm ist den ganzen Tag zu arbeiten. Er ist farbtreu, soweit ich das beurteilen kann und super ergonomisch. Für meine Zwecke ist er jedoch eindeutig viel zu teuer, da ich mit dem iMac sehr gute Resultate erzeugen kann, die ich auch mit dem EIZO nicht verbessern kann. Ich vermute, für Leute im professionellen Druckbereich wird der EIZO durch flexiblere Kalibrierungsmöglichkeiten wohl besser geeignet sein. Da ich aber hauptsächlich für das Web arbeite, ist er für mich einfach nicht notwendig. Und wenn ich etwas drucke, reicht das iMac Display für meine Zwecke völlig aus. Außerdem möchte ich die Schärfe des iMacs nicht gegen subjektiv minimal bessere/genauere Farben eintauschen.

Danke an EIZO für die Möglichkeit den Monitor zu testen.
Ich bin jetzt außerdem sehr gespannt welche Erfahrungen die Kollegen Steffen, Christoph, Ronny, Michael, usw gemacht haben.


Kommentare

30 responses to “Mein (subjektives) Review des EIZO CG245W”

  1. Martin says:

    Normalerweise habe ich die Tastatur übrigens nicht neben dem Tablet liegen. Sah aber auf dem Foto so besser aus. :)

  2. lars says:

    Solltest Du ihn noch haben, vergleiche doch mal Farbtöne wie Magenta, kräftiges Grün und ggf. ein sattes Gelb. Meistens sieht man da die Fähigkeiten eines Wide-Gamut-Displays viel stärker (Geld bei RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung). Mit Pech ist aber auch alles auf sRGB eingestellt, dann ist der Vergleich für die Katz.

    Die geliebte Bougainvillea eignet sich dafür sehr schön. Sieht auf einem Wide-Gamut-Display ungefähr so aus wie in der Natur, erscheint auf einem eher mäßigen wie dem iPad hingegen nur flau rosa: http://transfer-failed.net/ext/2010-09-18_13-33-46_P1020780_2560.jpg

  3. lars says:

    “Geld” statt “Gelb” im Kontext der RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung war übrigens ein Freud’scher Vertipper… ;)

  4. Moritz says:

    Hmm, beim letzten Foto sieht man doch deutliche Farbunterschiede. Der Eizo wirkt viel wärmer (z.B. deutlich am einfarbigen Lightroom-Hintergrund zu sehen). Kommt das nur auf dem Foto so rüber?

    • Martin says:

      Jep, das liegt am Foto.

      • Moritz says:

        Alles klar. :) Ich hab nämlich die Erfahrung gemacht, dass nicht-kalibrierte Displays (vor allem von Laptops) durch die Kalibrierung (in meinem Fall mit nem Spyder 3) deutlich wärmere Farben produzieren. Der Unterschied bei meinem Laptop z.B. wirkt dann ungefähr so wie da auf dem letzen Foto. :)

        Sag mal, hast du nicht auch ein Macbook? Wie würdest du dessen Farben im Vergleich zu denen des iMac und des Eizo beurteilen?

        • Martin says:

          Ja, hab ich, habe ich aber nicht verglichen. Bin generell aber mit dem Display des MBP 13″ zufrieden. Hab auch schon eine ganze Reihe Fotos nur darauf bearbeitet. Aber ist halt ein Notebookbildschirm, klein und ganz sicher nicht so gut wie die beiden da oben. Und wenn doch. Tja, dann weiß ich auch nicht weiter. ^^

  5. Mmh, Du nutzt Deinen iMac unkalibriert … und das funktioniert?! Mein iMac – allerdings ein älterer mit mattem Display – wäre ohne Kalibrierung nicht zu gebrauchen. Kalibriert (mit Spyder 2) ist er aber sehr gut und die Farben stimmen auch mit gedruckten Bildern (Prints, Magazine) nahezu überein.

    • Martin says:

      Ich bin selbst etwas erstaunt. Ich hatte meinen damals kalibriert, den dann zurück geschickt, weil die Ecke viel zu hell waren. Dann den neuen bekommen und dann vergessen zu kalibrieren, weil ich ich dachte, iMac, haste ja schon. Seit dem nicht weiter drüber nachgedacht. Und voilà. Geht prima.

      • Moritz says:

        Hmm, du schreibst, du nutzt das “iMac”-Farbprofil? Ist das Display dann nicht sozusagen schon kalibriert (entsprechend Messungen, die die direkt bei Apple gemacht haben)? Ich hab z.B. beim Macbook Pro meiner Frau die Erfahrung gemacht, dass die Spyder-3-Kalibrierung da totalen Murks produziert. Das normale (Macbook-)Farbprofil produziert deutlich “bessere” Farben.

