Die Frage nach dem WAS.

Wenn ich eine gewisse Zeit, seien es ein paar Tage oder Wochen, nicht fotografiert habe, dann bekomme ich so ein Kribbeln in den Fingern. Ein Kribbeln, das mich zur Kamera greifen lässt.

Mir fehlt dann der Blick durch den Sucher, das Komponieren von Bildern und das Festhalten von Momenten.
Zwar betrachte ich meine Umgebung immer aufmerksam und sehe ständig Fotomöglichkeiten und halte sie, wenn möglich, auch mit dem iPhone fest, doch ist es trotzdem etwas anderes, wenn ich mit der 5D unterwegs bin, rein um Fotos zu schiessen.

Gerade ist es wieder soweit. Die Finger kribbeln und ich muss dringend Fotos machen. Jetzt war ich heute morgen auf dem Weg ins quote.fm Loft, hatte die Kamera dabei und wollte unbedingt auf den Auslöser drücken. Nur leider hatte ich einfach keine Idee wohin ich gehen könnte, was ich fotografieren könnte und einfach kein Thema, nichts. Kalt und nass war es zu allem Ãœberfluss auch noch.

Einfach irgendwas fotografieren funktioniert (meist) nicht. Ich brauche zumindest eine kleine Idee, worum es gehen soll, was ich machen will. Also bin ich, leicht deprimiert und mit einer handvoll witzloser Fotos, ganz normal am Schreibtisch gelandet. Hat wohl heute morgen noch nicht sein sollen.

Ich weiß auch gar nicht so genau warum ich das hier aufschreibe oder was ich damit sagen will. Irgendwie musste ich es einfach nur loswerden.

Veröffentlicht am Mittwoch, 26. Januar 2011

Kommentare

  1. Ach Martin…

    Ich glaub das kennt jeder der sich (ernsthaft) mit der Fotografie beschäftigt.

    Aber weißt Du was…Zu mindestens ich finde das sogar gut… Wenn man ’ne Zeit lang bloß rum knipst oder eventuell -wie in Deinem Fall- mal eine gewisse Zeit gar nicht fotografiert…Anschließend löst sich der Knoten und es ist ein wunderbares Gefühl wenn man einen Menschen/ein Haus/einen Baum/whatever knipst und merkt wie selbst das trivialste Bild ein Lächeln aufs eigene Gesicht zaubert.

    Ohne dem wöllte ich gar nicht mehr fotografieren… Wenn Dir irgendwann dieses Gefühl verloren geht…auch mal mit „Durststrecken“ klar zu kommen…dann wird die Fotografie beliebig und ersetzbar.

    Daher… Selbst wenn heute noch nicht der Knoten geplatzt ist…Irgendwann wird er…Und dann fühlt es sich umso schöner an !

  2. Das kenn‘ ich nur zu gut. Aber bei mir ist es neulich zwei mal hintereinander so gewesen, dass ich loszog um Fotos zu machen. Ich wusste auch recht genau, was ich machen wollte. Also ging ich vor einer Woche früh morgens los um Bushaltestellen zu fotografieren. Aber irgendwie klappte das nicht so recht. Aber der Zufall wollte es so, dass ich trotzdem Fotos zustande brachte, die mich zufrieden stellten. Ich spreche von der „Der Morgen macht den Tag“ – Serie Und zwei Tage später wollte ich Architektur fotografieren. Ein helles Gebäude, mit viel Glas und Treppen. Aber auch da hatte ich keine rechte Idee. Aber wieder wollte es der Zufall, dass direkt vor einem riesigem Fenster ein Tisch mit Stühlen stand, der als Motiv herhalten musste. Auch die Fotos haben mich zufrieden gestellt. Was ich damit eigentlich sagen will ist: Verlier nicht den Mut. Mach weiter. Auch wenn du vielleicht mal denkst, dass es nicht so richtig klappen will, ist vielleicht ein anderes Foto drin. Also immer die Augen offen halten.

