Fotograf Jim Rakete zur Kodak-Insolvenz

Jim Rakete:

Fotografie war die Fertigkeit, auf einem Film von 36 Aufnahmen mit einer Leica eine Geschichte zu erzählen. Für jede Lichtsituation gab es geeignetes Material. Wer das Detail und die tiefen Farben liebte, griff nach dem Kodachrome, wer grobkörnige Schwarzweiß-Fotos von einem Jazzkonzert machen wollte, nahm den Tri-X.

Jim Rakete spricht bei der SZ über seine Gedanken zur Insolvenz von Kodak und sagt mal wieder ein paar kluge Dinge. Ich bin immer noch großer Fan von ihm. (Danke für den Tip per Mail an Mike.)

Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Januar 2012

Kommentare

  1. Ja, Ja. Der feine Herr Rakete. Früher war alles besser. Nicht!

    Ich bin ja selber Jemand, der diese perfekten Digital-Fotos nicht mag, und ich mag auch alte Autos und alte Musik, aber dieses ewig gestrige Gesülze…

    Für mich ist langsames Arbeiten in Lightroom wahrscheinlich genauso entspannend wie für den guten, alten Jimmy sein Arbeiten in der Dunkelkammer.

    Nur weil man digital fotografiert, heißt das nicht, dass man alles Schnelllebige mitmachen muss. Ich mag so eine schwarz/weiß Denke einfach nicht. Auch wenn der Ausdruck natürlich gut zu Jim Rakete passt ;-)

  2. Er hat ja recht mit manchen Dingen die er so sagt, aber dieses ständige wiederholen wie scheisse alles digital ist hat er echt nicht nötig. Ein wenig oberflächlich der Artikel.

  3. Typischer Ausdruck der Frustration, durch die Verbreiterung der Anwenderschicht nicht mehr im gewohnten Maße als Koryphäe seines Fachs angesehen zu werden. Der Verlust von Alleinstellungsmerkmalen schmerzt eben immer.

    «Sie hat unzählige Bilder aus Alben auf Flohmärkten herausgesucht und aufbereitet; sie sind Boten einer anderen Zeit. Wird man das von den Billionen Handyfotos ebenfalls eines Tages sagen? Vielleicht. Wenn die Festplatten dann nicht Elektroschrott sind.» Doch bleiben sie bei Erhalt der Daten über Generationen ein Original, ja ein sogar klonbares Original. Gerade die erwähnte Person sollte dieses zu schätzen wissen, wenn sie sich der Qual der Aufbereitung alter, farbverfälschter Bilder hingegeben hat. Wer diesen Verfall als Qualitätskriterium ansieht, kann seine Aufnahmen ja auch nachträglich noch instagramisieren…

    Zweifelsohne wird es schwerer, an „Dachbodenschätze“ zu gelangen, und wenn ja, jene auch nutzen zu können. Schon jetzt ist eine gefundene Smart-Media-Card eher eine Herausforderung als eine sich sofort erschließende Bildersammlung. Ein Kollateralschaden des Fortschritts.

    Was Herr Rakete offenbar nicht verstehen will: Fotos sind nicht mehr nur Kunst und das Einfangen von besonderen Momenten, sondern ebenso zu einer alltäglichen Kommunikationsform geworden. In der Masse leidet zwar immer die Wertschätzung des Einzelnen, doch eben jene Masse hat nun endlich die Möglichkeit, der immerwährenden Fotografen-Leitlinie „Bilder sagen mehr als Worte“ zu folgen. Insofern ist es auch die löbliche Demokratisierung eines Mediums.

    Unsere Kinder werden in Photos von sich ersticken; ich wünschte, früher hätte es viel mehr Fotoapparate und günstigere Filme gegeben. Und wären die alle digital erstellt worden, könnte ich Schulfreunde kurz darum bitten, mir diese zuzuschicken. Nur liegen sie in irgendwelchen Schubladen, müssten rausgesucht, umständlich gescannt oder zwecks Kopie erneut entwickelt werden, denn das für immer einzige Original möchte natürlich niemand hergeben.

    Die Vorteile des Digitalen überwiegen einfach, sonst hätte es sich nicht durchgesetzt. Viel gewonnen, wenig verloren.