Fotograf: Jonathan Waiter

Die Fotos von Jonathan Waiter sind anders. Sie sind schwarz/weiß, teilweise verstörend, teilweise sexy, teilweise einfach schön.

Es ist eine Fotografie mit viel Ausdruck, die eine gewisse Distanz zum Betrachter hält und in gleicher Weise auch viel preis gibt. Hm. Ja. Außerdem sind sie fast immer vor einem einfachen weiß-grauen Hintergrund geschossen. Steffen sagte vor ein paar Tagen noch, es gäbe nichts schlimmeres. Im Normalfall stimme ich ihm da auch zu. Aber hier ist es einfach genau richtig. Der Fokus liegt auf den Menschen.

Im Portfolio von Jonathan findet ihr Fotos. Auf Tumblr findet ihr noch mehr. Außerdem gibt’s bei Vimeo auch Videos.

Fotograf: Mikkel Vang

Wer mir auf Twitter folgt hat sicher schon mitbekommen, dass ich einen unglaublich guten Fotografen gefunden habe, den ich euch unbedingt vorstellen möchte. Ich hatte schon Kontakt aufgenommen und gefragt ob ich Fotos zeigen dürfe, wartete aber noch auf eine Antwort. Diese kam gestern und hier ist er: Mikkel Vang.

Leider habe ich weder ein Foto von ihm noch sonstige Infos finden können.
Es mag sein, dass ich ein wenig überschwänglich daher komme und es euren Geschmack gar nicht so trifft, aber das was Mikkel da macht trifft zu 100% meinen Geschmack und ist daher für mich das Beste, was ich seit langem gesehen habe.

Das zeigt mir auch irgendwie, dass es solche Fotos sind, die ich machen möchte. Tief in mir drin. Irgendwie. : )

Sein Portfolio reicht von Menschen über Essen bis hin zu Innenarchitektur. Das ganze irgendwie auf eine leichte „Retroart“ und mit viel Gefühl. Lifestyle.

Genug der Worte. Hier einige Photos. Ich habe einfach mal Querbeet einige meiner Lieblingsfotos ausgewählt. Man muss aber sagen, dass sie am Besten als Serie funktionieren. Also klickt euch auf jeden Fall durch sein Portfolio. Es lohnt sich.

MikkelVang.com

Fotograf: Marcus Philipp Sauer

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Vor kurzem bin ich auf den Münchner Fotografen Marcus Philipp Sauer gestoßen. Seine Brötchen verdient er mit Werbefotografie hauptsächlich im Automobilsektor. BMW, Mercedes, Audi, und weitere. Die Fotografien sind ganz große Klasse. Sehr hohes Niveau, auch was die Post Production angeht.

Viel besser aber gefallen mir seine Landschaftsfotos. Die haben so eine eigene Art. Tolle Lichtstimmungen und irgendwie scharf. So knackig, aber nicht bunt. Ihr merkt vielleicht schon, es fällt mir schwer sie zu beschreiben. Also schaut am Besten selbst mal auf die Seite von Marcus und macht euch ein Bild.

Sehr schade finde ich übrigens, dass es keine Seite mit ein paar Infos zu ihm und einem Bild gibt. So bleibt das Portfolio etwas unpersönlich. Allerdings war der Mailkontakt mit ihm sehr nett.

Die Fotos hier hat er übrigens selbst ausgesucht. Ich hätte gerne auch gleich etwas aus seinem Landschaftsportfolio gezeigt.

Marcus Philipp Sauer Portfolio

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Gastartikel: Ausbildung als Fotograf?

michael-41Das ist ein Gastartikel von Michael Kirchner, Fotograf aus Heidelberg der ein Fotostudio in Mannheim führt. Dort macht er Werbe- und Peoplefotos für Firmen, sowie Beauty- und Aktfotos für Privatpersonen.

Seit der Änderung der Handwerksordnung im Jahr 2004 ist der Fotograf ein sogenannter zulassungsfreier Beruf, man muss also keine Ausbildung vorweisen, um als Fotograf arbeiten zu können.

Daher stellt sich häufig die Frage, ob eine Fotografenausbildung heutzutage immer noch sinnvoll ist, oder ob sich der junge Mensch die erforderlichen Fähigkeiten nicht lieber selber beibringen sollte.

Auf der einen Seite ist zu sagen, dass man während einer Fotografenausbildung erheblich mehr lernt, als zu fotografieren. Der Fotografenberuf beinhaltet nur zu einem geringen Teil das Fotografieren selber. Darüber hinaus muss man sich mit Kundenakquise, Werbung, Buchführung, Organisation und vielen weiteren Dingen beschäftigen.

