Ein Gedanke zur Leica M9

Immer wieder taucht an vielen Stellen der Wunsch von Leuten nach einer Leica M9 auf. Das sind dann meistens Leute, wie auch ich, die eine DSLR gewohnt sind und eine Kamera möchten, die unter anderem kleiner, leichter und unauffälliger ist als eine große Vollformat-DSLR.

Ich glaube aber die meisten vergessen, was eine M9 gegenüber fast jeder anderen Kamera auch bedeutet: KEIN Autofokus.
Denkt darüber mal kurz nach und fragt euch dann noch mal ob ihr die Kamera wirklich wollt und ob ihr eure schnelle Autofokus D700, 5D Mk II, etc dagegen eintauschen würdet.

Ich liebe die M9 soweit ich sie lieben kann ohne sie jemals wirklich länger als ne viertel Stunde getestet zu haben.

Wenn alles gut läuft kann ich sie irgendwann/bald eine Weile testen. Ich hoffe mir dadurch heraus zu finden ob die M9 eigentlich wirklich was für mich ist. Kann ich ohne Autofokus leben? Komme ich mit der Rangefinderfokussierung wirklich klar?

So ein Test kann also für mich zwei Enden haben: Entweder ich weiß nachher, dass die Kamera zur Zeit nichts für mich ist und ich kann endlich aufhören danach zu lechzen oder aber die Liebe wird erst so richtig entfacht und ich muss sie um jeden Preis irgendwie bekommen. Tja, das Risiko möchte ich gerne eingehen.

Veröffentlicht am Mittwoch, 21. September 2011

Kommentare

  1. Ein sehr guter Punkt, der neben dem Preis der Kamera sicherlich nicht zu vernachlässigen ist. Ich fotografiere seit ein paar Wochen mit einer analogen Zorki 4, die auch keinen Autofokus und Mess-Sucher hat. Man gewöhnt sich daran (auch weil es wirklich scharf wird) aber es ist ein wesentlich langsameres Fotografieren, was aber auch seine Vorzüge hat.

  2. Hi Martin, ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen und habe mir ähnliche auch gemacht, bevor ich dann vor einigen Wochen umgestiegen bin. Mein Fazit habe ich in mein Blog geschrieben. Es ist tatsächlich eine sehr persönliche Sache, die vor allem aber auch von dem abhängt, wie und was man fotografiert.

    Von meiner Seite aus möchte ich meine M nie wieder hergeben. Der fehlende Autofokus tut in den ersten Tagen sehr weh, danach gewöhnte ich mich aber so sehr an meine beiden Objektive (35 und 50mm), dass ich mindestens genauso schnell war.

    Den letzten Test für mich hat die M dann vor 2 Wochen im Studio bestanden. Es macht ohne Einschränkung Spaß und die Bildqualität war einfach großartig.

    Ich hoffe, dass du die M9 bald ganz ausführlich testen kannst und bin sehr gespannt auf deinen detaillierten Bericht, egal was am Ende rauskommt. Und natürlich freue ich mich sehr darauf, welche Bilder du damit zauberst :)

    Cheers, b

    1. Jap, habe ich bei dir gelesen. Ich glaube ja selbst auch, dass es das richtige für mich ist, wollte das aber gerne mal nieder schreiben um vielleicht auch ein paar andere wach zu rütteln und zum Nachdenken zu bringen.

  3. Also wenn ich das richtig sehe, dann kostet das kleine Ding stolze 5.000 Euro… Also ob man da nicht besser beraten ist, wenn man sich für jeden Tag eine andere Kompaktkamera kauft? ;-) Wenn ich wirklich gute Fotos machen will, dann nehm ich die DSLR mit. Wenn ich mobil sein will, dann sollen es meistens ohnehin eher Schnappschüsse werden und dann reicht eine Kompaktkamera (in meinem Fall eine Canon PowerShot G11) vollkommen aus.

  4. Martin bringt da auf jeden Fall etwas zur Sprache das sich eingefleischte SLR/DSLR Benutzer durch den Kopf gehen lassen sollten. Für diejenigen die analoge Rangefinder kennen und lieben stellt der Umstieg ja kein Problem dar. Ist halt digital und schaut nicht mehr so gut aus. ;) Und wer sich in Zukunft doch eine holen möchte und DSLR Benutzer ist dem empfehle ich einfach mal den Autofokus zu deaktieren. Ich benutze meine D700 fast ausschließlich voll manuell. Der einfache Autofokus wird lediglich aktiviert wenn Objektive wie das 14-24/2.8 drauf sind. Danach geht der Umstieg dann auch leichter von der Hand.

  5. Dem Rangefinder, neudeutsch Messsucher, bist du doch schon recht nah mit der X100 gekommen – leider hat Fuji auf dieses Feature verzichtet, das wäre stark gewesen. ;)

    Der mangelnde Autofokus bei der M8/M9 stört imho nicht. Warum? -Ganz einfach: das Fokusfeld im Messsucher lässt hervorragend eine Beurteilung der Schärfe zu. Man vergleiche die alten analogen Messsucherkameras aus den 70&80er Jahren – dort muss man sich im Sucher mit einem Kontrast-Schnittbild rumärgern.. mal ehrlich: dagegen ist die Fokussierung mit der Leica Gold wert!

