Hilfe annehmen ist erlaubt

Wenn es um Dinge geht, die mir wichtig sind, möchte ich alles selbst schaffen. Ich habe den Ehrgeiz und dann auch das Durchhaltevermögen und ebenfalls den Drang zur Perfektion. Wenn ich genau überlege, habe ich das wohl von meinem Vater.

Gestern habe ich aber gelernt, dass es okay ist, Hilfe anzunehmen, entweder weil man selbst nicht mehr weiter kommt oder die Zeit nicht aufbringen kann sich stundenlang mit einem Problem zu beschäftigen, weil noch so viele andere Dinge erledigt werden müssen. Ja, ich spreche schon wieder von QUOTE.fm und der Webentwicklung.
Die Fähigkeit Arbeit abzugeben/zu deligieren, ist etwas, das man erst lernen muss und zumindest mir nicht so leicht fällt.

Bis jetzt konnte ich behaupten, dass HTML-Struktur und CSS von QUOTE.fm quasi zu 100% von mir kommen. Das wird nicht mehr länger der Fall sein.
Das jetzige Aussehen ist das beste, was ich nach tagelangen Tests schaffte, war aber nicht perfekt. Unter anderem weil wir alle unglücklich mit dem Blocksatz (urgs!) waren, änderte Marcel gestern noch mal das Design, was das Problem vereinfachte, aber nicht aus dem Weg schaffte. Mir fehlten unter dem Druck des sonntäglichen beta Starts Zeit und Ideen, also fragten wir auf Twitter nach Ideen. Croudsourcing, wie man das neudeutsch nennt. Mehrere Lösungsansätze trudelten ein und die endgültige Lösung kommt von Anton Pawlik (@antpaw) und nimmt mir viel Arbeit ab. Tausend Dank!

Es fällt mir und offenbar meinem Ego nicht leicht, aber ja, da hat jemand eine bessere Idee gehabt und natürlich soll QUOTE.fm so gut wie nur irgend möglich werden, also baue ich heute um. Ganz nach dem Motto: We shall not rest until it’s perfect!

Was mir in meiner Einsicht hilft, ist, dass auch Marcel sich nach etlichen Scribbles eingestehen musste, dass er wohl selbst kein Logo erschaffen kann, was unseren Ansprüchen genügt und diese Aufgabe an Robert ab trat, der ein hervorragendes Logo entwickelte. <3

Selbst wenn QUOTE.fm in die Hose geht und in ein paar Monaten keiner mehr davon spricht (was ich nicht glaube), hat mich das Projekt schon jetzt in vielerlei Hinsicht unglaublich viel weiter gebracht. Es geht um Konzepte, technisches Wissen, Projektmanagement und auch um Charaktereigenschaften.

Und um es in Maltes Worten zu sagen: “Ist das Web nicht einfach nur wunderbar?!”
Ja, das ist es!

Veröffentlicht am Freitag, 02. September 2011

Kommentare

  1. Danke – gefällt – weil es grundsätzlich Wichtiges am spannenden Beispiel aufn Punkt bringt – Kooperationsfähigkeit AUCH als Annehmen eigener Grenzen… Und danke auch für den Defaultsatz hier im Kästchen: „Erst nachdenken, dann schreiben. Danke“ ~_~

  2. Hilfe annehmen ist nicht nur erlaubt, es zeugt auch von Stärke. Stärke im Bezug auf das du weißt, was du kannst und was andere besser können. Egal was, es wird immer einen geben, der etwas besser kann, zumindest in einem bestimmten Bereich. Und um das best-mögliche Resultat zu erzielen SOLLTE man sich sogar Hilfe suchen, am besten davon lernen und dabei selber besser werden!

  3. Bin ganz bei Roitsch.

    In meinem Job ist essentiell im Team zu arbeiten, sich auszutauschen, Ideen gemeinsam zu entwickeln. Für mich ist es dahingehend sogar eine angenehme Abwechslung dies in der Fotografie eben nicht zu benötigen und hier mein eigenes Ding machen zu können.

    In ähnlichem Kontext: „I steal from every movie ever made.“ – Quentin Tarantino