Meine Gedanken zu Ricoh GR Digital III VS Finepix X100

Das ist sie, meine neue „immer-dabei-Kamera“, die Ricoh GR Digital III. Naja, sie ist noch nicht da, aber bestellt ist sie.
Einige von euch werden sich jetzt sicher fragen wieso ich nicht auf die Finepix X100 gewartet habe, auf die ich doch so heiß war, und im Gegenzug der Ricoh den Vorzug gegeben habe.

Zwei Gründe: Zum Einen ist die Ricoh deutlich kleiner – sie ist eine wirkliche Jackentaschenkamera, die im gleichen Zug auch sehr leicht ist – und zum Anderen ist sie deutlich günstiger, nämlich ganze 400€.

Was ich eigentlich schon seit längerem suche, ist eine Kamera, die ich jeden Tag überall mit hinnehmen kann, deren Bildqualität besser als die des iPhones ist, die mir außerdem das Einstellen von Blende, ISO, etc ermöglicht und im besten Fall sogar RAW Dateien produziert. Sie soll eben nicht nur für Schnappschüsse gut sein, sondern auch wirklich gute Fotos ermöglichen.

Die Ricoh GR Digital III ist, so hoffe und habe ich mir sagen lassen, genau das. Leicht, schnell, hervorragende Bildqualität, preiswert. Außerdem hat sie eine Offenblende von 1.9 und ein sehr gutes Rauschverhalten. Welche Kompaktkamera kann das schon von sich behaupten?
Die X100 dagegen mag sicher qualitativ hochwertige Fotos machen und wirklich toll aussehen, ist aber für meine Zwecke einfach zu groß und unhandlich. Ein Kauf wäre, so muss ich mir doch selbst eingestehen, zu einem großen Teil aus dem Wunsch heraus entstanden, eine Leica-ähnliche Kamera zu besitzen und zu benutzen. Aber sind wir doch mal ehrlich, die X100 ist keine echte Messucherkamera und hat mit einer echten Leica nichts zu tun. Wir könnten an dieser Stelle jetzt über Sinn und Unsinn der M9 und ihrem Preis diskutieren, machen wir aber nicht.
Fakt ist, X100 != M9 und zudem für mich nicht das richtige Gerät. Was nicht heißt, dass ich sie nicht nach wie vor ziemlich anziehend finde.

Einziges Manko der Ricoh ist der fehlende Sucher. Ich hatte mir eigentlich mal gesagt, ich will keine Kamera mehr ohne Sucher, aber in diesem Fall mache ich gerne eine Ausnahme und lasse mich davon überzeugen, dass man auch so gute Bilder machen kann. Durch das iPhone ist das auf den Bildschirm gucken beim fotografieren ja auch nicht völlig fremd.

Letztlich haben mich auch die lückenlose positiven Meinungen zur Ricoh überzeugt.
Ich erhoffe mir, dass ich durch diese neue Kamera wieder mehr Fotos mache. Sei es im Alltag oder geplant.

Mehr zur Ricoh GR Digital III und meinen ersten Erfahrungen mit ihr, sobald ich was dazu sagen kann.

Veröffentlicht am Mittwoch, 23. Februar 2011

Kommentare

  1. So ’ne Kamera ist generell ne gute und nette Idee. Für mich allerdings hier absolutes Ausschlusskriterium: ein 1/1.7″ Sensor. Der Sensor ist derart klein, dass dir bzgl. Freistellung auch die Blende 1.9 nicht mehr viel bringt. 7.6 x 5.7mm um genau zu sein. Winzig. :-/ Solange Kompaktkameras (was ja auch logisch ist…) weiterhin auf diese winzigen Sensoren setzen kann ich mir damit kein ernsthaftes Photographieren vorstellen. Das mindeste ist in meinen Augen APS-C (22.2×14.8mm) oder im äußersten Notfalls das kleinere Four-Thirds. Damit kann man dann noch ’ne angenehme Bildwirkung erzaubern, bisschen was freistellen, Rauschverhalten ist ohnehin besser als bei winzigen Sensoren… Nichtsdestotrotz viel Spaß mit dem Ding. :)

    1. Volle Zustimmung. Bei den winzigen Sensoren nützen leider die tollsten Objektive und Blendenzahlen nix. Die Edel-Kompakten holen zwar das derzeit maximal Machbare aus den kleinen Sensoren raus, die Ergebnisse bleiben aber immer weit hinter Halb- oder Vollformat Bildern zurück.