  6. Roland says:

    Was anderes. Ich glaub bei deinem Stuhl sind die Armlehnen verkehrt rum angeracht. Oder an meinem…

  7. Roitsch says:

    Achja, hättest du mal bei den elbdudler angefangen. Die haben nämlich einen schicken EIZO! :D

  8. Rasmus says:

    Meine Erfahrung (am Macbook) ist auch, dass die systeminternen Profile (damals sRGB) durchaus einen guten Job machen. Da ich ja doch relativ oft auch Bilder printe, war das schon recht relevant, allerdings war da oft eine leichte Verschiebung hin zu grün erkennbar in den Prints. Als dann für besseres Arbeiten einen externen Monitor drangehängt hab wurd es dann aber Zeit die mal zu kalibrieren, seitdem ist auch der Farbstich weg. :D Für die, die bei der Kalibrierung (auch mit Spyder 3) da vielleicht Murks bekommen haben wäre der Rat mal eher auf die natürliche Farbtemperatur des Monitors zu kalibirieren als auf einen festen Wert, wie etwa 5500K. Besonders bei Laptops ist der Farbbereich oft zu gering, als dass es diese zusätzliche Verschiebung noch gut verträgt.

  9. Nur so am Rande: ich stelle bei der Kalibrierung meines iMac mit dem Spyder 2 die Werte auf 6.500 Kelvin und ein Gamma von 2.2. Dann entspricht die Monitordarstellung Drucksachen nahezu 1:1 (wie weiter oben schon erwähnt Magazine und Prints).

  10. Florian says:

    Schönes Review. Finde das ja gut, wenn man einmal ein ehrliches und persönliches, dennoch professionelles Review liest.

    Ich hätte noch eine Frage, die Festplatte was bei dir am Schreibtisch steht, welche ist das?

    Grüße Flo

  11. Chun says:

    Wer teure Sachen benutzt, ist besonders wichtig. Sehe Businesskasper (Bully) :-)

  12. Sören says:

    Vielen Dank für den sehr ehrlichen und seriöusen Testbericht. Ich habe seit längerer Zeit überlegt mir den Eizo CG245 zu kaufen, doch war ich mir immer etwas unsicher… dein Bericht hat mich noch weiter von dem Bildschirm überzeugt, also werde ich es wohl wagen ;) danke.

  13. Sam says:

    Wenn Du beide Monitore an einem Rechner hast, wird das System vermutlich den kleineren der beiden Farbräume nehmen, um einen gemeinsamen Nenner zu haben (also sRGB statt AdobeRGB). Vom Wide-Gamut hast Du also wahrscheinlich schon mal durch den Parallelbetrieb nichts mehr (Vermutung, so gut kenn ich das MacOS nicht um sicher zu sein).

    Farbunterschiede und gerade Monitorqualität ist echt schwer zu sehen, das übt sich meist vor allem dadurch, dass man viel gedruckt hat – im Druck fallen falsche Farben immer viel deutlicher auf als auf Monitoren (warum auch immer), und dann wird man empfindlicher was die Monitoransicht angeht.

    Für Webbilder ist der Eizo sicher overkill, aber bei Printsachen möchte ich ihn echt nicht mehr missen (wobei ich nicht den CG245w hab).

  14. […] etwas irritiert, da man unterschiedliche Kräfte anwenden muß, um den Monitor einzurichten. Der Martin kann da ein Lied von singen Ich erwarte bei einem Gerät dieser Preisklasse, das sowas intuitiv […]

  15. […] wie auch Vertikal. Die Verstellung des Monitors geht bis auf den Kippmodus sehr leicht. Wie auch Martin, war ich Anfangs eher zurückhaltend in Sachen Kraftaufwand für die Verstellung.  In Sachen […]

  16. Marian says:

    Der Monitor ist absolut genial. Natürlich hat er einen stolzen Preis, aber die Farben sind unglaublich.

    Die Kombination mit dem Mac ist auch perfekt. Und ich sehe ein Wacom auf dem Schreibtisch :-) ?

    Die sind auch gut. ich habe aber nur das kleine Bamboo touch.

  17. Michael Hartmann says:

    Hallo zusammen,

    ich habe meinen Eizo CG245W mit einem Spyder3Elite kalibiert, erhalte aber interessanterweise ein deutlich anderes Ergebnis als bei unserem Eizo CG223W. Das Bild auf dem CG245W wirkt deutlich kühler und irgendwie weniger warm, sondern gelblicher. Aus diesem Grund habe ich unterschiedliche Einstellungen wählen müssen, um ein möglichst ähnliches Ergebnis zu erhalten:

    CG245W: – Native RGB Gamut – Helligkeit 150 cd – Farbtemperatur 5500 K – Gamma 1.8

    CG223W: – Native RGB Gamut – Helligkeit 120 cd – Farbtemperatur 6500 K – Gamma 1.8

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Welche Einstellungen verwendet ihr? Der CG245W hängt an einem MacPro und der CG223W an einem MacBook Pro. Kann es daran liegen? Eigentlich sollte es aber aufgrund der Hardware-Kalibrierung keine Rolle spielen.

    Wir machen sehr viel Print, aber auch viele Internetseiten, d. h. wir brauchen eine Lösung, die wir beide Bereiche gut funktioniert.

    Gruß Michael

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