Wie wird ein Fotostudio geführt? Wie kommt man an Kunden? Wie geht man mit Kunden um? All diese Dinge kann man auf verschiedene Weise lernen. Als junger Mensch nach der Schule eine Ausbildung als Fotograf anzufangen, kann ein guter Weg sein, sofern man in einen guten Betrieb kommt, in dem man von seinem Ausbilder die Fertigkeiten lernt, die man braucht, wenn man sich später selbständig machen möchte oder als Fotograf in einem Betrieb arbeiten möchte. Daher ist es wichtig, wie der Ausbildungsbetrieb geführt wird und ob man den Eindruck hat, das man sich dort wirklich um die Auszubildenden kümmert. Zum kompletten Artikel →

Fotograf Markus Schwarze im Interview zu seinem Fotoprojekt „Picture of the Day“

Durch den Pool der visuelleGedanken Flickr Gruppe stolperte ich in letzte Zeit immer und immer wieder über die Portraits von Markus Schwarze.

markus_schwarzeDann schaute ich mal genauer nach wer Markus ist und was er da macht. Es stellte sich heraus, dass Markus ein Fotoprojekt am Laufen hat, bei dem er jeden Tag ein Foto macht. Kurzerhand schrieb ich ihn an und fragte ihn ob er Lust hätte ein wenig über das Projekt zu sprechen. Ich stellte ihm ein paar Fragen, die ihr nun hier lesen könnt. Viel Spaß damit!

Martin Wolf: Hallo Markus, stell dich doch meinen Lesern erstmal kurz vor.
Markus Schwarze: Hallo Martin, erst einmal vielen Dank für die Einladung. So nun will ich mich mal vorstellen. Meine Name ist, wie schon geschrieben, Markus Schwarze. Ich bin mittlerweile 31 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Töchter (5 und 7 Jahre). Hauptberuflich arbeite ich als Teamleiter (Softwareentwicklung) in einer großen Werbeagentur und kümmere mich dort um die Entwicklung von Projekten wie z.B. Onlinekonfiguratoren, Online-plattformen. Das arbeiten bringt mir dort sehr viel Spaß, hat aber auch eine Kehrseite. Ich bin ein Mensch der gerne sieht was er gemacht hat,  was in meiner normalen Tätigkeit als Softwareentwickler nicht immer möglich ist. Zur Fotografie kam ich mit etwa 12 Jahren, als ich das erste mal die Kamera von meinem Vater (Canon AT-1) in der Hand hatte. Ich sollte ein Foto von meinem Vater und meiner Mutter machen. Der Urlaub war für mein Vater gegessen, da ich die restlichen 2 1/2 Wochen mit der Kamera rumhantiert habe. Leider hat sich das nach dem Urlaub, als wir die Bilder vom Entwickler abgeholt haben, als Fehler herausgestellt – es waren nicht viele Bilder dabei die „fürs Familienalbum“ taugten. Das sollte sich aber schnell ändern. Mein Vater hat mir die Kamera überlassen und sich selber eine neue (keine Ahnung mehr welche) gekauft.

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Was ich als sehr hilfreich fand, war das mir mein Vater ein Objektiv gekauft hat – eine 50mm Festbrennweite. Ich habe bis vor 2 Jahren immer noch Analog fotografiert, nicht weil ich ein Gegner von Digitalem-Zeug bin, sondern weil ich Angst hatte, das die gemachten Bilder auf der Festplatte verschwinden. Für mich ist die Fotografie eine art Dokumentation. Ob diese nun „künstlich“ (Fineart, bzw. viel EBV) oder wirklich realistisch ist, spielt dabei für mich keine Rolle. Ich bin nun vor 2 Jahren auf eine Digitale Spiegelreflex umgestiegen – die Canon EOS 450D. Die Kamera ist wirklich nicht schlecht. Ich habe jedoch relativ schnell (2 Monate) gemerkt, das die 450D nicht reicht. Ich habe mich relativ schnell für die Vollformatkamera EOS 5D entschieden. Diese Kamera bietet einfach alles, was ich zum fotografieren brauche – nicht mehr und nicht weniger.

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Eine Woche mit deinem Lieblingsfotografen, wer wäre es?

Stellt euch vor ihr könntet eine Woche lang einen Fotografen eurer Wahl begleiten. Völlig egal wer es ist, völlig egal wo er herkommt, völlig egal wie gut ihr seid. Nehmen wir einfach an, es wäre möglich.
Ihr würdet mit ihm zu allen Shoots fahren oder im Studio Fotos bearbeiten, euch mit ihm austauschen und von ihm lernen.

