Vom überholt werden und Prioritäten setzen

Während ich mich jeden Tag 10+ Stunden mit dem Web und der Webentwicklung auseinander setze, ziehen so langsam fotografisch alle an mir vorbei oder vergrößern ihren Vorsprung. So fühlt es sich jedenfalls an. Ich freue mich sehr für Flo, Pablo, Melanie, Felix, Paddy, usw. Sie alle machen große Sprünge vorwärts, definieren was und wo sie hin wollen und gehen ihr Schritte darauf zu. Fotografisch trete ich im Moment auf der Stelle. Ich hatte eine kurze, intensive Streetphase, kaufte die x100 und halte gerade wieder etwas inne, versuche jedoch halbwegs regelmäßig ein, zwei Fotos zu schiessen.

“Mir fehlt die Zeit” ist ein gern gesagter Satz, der natürlich immer nur die halbe Wahrheit ist. Ehrlich muss man ja sagen, zu 50% fehlt mir die Zeit und zu den anderen 50% lege ich die Prioritäten gerade anders. Ob ich das bewusst tue weiß ich gar nicht so genau, mir machen die Sachen großen Spaß und doch schaue ich manchmal wehmütig in die Richtung der Anderen und denke mir, dass ich mich auch gerne in dieser Richtung weiter entwickeln würde. Ich bekomme aber einfach nicht alles unter einen Hut und irgendwann muss man sich ja auch mal ausruhen sonst macht man am Ende gar nix mehr. Deshalb habe ich die Priorität derzeit auf die Webentwicklung und alles was dazu gehört gelegt und ich denke das ist zur Zeit auch der richtige Weg. Insbesondere die Arbeit an QUOTE.fm macht riesigen Spaß und fühlt sich einfach richtig an.

Und doch freue ich mich anfang September nun doch eine Hochzeit zu fotografieren, nachdem ich alle vorigen in diesem Jahr ablehnte. Ich glaube das wird gut. Außerdem ist die Fotografie, wie Melanie schon sagte, ein guter Ausgleich zur Arbeit am Bildschirm.

Und was genau ich mit diesem Eintrag sagen will weiß ich auch nicht. Ich glaube ich muss einfach mal meine Gedanken runter schreiben. Und dafür ist so ein Blog in meinen Augen auch da. Die Dinge aus dem Kopf aufs Papier oder in diesem Fall auf den Bildschirm bringen. Freiraum für neue Gedanken schaffen.

(Achja, pssst, die QUOTE.fm closed beta ist kurz davor zu starten.)

Veröffentlicht am Mittwoch, 31. August 2011

Kommentare

  1. Prioritäten ändern sich auch wieder. Die Hauptsache ist doch, dass du mit dem, was du tust, zufrieden bist. Wenn du davon noch leben kannst, ist das umso besser.

    Bei mir wechselt das auch ständig hin und her. Mal mehr Fotografie, wann anders mehr Social Media und Beratungstätigkeiten. Mir macht beides Spaß. Ich will mich gerade weder für das eine noch gegen das andere entscheiden. Ich nehme mir die Freiheit, mich nicht festlegen zu müssen. Genau das fühlt sich super an und macht Spaß.

    Gerade führt mich mein Weg mehr in die Fotografie. Aber wer weiß schon genau, was in einem Jahr sein wird.

  2. howdy martin,

    ich finde das mit der weiterentwicklung nicht wirklich wichtig, vielmehr ist es die eigene einsicht das man wenn man wieder zeit hat sich überhaupt weiterentwickeln will.

    deine eigenen gedanken dazu kann ich gut verstehen aber dennoch ist manchmal gerade die „pause“ in der weiterentwicklung die eigentliche weiterentwicklung, wenn du verstehst.

  3. Toller Artikel Martin. Ich kann dich gut verstehen. Bei mir beschränkt sich das zum Glück in der Regel nur auf die Prüfungszeit und damit nur auf ca. 2 Monate im Jahr. Aber wenn dem so ist versuche ich die Zeit, die ich für die Fotografie habe möglichst effektiv zu nutzen. Ich gehe dann selten einfach raus und mache wild drauf los Fotos. Meistens suche ich mir irgend ein Thema was ich umsetzen will. Zum Beispiel machte ich einige Architektur Serien. Vielleicht hilft dir so etwas ja. Dass du dir ein paar Ideen sammelst und diese dann wenn du Zeit hast „abarbeitest“. Manchmal reichen ja auch Pfirsiche…

  4. Hallo Martin,

    diese Deine Gedanken verstehe ich voll und ganz. Bei mir ist das seit ca. 10 Jahren so. Aber ich z.B. verdiene mein Geld mit etwas ganz Anderem als etwas Kreativem. Und auch da hängt mein Herz total drin. Als ich irgendwann akzeptiert habe, dass fotografische Weiterentwicklung 1.) nicht gleichzusetzen ist mit täglicher Fotografie, 2.) als Vergleich mit Menschen, die damit (anfangen) (regelmäßig) Geld zu verdienen, einfach hinkt, 3.) nicht so schnell funktioniert wie es uns unsere Informationsgesellschaft gerne marketingtechnisch assoziiert (schöner Artikel dazu auch vor ein paar Tagen auf kwerfeldein.de)… Seitdem geht es mir viel „besser“.