    Die meisten von uns, so bin ich der Meinung, benötigen garkeinen Autofokus. Vermutlich würden viel mehr Leute manuell fokussieren, wenn sie es an der Kamera besser beurteilen könnten. So geht es zumindest mir. Wenn ich durch den Sucher einer SLR blicke, dann kann ich wunderbar und zügig manuell fokussieren – zum einen weil die alten Optiken dafür gebaut wurden, zum anderen weil ich eine Fokussierhilfe im Sucher habe (in Form einer Schnittbildmattscheibe mit Mikroprisma). Sowas sollten die Hersteller heutzutage auch einbauen, anstelle von irgendwelchen Softwaregimmicks, welche 1% der Nutzer intensiv nutzen. Verstehst du in welche Richtung ich möchte? ;-)

    Vergiss nicht: der Leica-Body ist im Verhältnis zu den Objektiven ein Schnäppchen. Alleine was hochwertige Leicalinsen kosten, dafür kaufen manche Menschen ein Auto… oder fliegen zwei Wochen in die Karibik.

    gruß hAnnes

    1. Wobei ich die Zeiss Objektive für eine gute Alternative halte. Habe das 35/2 auf meiner M6 und bin mit dem Preis-/Leistungsverhältnis zufrieden. Aber es geht natürlich nix üer ein 35Lux. ;)

  6. Ich kann die M9 nur empfehlen, ich habe vor ein paar Monaten den Schritt gewagt und mein gespartes Geld gegen die Leica getauscht und bereue es wirklich nicht (hatte aber vorher auch Erfahrung mit der M8). Der manuelle Fokus ist gar kein Problem, wenn man sich mal dran gewöhnt hat, im Gegenteil! Letztens habe ich ein paar Wochen lang mit der 5DII gearbeitet, da hatte ich deutlich mehr Probleme mit dem Fokus, sei es wegen Ungenauigkeit oder weil die Kamera einfach etwas anderes fokussieren wollte als ich.

  7. Habe das Glück, seit einigen Jahren jetzt sowohl die 5D als auch die 5D MKII zu nutzen und parallel erst die M6 (analog) dann die M8 und seit knapp 2 Jahren die M9 zu nutzen. Es ist ein anderes Fotografieren mit der M9. Es ist ruhiger, überlegter. Man hält nicht einfach drauf, man visiert an, stellt scharf, korrigiert den Auschnitt, (Zoom gibt es nicht, muss man sich vorher schon Gedanken gemacht haben), und lösst aus. Die Ausbeute ist nicht schlechter als mit der Canon, aber es sind andere Fotos, ruhiger, irgendwie anders. Ich bin gezwungen, vor dem Foto mir deutlich mehr Gedanken zu machen. Das macht mir Spaß. Aber es gibt Themen, die verlangen nach einer DSLR. So hat jedes System seine Berechtigung. Auch wenn ich emotional zur M9 tendiere, ich möchte beide nicht missen und verwende beide je nach ihren Stärken.

  8. Ich kann Dich voll und ganz verstehen. Ich habe in vielen Gesprächen von den Leica M-Kameras und den ausgezeichneten Objektiven gehört, etwas recherchiert und dann eine testen wollen. Leider gab es in der Umgebung niemand greifbares. Habe in Hamburg 2 Leica Händler besucht und eine M Kamera mal in die Hand genommen. Danach habe ich die Chance genutzt und mir eine Leica M2 mit einem 50mm 2.8er besorgt. (Vorteil: Sucherrahmen für 35/50/90 mm) Eine alte M ist finanziell überschaubar und ein guter (wertstabiler) Einstieg für einen Test der Messsucherkameras. Die M5 (als Beispiel für ein suboptimales Design) wäre ein Preis-Leistungssieger. Es macht extrem Spaß und ich hab jetzt richtig Lust auf die M9. Bis ich es nicht mehr aushalten kann, werde ich mit der M2 analog (und genießen) und weiter mit meiner Canon EOS fotografieren. Man kann schon einige Bilder auf Film fotografieren und digitalisieren lassen (nicht bei der Drogerie um die Ecke) bis man die finanziellen Bereiche einer M9 tangiert. Genieße das analoge Erlebnis, genieße, entdecke die Langsamkeit und lasse Dich von einer alten M in diese neue Welt führen… dann kannst immer noch entscheiden und die analoge M für gutes Geld weitergeben :-)

  9. Ich hab ja reichlich Probleme aber Autofokus und Zoom gehören definitiv nicht dazu Zu 90% bin ich nur noch analog unterwegs einfach weil mir Film im Moment mehr Spass macht. M9 als Luxusgegenstand immer gerne! Brauchen? Eher nicht! Eine M6 könnte ich mir noch vorstellen.

  10. Hat sich irgend jemand mal überlegt warum deutlich hochwertigere Objektive über kein Autofokusverfügbar machen. Ich möchte damit nicht sagen das alle Obejktive die kein Autofokus zulassen automatisch hochwertig sind.

    1. Um eine Fehlerquelle bei der Justage auszuschließen. Ein bekannter Leica-Besitzer schwärmt von den Optiken – zu Recht: scharf bis in die Ecken bei Offenblende, cremiges Bokeh, und eine sehr geringe CA-Anfälligkeit. Hochwertige Optik, zum Teil noch handjustiert, kostet einfach Geld – ähnlich wie bei Brillengläsern. :)

      Es gibt auch hochwertigen Autofokus, siehe Hasselblad H4D.

  11. Moin Martin,

    kennste meine beiden Reviews zur M9? Der erste nach drei Wochen mit dem Baby: http://www.langeronline.de/dab/?p=1049

    Und der zweite Review nach über einem halben Jahr (direkt nach einem Norwegen Tripp): http://www.langeronline.de/dab/?p=1912

    Vielleicht hilft Dir und Deinen Bloglesern das ja. Ich nutze übrigens neben der M9 auch „schnelle“ Cams wie die D3s – aber die M9 hat einen ganz besonderen Charme den ich persönlich nicht mehr missen möchte!

    LG Jörg