Wen würdet ihr begleiten?

Ich bin mir noch unsicher, entweder es wäre Chase Jarvis, einfach weil man so viel von ihm und seiner Art lernen könnte und es großartig sein muss in seinem Team zu arbeiten. Oder es wäre ein Landschaftsfotograf mit dem ich irgendwie in die Wildnis wandern könnte um atemberaubende Landschaftsfotos zu machen. Hier hätte ich keinen speziellen Namen parat. Ein Beispiel wäre Stephen W Oachs.

Fotograf und Photoshopkünstler Calvin Hollywood im Interview

calvin_hollywoodMartin Wolf: Hallo Calvin! Du bist zwar recht bekannt in der Fotoszene, aber stell dich doch meinen Lesern nochmal kurz vor.
Calvin Hollywood: Ich würde mich selbst als Künstler bezeichnen und fotografiere überwiegend Menschen. Den Schwerpunkt setze ich in die digitale Bildbearbeitung mit Photoshop.
Ich bin zudem Trainer, Autor und Forenbetreiber.
Mehr Infos über meine Person gibt es auf meiner Homepage.

MW: „Calvin Hollywood“ ist, wie ich weiß, nicht dein echter Name. Wie kamst du auf diesen Künstlernamen?
CH: Calvin war eine von zwei Wahlen im damaligen Englischunterricht. Ich hätte auch Brian Hollywood heissen können. :)
Wie Hollywood entstanden ist weiß ich selbst nicht mehr genau.

MW: Wie bist du zur Fotografie gekommen?
CH: Ãœber Photoshop. Ich benötigte Bilder, welche ich bearbeiten kann. Aus diesem Grund habe ich mit der Fotografie begonnen.

MW: Neben der Fotografie selbst bist du besonders für deine Photoshopkünste bekannt. Was fasziniert dich am Meisten an Photoshop und der digitalen Bildbearbeitung generell?
CH: Es ist beeindruckend wie man mittels Photoshop seiner Phantasie ein Bild geben kann. Ich liebe es, die Dinge nach meinem ganz persönlichen Geschmack zu verändern.

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MW: Wie würdest du Deinen eigenen Stil beschreiben? Sowohl fotografisch als auch in der Postproduction.
CH: Künstlich, kontrastreich, malerisch, illustrativ. Und wenn ich noch etwas nennen würde dann auf alle Fälle: Aufwendig :) Zum kompletten Artikel →

Designstudent Johannes Heuckeroth im Interview

Johannes Heuckeroth

Martin Wolf: Hallo Johannes! Stell‘ Dich doch den Lesern erstmal kurz vor!
Johannes Heuckeroth: Hallo Martin, ich bin 24 Jahre alt, Design-Student und wohne in der Nähe von Fürth.

MW: Wie bist du zur Fotografie gekommen?
JH: Hmm, keine Ahnung was mich letztendlich dazu bewogen hat mal eine Kamera anzufassen, aber ich hatte irgendwie immer schon das Bedürfnis Dinge festzuhalten und meinen Blick auf die Dinge zu zeigen. Meine erste (digitale) Kamera habe ich 2001 erworben, so richtig bewusst fotografiere ich seit ca. 2,5 Jahren.

MW: Du wirst zum Wintersemester mit einem Studium an der Georg-Simon-Ohm Hochschule in Nürnberg beginnen, wenn ich mich nicht täusche. Was genau studierst du da und wie bist du die Entwicklung deiner Bewerbungsmappe angegangen?
JH: Fast richtig, ich studiere bereits seit März dort. Ich habe den Studiengang „Design“ gewählt.
Dieser Studiengang bittet sehr viele Entfaltungsmöglichkeiten. Im ersten Semester haben wir 10 Module (Grafikdesign, Typografie, Schrift, Entwurf, Text, Film&Animation, CGI, Interaktionsdesign, Fotografie, Illustration), woraus wir 3 Stück weiterbelegen müssen. Ich werde vermutlich CGI, Interaktionsdesign und Typografie wählen.