  3. Aber das ist doch ein bekanntes Fotografenproblem: Mal mag man nicht und dann hat man wieder Lust – und dann weiß man nicht, was. Man muss dann einfach ruhig bleiben und irgendwas kommt etwas. (Oder Du beginnst einfach eine Langzeitserie.)

  4. Danke für eure Kommentare. Stimme euch zu und ich verzage so schnell auch nicht. Kenne das Problem ja auch schon seit längerer Zeit. Das Wichtige ist: Einfach immer weiter machen.

  5. Du sprichst mir aus der Seele – auch ich kenne dieses Problem nur zu geht und habe letzte Woche eine längere „Durststrecke“ überwunden :)

    Auf dem Weg zur Arbeit hielt ich immer wieder ausschau nach interessanten Dingen, die ich fotografieren könnte – plötzlich packte mich die Idee, eine kleine Müllkübel-Serie zu schießen ;)

    Naja, und am Samstag steht wohl mein erstes Shooting mit einem anderen Model als meiner Frau an freu

    1. „Naja, und am Samstag steht wohl mein erstes Shooting mit einem anderen Model als meiner Frau an freu“ – wenn das, die liebe frau liest… ;-)

  6. Ich kenne das sehr gut. Wie oft kommt man Heim ohne ein Bild im Kasten. Was mir immer gut hilft ist es einfach Bilder anderer Fotografen zu betrachten und zu versuchen die eigene Inspiration wieder an zu kurbeln. Manchmal fehlt nur die zündende Idee oder die richtige Lockerheit und Freiheit im Kopf.

  7. also, ich kann das mit der durststrecke gerade auch sehr gut nachempfinden. meine kamera ist seit einer woche in der reparatur und ich werd langsam verrückt ohne mein baby. freue mich aber umso mehr darauf, sie endlich wieder zu haben und wieder auf die jagd zu gehen!

  8. Geht mir ganz oft gleich. Bei mir ist das noch ein klein bisschen blöder, ich komme oft erst um 18 Uhr nach Hause, in der früh bin ich schon um 6 Uhr draußen – in die Schule. Da bleibt eigentlich nur noch das Wochenende, an dem man vielleicht noch lernen muss. Es ist ein Teufelskreis :(

  9. Ohja, dieses Gefühl kenne ih nur zu gut. Meistens kommt es bei mir schon nach zwei Tagen. Wie die arme Kamera da so unbenutzt im Schrank steht, das kann ich kaum mit ansehen. Und weil es mir schon oft ging wie dir und ich draußen nichts interessantes oder neues fand, geht es mir hinterher nicht gerade besser. Eine zeitlang hab ich das Verlangen einfach nicht beachtet. M ittlerweile habe ich mir eine Locationliste gemacht. Jedes mal wenn ich etwas tolles zu sehen bekomme, fotografiere ich es, wie du auch, mit dem iPhone und kann auch der Karte genau nachvollziehen wo es war. Wenn ich dann wieder dieses Kribbeln empfinde, schaue ich kurz auf meine Liste und mache mich gezielt auf den weg. Meistens bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden und kann mich beruhigt um andere Dinge kümmern :)

  10. Das Phänomen ist durchaus bekannt, ich werde auch regelmässig von dieser heimtückischen Fotografenkrankheit heimgesucht. Das Schlimmste was man dagegen machen kann ist, einfach ziellos durch die Gegend zu fahren, selten findet man dann das, wonach man sucht und der Frust steigert sich noch mehr. Wenn mich diese Unruhe packt überlege ich mir ein bis zwei Themen oder überlege mir ein ganz konkretes Ziel …

  11. Ich kann zwar nicht fotografieren, würde aber einen Ortswechsel vorschlagen. Einfach ein Busticket kaufen und in einen Ort fahren, wo du noch nicht warst. Muss ja gar nicht groß sein. Aber vielleicht hilfts!