  2. Oha, ich bin gespannt wenn sie da ist. Mich zieht es sehr stark zur x100. Ohne Sucher, ich tue mir da mittlerweile so dermaßen schwer das ich ihn nicht mehr missen will. Aber vielleicht entscheide ich mich auch für 400€ weniger wenn du hier beweist das man auch ohne Sucher aus einer „Digiknipse“ etwas rausholen kann :-)

  3. Die sich mir stellende Frage hast du ja schon selber beantwortet. Immer eine Kamera dabei zu haben ist ein ziemlich guter Vorsatz. Bin gespannt auf die Bilder aus deiner neuen Errungenschaft!

    Was wurde eigentlich aus den Ausflügen in die Welt der analogen Fotografie?

  4. Mich würde die Festbrennweite stören. Zudem ist das Rauschverhalten meiner Ansicht nach bei der Ricoh ab ISO400 unerträglich…. Ich tendiere zur Zeit Richtung Olympus ZX1… die hat bei vollem Zoom (28-112mm equiv.) noch eine Blende von zwei… Momentan bin ich mit der Canon S95 auch noch super zufrieden… aber man kanns halt doch nicht lassen… Hier noch ein Review http://forums.dpreview.com/reviews/olympusxz1/ Beste Grüsse Thomas.

  5. Gute Wahl :) Hat mein Foto-Fieber wieder entfacht (bevor dann das Analog-Fieber ausgebrochen ist). Was nützt mir die beste Kamera, wenn ich sie nie dabei habe? Die Ricoh ist klein genug für die Hosentasche – dass war auch bei mir das Entscheidende. Nun habe ich immer die Ricoh (und mittlerweile eine analoge Rollei 35 S) dabei und schon viele Fotos gemacht mit denen ich zufrieden war: http://www.flickr.com/photos/fz/4090009684 http://www.flickr.com/photos/fz/4996023073 http://www.flickr.com/photos/fz/4812985381

    Also keine Angst – Du wirst es nicht bereuen…

    Und – was noch nicht erwähnt wurde – der fest einstellbare Fokus und das damit fast verzögerungsfreie Auslösen ist super für die Straßenfotografie…

    Gruß, Frank

    1. Thumbs up für Deine Wahl mit der Rollei 35 S! Die hatte ich auch in der Auswahl, hab mich dann aber für eine M6 mit einem alten 50er Cron entschieden als ImmerDabeiKamera. Besonders wegen der Wechselbrennweiten und analog. Ist eben immer was spezielles den Film aus dem Tank zu holen und noch nass anzuschauen.

  6. Ich bin gespannt auf deine „Alltagsbilder“. Denn wie heißt es doch so schön, der Fotograf macht das Bild, nicht die Kamera, da kann der Sensor noch so klein sein!

    Ich nehme mir auch seit Wochen vor im Alltag mehr zu fotografieren. Ich habe mich allerdings für den analogen Weg entschieden und meine Immerdabei-Kamera ist nun eine kleine kompakte Rangefinder-Kamera, eine Rollei FX35.

  7. Hey, heute bin im Saturn auf die Ricoh gestoßen. Und auch am überlegen, ob ich sie mir zulege. Gründe dafür, dürften die gleichen sein wie bei dir. Vielleicht wird es ja die optimale „immerdabei“kamera. Gereizt hat mich aber auch die Canon S95. Mal schauen, wie deine ersten Erfahrungen mit der Ricoh sein werden. Ich bin gespannt. Was mich aber auch stört, ist der kleine Sensor und das das freistellen so kaum möglich sein wird. Da kann die Blende noch so groß sein :/

    1. Um „Freistellen“ geht es mit der GRD nicht. Aber auch an Kleinbild (Nikon FX) nutze ich 28mm nicht, um Personen oder Objekte vor einem Hintergrund „freizustellen“… Da gibt es ganz andere Objektive.

      Die große Tiefenschärfe der GRD kann übrigens im Bereich Straßenfotografie durchaus von Vorteil sein. Du kannst Schnappschüsse „im Vorübergehen“ machen und hast meist alles im Fokus. Es gibt exzellente Beispiele dafür auf den einschlägigen Seiten (flickr, etc.)

  8. Ich liebe die GRD Serie. Tolle Kameras. Man muss nur mit der Brennweite von umgerechnet 28mm gut umgehen können. Die meisten Hobbyknipser sind damit überfordert…

  9. Hallo Martin, hatte eine ganze Weile nach einer kleinen unauffälligen Kamera für Immer-Dabei und die Straße gesucht. Dein Review brachte mich dann auch dazu eine GRD III zu kaufen. Leider klappt das mit dem Snap Mode bei mir nicht richtig bzw. ich mache viell. etwas falsch. Ich wähle bspw. A f5.6 und Spot-Fokus bei 5m Fix, Bild bei Durchdrücken. Egal welche Einstellung ich versuche die Bilder sind meißtens unscharf. Bei Werten wo eigentlich eine Verwacklung nicht passieren sollte. Wie sind denn deine Einstellungen/Erfahrungen? Danke. Niels