Bei meiner Bewerbungsmappe habe ich mir zuerst ein festes Thema gewählt zu dem ich einen Bezug habe. Ich habe mir ca. einen Monat Zeit genommen um Ideen zu generieren und diese zu Papier zu bringen. Davon habe ich dann die besten in den folgenden zwei Monaten umgesetzt. Dazu kamen noch ein paar allgemeine fotografische Arbeiten die nicht speziell für die Mappe entstanden sind. Wer mal reingucken will: http://pfnphoto.com/mappe-final.pdf

just light

MW: Was fasziniert dich an der Fotografie am Meisten?
JH: Mich fasziniert am meisten, dass man seine Sicht auf die Welt in Bildern festhalten kann und sie so
anderen Menschen zugänglich machen kann. Dass man die Wirklichkeit einfrieren und nach seinen Vorstellungen konservieren kann.

MW: Wie würdest du Deinen eigenen Stil beschreiben?
JH: Hmm, schwierige Frage. Ein Markenzeichen ist eventuell die Weitwinkeloptik vieler meiner Bilder. Das nutze ich sehr gern, da es am ehesten meiner Wahrnehmung entspricht. Ob sich jetzt wirklich in meinen Bildern ein eigener Stil finden lässt, kann ich nicht sagen.

MW: Gibt es einen oder mehrere Fotografen, die du besonders toll findest und dich eventuell in deiner Art zu fotografieren beeinflusst haben?
JH: Es gibt viele Fotografen deren Arbeiten ich bewundere und die mich inspirieren, ich könnte jetzt aber keinen benennen, der mich bewusst direkt beeinflusst hat. Interessant finde ich zum Beispiel Andreas Feininger und ich kann mich auch mit vielen seiner Aussagen identifizieren. Aktuell finde ich in Sachen Landschaft Jay Patel sehr gut und Benjamin Monn im Bereich Architektur.

round & round

MW: Die Fotografie ermöglicht dem Fotografen, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Was machst du, wenn du mal in einem „Kreativloch“ steckst?
JH: Abwarten! Ich steck grade in einem, glaub ich. Bis jetzt ging jedes irgendwann wieder vorbei ;-)

MW: Gab es schonmal den Punkt an dem du am Liebsten aufgehört hättest zu fotografieren? Wenn ja wieso und was hast du dagegen gemacht?
JH: So krass war es noch nicht. Aber es gab schon Phasen wo ich meine Kamera wochenlang nicht angefasst habe, weil ich einfach keine Lust drauf hatte oder ich nicht wusste was ich fotografieren sollte. Man sollte sich nicht dazu zwingen, wenn man absolut keine Lust drauf hat. Pausen helfen. Irgendwann kommt die Motivation von alleine wieder (bis jetzt zumindest;-)

MW: Gibt es etwas, dass du unbedingt noch fotografieren möchtest, aber noch nicht die Möglichkeit dazu hattest?
Johannes: Jedes Stück geile Architektur oder Natur wo ich noch nicht war. Und das ist ziemlich viel ;-)
Konkret zum Beispiel New York oder die gesamte Landschaft der USA.

nightcolorMW: Dein eigener Favorit unter deinen Bildern?
JH: Einen All-time-Favorit gibts da nicht, ändert sich ständig. Aktuell liegt mir diese Aufnahme vom Porsche Museum am Herzen, da kommt vieles zusammen was für mich ein gelungenes Bild ausmacht ;-) (Siehe rechts)

MW: Gehst du lieber alleine oder mit Freunden auf Fototour? Warum?
JH: Bisher nur allein, so kann ich mich voll und ganz auf die Sache konzentrieren. Mit der richtigen Person
aber sicher auch mal zu zweit möglich, bisher hat sich da noch nichts ergeben.

MW: Wo siehst du deine größten Schwächen in der Fotografie an denen du noch arbeiten musst?
JH: Meine Unsicherheit in bestimmten Situationen, wenn es mal Ãœberwindung kostet etwas zu fotografieren oder etwas zu tun um ein gutes Foto zu bekommen. Sich auch mal in neue Richtungen zu entwickeln.

MW: Wo siehst du dich in einem Jahr?
JH: Mit vielen neuen Bildern auf fotografisch weiterentwickelten Ebenen … hoffentlich. Oder so.

MW: Braucht es Talent um professioneller Fotograf zu werden? Oder reicht volles Engagement und harte Arbeit aus?
JH: Hmm, keine Ahnung, da kann ich nur Vermutungen anstellen, ich mach das ja nur als Hobby. Kommt sicher auch auf die jeweilige Sparte an. Als Werbefotograf oder künstlerisch arbeitender Fotograf braucht man vielleicht mehr Talent als wenn man Produktfotograf werden will.

MW: Welchen Tipp kannst du angehenden Fotografen mit auf den Weg geben?
JH: Abgesehen von den technischen Grundlagen sich nicht zu viel um die Technik scheren, sondern einfach viel ausprobieren.
Herausfinden was einem liegt, was einem gefällt, und sich in diese Richtung weiterentwickeln. Das Fotografieren was einen interessiert.