    PS: Aus meiner Sicht machst Du gerade nicht gerade kleine fotografische Schritte, denn Du komponierst Deine Bilder stets „sicherer“ (interessant dazu auch die letzten Artikel von Frank Doorhof).

    PPS: Wir können gerne ein wenig über dieses Thema mailen, falls Dich mein Kommentar dazu anregt.

    Grüße, Jörg

  5. Moin Mion,

    das was Du beschreibst haben viele von uns schonmal erlebt. Und Zeiten ändern sich auch wieder. Wenn Du absolut keinen Bock hast dann lass die Kamera auch mal daheim. Und ansonsten nimm sie mit aber ohne das Vorhaben auch unbedingt Bilder zu machen. Manchmal vergehen Wochen ohne, dass man ein gutes Bild hat, manchmal nur ein Tag und man hat mehrere. Ich habe die erst Jahreshälfte auch sehr selten zur Kamera gegriffen, oft aus Faulheit sogar nur zur DSLR. Aber seit einigen Wochen habe ich wieder stets eine dabei, auch wenn ich 5 Tage die Woche beruflich unterwegs bin. Und wenn Du mal Lust auf Straßenfotografie hast aber nicht allein um die Blöcke ziehen möchtest dann kann man sich ja in HH mal zusammenrotten. Und keine Frage, es gibt auch andere Prioritäten. Die Liebe, der Job, der Haushalt ( :-& ) sind nur einige davon.

    Viel Erfolg!

  6. Diese Art von Einträgen habe ich in letzter Zeit ja bei dir etwas vermisst. :) Aber da man merkt wie viel Spaß du an der ganzen Sache mit QuoteFM und der Webentwicklung hast, liegen deine Prioritäten doch genau richtig. Zumindest im Moment, denn ich behaupte mal es sollte dir, im Falle eines Umschwungs in Richtung Fotografie, nicht all zu schwer fallen diese wieder ernsthaft zu betreiben. Also genieß die Freiheit das zu tun worauf du im Moment wirklich Lust hast. ;)

  7. Spannender Beitrag, denn auch wenn bei mir momentan fotografisch recht viel passiert, habe ich gleiche Gedanken. In den letzten Wochen hatte ich einfach die Zeit dazu und die Möglichkeit, mir die Prioritäten so zu legen. Allerdings steht bei mir eine Bachelor-Arbeit ins Haus, an der ich jetzt schon etwas arbeite und deren 3-Monats-Frist nächste Woche beginnt. Da ich zusätzlich ab nächstem Monat arbeiten muss um mein wegfallendes Bafög auszugleichen kommt jetzt alles auf einmal. Ein wenig fürchte ich schon, dass das was ich mir mit der Fotografie gerade versuche aufzubauen, darunter leiden wird. Aber das wird die Zeit zeigen.

    Sei dir auf jeden Fall bewusst, nicht alleine mit den Gedanken zu sein. Zudem kann man glaube nicht vom „überholt werden“ reden. Um in dem Bild zu bleiben würde ich eher sagen, dass du momentan lediglich auf einer anderen Straße unterwegs bist. :)

  8. Genieße deine Situation, es gibt keinen größeren Luxus, als sich frei entscheiden zu können. Als Amateur kannst du dir auf diese Weise auch deine Freude an der Fotografie bewahren.

  9. Das „Problem“ kenne ich nur zu gut und ich bin mir oft auch nicht sicher, ob meine Prioritäten da sind, wo ich sie gerne hätte.

    Ich stellte aber auch fest, dass es am angenehmsten ist, wenn man einfach das macht, wozu man gerade Lust hat. Solange man nicht generell auf der Stelle tritt, ist (für mich) eigentlich alles in Ordnung.

    Ich freue mich schon auf nächstes Jahr. Da habe ich mir vorgenommen, wieder fotografisch aktiv zu werden.

  10. Ich fühle mit dir. Bei mir kommt die Fotografie momentan auch zu kurz, weil ich lieber Sporttreibe. In zwei Wochen bin ich vier Wochen in den USA im Urlaub und ich hoffe und denke, dass ich da das ein oder andere Foto schießen werde. Ein Freund von mir hat letztens den klugen Satz gesagt „Man hat nicht zu wenig Zeit. Alle Menschen haben einen Tag haben, der 24h lang ist. Die Leute mit „zu wenig Zeit“ setzen nur ihre Prioritäten anders“ (was nicht als negative Wertung, sondern als Feststellung zu deuten ist).

    Gruß Hauke

  11. Ich kann dich hier voll und ganz verstehen. Mir ging es dieses Jahr ähnlich. Ich wechselte in eine neue Schule, die mit mehr Arbeit und Zeit verbunden war, wollte aber auf keinen Fall aufhören Sport zu betreiben und somit geriet die Fotografie in den Hintergrund. Was ich aber in dieser Zeit gelernt habe und was mir allgemein sehr viel gebracht hat ist, dass man gewisse Dinge einfach nicht erzwingen kann. Als ich dann im Urlaub wieder viel Fotografiert habe bemerkte ich, dass es mir noch immer Spaß macht. Vor allem weil ich es nicht muss.