MW: Vielen Dank, dass du Dir Zeit für meine Fragen genommen hast, Johannes. Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg mit der Fotografie!

ways VI

Hier könnt ihr Johannes und seine Fotos finden:

http://www.pfnphoto.com
http://www.flickr.com/photos/pfn/

Fotograf & Blogger Martin Gommel im Interview

Martin GommelMartin Wolf: Hallo Namensvetter!
Martin Gommel: Servus Martin.

MW: Normalerweise würde ich jetzt sagen, stell dich den Lesern doch erstmal vor. Aber ich glaube in der Blogospähre bist du ja schon bekannt wie’n bunter Hund. Dennoch, eins, zwei Sätze zu Dir?
MG: Aber gerne doch. Ich bin 28, verheiratet und frisch gebackener Vater. Als Fotograf arbeite ich in den Bereichen Landschaft, Hochzeit und Portrait und gebe auf kwerfeldein.de Tipps & Gedankenanstösse zur Fotografie.

MW: Du betreibst den wohl bekanntesten deutschen Fotografieblog, Kwerfeldein.de. Wie kam es dazu und war dir von vornherein klar, wieviel Potenzial in diesem Blog steckt?
MG: Nun, ich habe kwerfeldein.de gestartet, weil viele Freunde von mir damals mit dem Bloggen begannen und ich das Ganze ne feine Sache fand. Ich mein, die Idee, dass jeder seine Gedanken uneingeschränkt veröffentlichen kann, die begeistert mich noch heute und diese Freiheit liebe ich einfach. Damals wusste ich wohl kaum, wieviel darin stecken wird, denn zu Beginn habe ich ja auch nur persönliche Updates gespickt mit ein paar Fotos gepostet.

Coffee

MW: Du erreichst sehr viele Leute über deinen Blog und hast Dir schon einen Namen gemacht. Könntest du Dir vorstellen mal eine Art Flickr Round Up (a la Chase Jarvis) oder Ähnliches aufzuziehen?
MG: Erwischt ;) Martin, ein Treffen mit den Leuten von Kwerfeldein.de ist schon lange geplant. Dieses Jahr hat es leider nicht geklappt, weil wir zu kurzfristig geplant haben und deshalb es an vielen Ecken und Enden nicht gepasst hat. Nächstes Jahr gibts ein Treffen, das steht jedenfalls fest.

MW: Vor kurzem hast du deine neue Seite MartinGommel.de gestartet. Ich freue mich sehr dort mehr über deine kommerzielle fotografische Arbeit zu lesen.
Hat es einen besonderen Grund, dass du diesen Teil aus Kwerfeldein.de ausgliederst?

MG: Definitiv. Das neue Blog soll einfach ein Portfolio sein, in dem ich mich als Fotograf zeige und das nix mit kwerfeldein.de zu tun. Kwerfeldein.de richtet sich an motivierte (Hobby-)fotografen, martingommel.de an potentielle Hochzeitspaare und Einzelpersonen, die mich dann beauftragen sie zu fotografieren.

MW: Du bist vor kurzem Vater geworden. Erhöht das den Druck fotografisch erfolgreich zu sein um die Familie ernähren zu können? Wie gehst du damit um?
MG: Auf jeden Fall erhöht das den Druck. Es ist eine ganz andere Sache, für 2 andere Menschen mitverantwortlich zu sein als nur für sich alleine. Aber das ist cool, das pusht mich weiter nach vorne und ich versuche den Schwung mitzunehmen.

Sleeeeeep

MW: Glaubst du, es ist in der derzeitig schlechten wirtschaftlichen Lage der richtige Zeitpunkt für junge Leute Fotograf zu werden?
MG: Ui. Bei dem Thema kann ich nur von mir sprechen und sagen, dass es sich für mich zu 100% gelohnt hat, den Schritt zu gehen. Ich denke, die Frage kann nur jeder für sich selbst beantworten. Es ist sicherlich zu Beginn kein Zuckerschlecken, aber das hat ja auch keiner versprochen – ausserdem ist es mit jedem Job so. Wer sich selbständig machen will, der braucht ne Brise Risikofreudigkeit und den Biss auch durch schwere Zeiten zu gehen. Dass der Beruf des Fotografen heute ganz anders gestellt ist als vor 10 Jahren, ist ja klar. Das Internet hat die Welt einfach auf den Kopf gestellt und da ist es gut, sich frühzeitig schlau zu positionieren. Kwerfeldein.de & martingommel.de ist der Versuch, das zu tun.

MW: Nun aber etwas mehr zu deiner fotografischen Arbeit.
Wie würdest du Deinen eigenen Stil beschreiben?

MG: Da sprichst Du ein gerade hochaktuelles Thema an, denn ich bin gerade dabei mich stilistisch einwenig zu fokussieren. Wo das enden wird, ist noch nicht klar, aber ich kann mir vorstellen, meine zukünftigen Landschaftsaufnahmen im 6×6 (oder 1×1) Format in Schwarzweiss und ab und an in Farbe zu präsentieren. Portraitmässig bin ich jeder der freie, da gibts bis auf HDR keine Beschränkungen.

MW: Die Fotografie ermöglicht dem Fotografen, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen.
Was machst du, wenn du mal in einem „Kreativloch“ steckst?

MG: Das kommt auf die Situation an. Wenn ich einen Job mache gibts diese Frage nicht und bei meinen Landschaftsaufnahmen mach ich mir ohnehin keinen Druck.

MW: Gab es schonmal den Punkt an dem du am Liebsten aufgehört hättest zu fotografieren? Wenn ja wieso und was hast du dagegen gemacht?
MG:  Ehrlich gesagt hatte ich das noch nicht. Ich hatte schon viele Zeiten, in denen ich (an mir) schier verzweifelt bin oder beinahe durchgedreht bin, weil mir alles zu viel wurde, aber mit Fotografieren aufhören? Never.

Into The Night I Fall

MW: Gibt es etwas, dass du unbedingt noch fotografieren möchtest, aber noch nicht die Möglichkeit dazu hattest?
MG: Klar doch. Das geht los im französischen Burgund über die polnischen Landschaften und die Wüsten Afrikas. In den Staaten würde ich wohl ebenfalls nur die Kamera betätigen und die Eskimos sind auch so ein Fall. Und das Thema Menschen ist ja auch nie ausgereizt, gerade ältere Leute sind so ein Projekt, das ich mir gut vorstellen kann – wobei wir schon beim nächsten Thema währen: Sozial schwach gestellte Menschen und und und. Du siehst, es gibt wohl mehr Sachen, die mich interessieren, als ich jemals umsetzen werde.

MW: Dein eigener Favorit unter deinen Bildern?
MG: Meistens mein Neuestes.

MW: Gehst du lieber alleine oder mit Freunden auf Fototour? Warum?
MG: Mal so, mal so ;) Also klar, manchmal brauch ich eher meine Ruhe und manchmal freu ich mich über Gesellschaft. Beide Formen sind für mich wichtig und ergänzen sich wunderbar.

MW: Wo siehst du deine größten Schwächen in der Fotografie an denen du noch arbeiten musst?
MG: Oh, groooooßes Thema, Martin. Ich würde sagen, meine grösste Schwäche ist, dass ich sehr sprunghaft bin und gerne mal dies, mal das mache. Mein Businessberater fängt das zwar mittlerweile ganz gut ab und gibt mir dann Feedback aber das muss ich dringen in den Griff bekommen. Sachen fokussieren, dranbleiben, Kerzkompetenzen ausbauen, das ist die Devise.

MW: Wo siehst du dich in einem Jahr?
MG: Einen grossen Schritt weiter, was die Arbeit mit Portraits und Hochzeiten betrifft. In einem Jahr sollte kwerfeldein.de noch wesentlich reifer sein und ein frisches Redesign wär auch mal an der Zeit.

The Großglockner

MW: Braucht es Talent um professioneller Fotograf zu werden? Oder reicht volles Engagement und harte Arbeit aus?
MG: Ich denke, dass Engagement und Talent nicht voneinander zu trennen sind. Beides ist eng miteinander verknüpft und ich versuche ständig daran zu arbeiten.

MW: Welchen Tipp kannst du angehenden Fotografen mit auf den Weg geben?
MG: Rockt die Fotografie. Lebt die Fotografie. Versucht Euch an verschiedenen Dingen. Probiert, fotografiert, übt und haut Eure Bilder raus.

MW: Vielen Dank für Deine Zeit, Martin.
Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg mit der Fotografie und Kwerfeldein.de!
Wenn du möchtest, kannst du jetzt noch ein paar Zeilen loswerden.

MG: Cool. Danke Martin für das nette Interview. Hat Spass gemacht!

Latitude

Fotograf Daniel Gebhart im Interview

Daniel Gebhart

Foto by Christian Pitschl

Ende letzter Woche hatte ich die Möglichkeit ein Interview mit Daniel Gebhart zu führen.
Daniel ist Fotograf, 26, verlobt, geboren in Tirol und lebt jetzt in Wien und betreibt dort zusammen mit Nadine Bargad das Fotostudio „Sonnendeck„.

Aber nun auch ohne viel Vorgerede zum Interview. Viel Spaß!

Martin: Ich weiß, dass du ursprünglich einen anderen Beruf gelernt hast. Wie kam es dazu die Fotografie Vollzeit zu betreiben?

Daniel: Als Systemadministrator war ich immer nur der Arsch. Mit meinen Fotografien bekam ich sehr schnell sehr direktes Feedback und auch hin und wieder mal ein wenig Lob. Das war eine vollkommen neue Erfahrung die mich stark motiviert hat. Meinen Biss und die große Begeisterung an meiner neuen Passion bemerkten auch einige Agenturen und Neukunden, die mich schon bald sehr gut auslasten konnten. Eigentlich dachte ich mir, dass ich neben der Fotografie noch öfters IT-Jobs annehmen werden müsste um über die Runden zu kommen. Doch das war dann zum Glück nicht so und ich merkte, dass ich mit meiner neuen Leidenschaft auch beruflich sehr erfolgreich sein kann.

M: Das Fotografenleben ist sicherlich nicht immer so einfach wie man sich das als Hobbyfotograf vorstellt.
Auf was muss man sich einstellen, wenn man Fotograf werden will?

D: Womit ich nie gerechnet hatte ist, wie viele Jobs man als selbständiger Fotograf plötzlich hat. Die Zeit hinter der Kamera wird nämlich verschwindend klein im Vergleich zur Zeit die man mit Buchhaltung, Organisation, Gesprächen, Marketing, Location Scouting, Projektmanagement, Retusche, etc. verbringt.

M: Man muss also quasi ein kleines Allround Talent sein?

D: Oder die richtigen Leute finden die einem dabei unterstützen.

Andreas Hofer lebt

M: Du warst für ein Praktikum von März bis Juni 2008 in New York bei Magnum Photos, wie kam es dazu und wie hat es Dir gefallen?

D: Ich habe mich dort ganz regulär bei denen beworben und rechnete eigentlich nicht damit noch jemals was von ihnen zu hören bis dann kurze Zeit später die frohe Botschaft kam. Die Zeit in New York war sehr lehrreich und interessant. Ich habe viele Bilder gemacht (http://photographer-in-ny.com/) und bin ziemlich viel rum gekommen. So war ich auch öfters am Land in Philadelphia/Pennsylvania, am Meer in Long Island und Long Beach sowie in Miami Beach – wenns mir wie so oft zu laut und stressig wurde in New York City. Zum Glück lebte ich in einer sehr sehr schönen Gegend in Brooklyn / DUMBO – dort gibt es viele schöne Galerien und es fand dann auch das New York City Photo Festival genau vor meiner Haustüre statt. VII hatte seinen Hauptsitz direkt neben mir. Und um die Ecke war Power House Books wo ständig neue Bücher bei Freibier vorgestellt wurden.

M: Was fasziniert dich an der Fotografie am Meisten?

D: Wie viele fragen hast du noch? können wir die auslassen?

M: Haha :D Fragen sind genügend da. Welches Equipment nutzt du? (Kamera, Monitor, Bildbearbeitungssoftware)

D: Ich fahre zweigleisig. Analog und Digital. Mein Herz schlägt für die analoge Fotografie. Digital verwende ich hauptsächlich kommerziell. Analog für freie Projekte. Einer meiner liebsten Analog-Kameras, der Mamiya7, habe ich sogar ein eigenes Weblog gewidmet (http://mamamiya.at/). Seit kurzem habe ich mir eine analoge Kleinbildkamera von Nikon (FA) gekauft mit der ich jetzt auch alle meine digitalen Fixbrennweiten, die sonst auf der Nikon D700 stecken verwenden kann. Partyfotos und sonstige trashige Bilder ala http://danielgebhart.com/multimedia/notrb/ schieße ich gern mit der Contax T2 – eine Point and Shoot. Vor kurzem habe ich mir sehr viele 220er Mittelformat Filme gekauft, mit denen ich 32 Bilder auf meiner Contax 645 (6 x 4,5) raus bekomme. Daher schieße ich auch mit der wieder vermehrt. Von einer meiner aller schönsten Kameras, der Bessa R2M (http://danielgebhart.com/blog/2009/03/12/voigtlaender-bessa-r2m-zu-verkaufen/) trenne ich mich gerade. Denn die meisten Kameras verlieren nach einer gewissen Zeit ihren Reiz und es wird Zeit neue Kameras, Filme, Objektive zu verwenden und frischen Wind in den eigenen Stil zu bringen finde ich.
Ahja, als Monitor verwende ich einen hardwarekalibrierten Eizo und natürlich Adobe Photoshop unter Mac OSX.

Lara De Koekkoek

M: Das Video deiner Verlobung (http://danielgebhart.com/blog/2009/02/27/wir-sind-verlobt/), zu der ich euch auch noch herzlichst gratuliere, finde ich eine großartige Idee und ist auch sehr schön umgesetzt mit der Verbindung von Video, Ton und Fotos.
Würdest du auch gerne für Kunden mal Video/Foto Produktionen machen? Ich denke da besonders an die DSLR Generation mit Videofunktion.

D: Danke, Martin. Das Video hat nur nebenbei mitgedreht. Wir haben es zum Glück schnell vergessen wärend der ganzen Aufregung rund um den Antrag. Lara konnte ich das Video unbemerkt unterjubeln in dem ich ihr gesagt habe ich möchte uns beim Tanzen filmen vor dieser wunderschönen Kulisse. Wir hörten romantische Musik mit Kopfhörern übers iPhone und ich wollte somit die richtige Stimmung aufbauen. :)
Für Kunden mache ich schon seit längerem immer wieder mal Fotoslideshows mit Ton/Musik unterlegt.
Das mit dem Video werde ich demnächst auch kommerziell mal testen. Der erste Kunde bekommt es gratis dazu und freut sich bereits darauf.

M: Na das klingt doch sehr gut. Und der Antrag war ja wirklich super geplant und absolut romantisch. :)
Die Fotografie ermöglicht dem Fotografen, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen.
Was machst du, wenn du mal in einem „Kreativloch“ steckst?

D: Ich verreise gerne und viel (http://www.dopplr.com/traveller/dkg). Aber auch kurze Thermenaufenthalte und Wochenendtrips reichen oft aus um neue Energie zu tanken.

M: Gibt es eine besonders schöne fotografische Erfahrung, die du auf einer deiner Reisen gemacht hast?

Death by Audio, Live in Concert

D: Bei diesem Foto war ich echt froh die richtige Kamera am richtigen Ort bei mir zu haben. Das war definitiv ein Erfolgserlebnis. (http://www.youtube.com/watch?v=aPV7UZtaVTo)

M: Wo siehst du deine größten Schwächen in der Fotografie an denen du noch arbeiten musst?

D: Ich hätte oft gerne mehr Geduld und Gelassenheit. Womöglich liegt das aber auch an meiner „Jugend“. Der ständige Tatendrang macht mich manchmal echt wahnsinnig.

M: Besser als irgendwann Still zu stehen und sich nicht mehr zu entwickeln.
Wo siehst du dich in einem Jahr?

D: Vermehrt im Editorial und Reportage Bereich für schöne Blätter, die gute Fotografie zu schätzen wissen.

M: Hast du da eine bestimmte Strategie, die Jobs zu bekommen, die du gerne machen würdest?

D: Einer meiner wichtigsten Vorsätze für dieses Jahr war es öfters mal Jobs, die mir nicht so liegen abzusagen und dafür weniger Aufträge, diese dafür allerdings umso genauer und professioneller abzuwickeln. Die Strategie ging bisher recht gut auf.

Bratislava

M: Das ist doch sehr schön, wenn das ob der aktuellen allgemeinen wirtschaftlichen Lage funktioniert. Freut mich für dich! :)
Und zum Schluss noch die Frage, die jeden immer interessiert:
Welchen Tipp kannst du angehenden Fotografen mit auf den Weg geben?

D: Wenn man will, dann geht alles. Es ist wichtig ein Ziel vor Augen zu haben und alles daran zu setzten dieses zu erreichen. Wenn man es dann noch schafft sich dafür mehr Zeit als ich zu nehmen und die Sache etwas gelassener angeht, dann hat mans echt geschafft. :)

M: Vielen Dank für Deine Zeit, Daniel!
Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg mit der Fotografie!

Wenn ihr über alles was Daniel so macht immer auf dem neusten Stand sein wollt, hier gibt es seinen ultimativen RSS Feed. Ihr findet Ihn außerdem hier auf Twitter. Und für alle die oben keinen einzigen Link angeklickt haben, hier Daniels Blog:

http://danielgebhart.com/blog/