Im Gespräch mit Streetfotograf Martin Wolf

Ich habe Yannic Vollenweider Rede und Antwort gestanden. Es geht in diesem kurzen Interview um (meine) Fotografie. Von der Ausrüstung bis hin zur Frage was ein gutes Bild für mich ausmacht. -> Zum Interview auf yavo.ch

Interview auf digitale fotoschule

Alexander von digitale fotoschule hat mir letztens ein paar Fragen zu mir, Fotografie und Webentwicklung gestellt. Die Antworten findet ihr hier. Viel Spaß beim Lesen.

Zack Arias auf Formspring

Schon immer mal eine Frage an Zack Arias gehabt? Jetzt ist die Chance, denn Zack scheint wohl gerade seinen neu eingerichteten Formspring Account zu nutzen. Ich fürchte das wird nicht ewig anhalten. Es gibt schon ein paar interessante Antworten, es lohnt also auch wenn ihr nur lesen und nichts fragen wollt.
Ich finde Zack Arias ist nach wie vor einer der authentischsten und sympathischsten „bekannten“ Fotoblogger und das zeigt sich auch hier wieder in seinen Antworten. Ich werde noch eine Weile mit lesen.

Im Gespräch mit Besim Mazhiqi

Moin Moin Besim. Wie würdest du dich einer fremden Person in drei Sätzen vorstellen?

Hi, ich bin Besim. (Hier folgt normalerweise ein Frage-Antwort-Spiel, bei dem zuerst noch mal nach dem Namen gefragt wird, ich ihn noch deutlicher als beim ersten Mal ausspreche, dann wieder gefragt wird, ich die schnelle Variante (Bsm) versuche, die aber oft auch nicht klappt, dann wieder nachgefragt wird, ich die Vokale besonders betone, dann wieder gefragt wird… und so weiter. Eigentlich komme ich nie zu einem zweiten Satz, oder sogar zu einem dritten. Deswegen kürze ich die übliche Geschichte hier mal ab)  Ja, ein schwieriger Name. (er zwinkert mit dem Auge)
Ich weiß. (er lacht)

Du bloggst zusammen mit Steffen Göthling auf Lens-Flare.de. Das ist aber nicht dein Vollzeitjob. Womit verdienst du die Brötchen für dich und deine Familie?

Ich blogge mit Steffen, stimmt. Auch wenn das viel Spaß macht, bringt es doch nur lauwarme Brötchen auf den Tisch. Die heißen Brötchen verdiene ich als Fotograf und Journalist. Lange Zeit habe ich mich als freier Mitarbeiter für diverse Redaktionen durchgeschlagen. Irgendwann wurden Magazine auf meine Arbeit aufmerksam, dann namhafte Unternehmen. Inzwischen bin ich fest bei einer Lokalzeitung angestellt. Die Veränderung passte perfekt zu privaten Umstellungen. Ich bin ja Papa geworden, wie du weißt.

Ja, vom Bloggen leben können in Deutschland ja doch eher sehr wenige. Hast du schon von Kind an den Wunsch gehabt Fotograf zu werden und hast du eine Ausbildung oder Studium im Fotobereich gemacht?

Ich habe Sprachwissenschaften und Philosophie studiert, hatte lange Zeit also gar nichts mit der Fotografie am Hut. Dann kam meine Zeit in New York. Das war vor fast genau zehn Jahren. Zwei Monate wollte ich mich im Big Apple rumtreiben. Da durfte ein Fotoapparat nicht fehlen. Meine Tante hatte eine Spiegelreflex, eine von Canon. Welche, weiß ich nicht mehr. Bereits zu Hause deckte ich mich mit Schwarzweiß-Filmen ein. Ilford, quer durch die Bank. Während des zehnstündigen Flugs an die Ostküste studierte ich die Bedienungsanleitung. Als wir landeten, legte ich los. Manhattan hat es mit einfach gemacht: An jeder Ecke sprangen mir Motive vor die Kamera. Und Menschen. Mit einigen von ihnen bin ich noch heute befreundet. Auch wenn sie kein Foto von mir zugeschickt bekamen. Denn: Beim dritten 36er-Film, den ich einlegte, hatte ich das Gefühl, die besten Fotos meines Lebens gemacht zu haben, auch wenn ich davor gerade mal zwei Filme vollgeknipst hatte. Als ich sie in ein Labor brachte, kam der Schock. Da ist nichts drauf, sagte der griechische Entwickler. Noch heute habe ich die Bilder und Menschen im Kopf, die ich damals fotografiert habe. Vielleicht waren es die paar Ouzo, die wir zusammen tranken, als wir über den leeren Film ins Gespräch kamen, die mir die Bilder ins Hirn brannten. Jedenfalls unterhielten wir uns zwei Stunden über Fotografie, NY, griechische Filmstars usw. Das tröstete etwas über die verlorenen Fotos hinweg. Trotzdem: Seitdem ist mir so etwas nicht mehr passiert.

Oh Mann, solche Erlebnisse bleiben in Erinnerung, das kann ich gut glauben. Und NYC ist wirklich ein Traum zum Fotografieren, das kann ich bestätigen.
Wie hast du dann den Sprung aus deinem damaligen Dasein zum freiberuflichen Fotografen geschafft?

Zufall! Wie so oft im Leben war es der Zufall, der mich zum freiberuflichen Fotografen gemacht hat. Durch Hochzeiten waren meine Fotos in der Gegend bekannt, durch Flickr weltweit. Damals, als ich noch regelmäßig Bilder bei Flickr hochgeladen habe, hatte ich jede Woche mindestens ein Foto, das es auf die Frontpage oder unter die beliebtesten Fotos geschafft hat. Man glaubt es nicht: Aber über Flickr habe ich viele nationale sowie internationale Anfragen reinbekommen. Britische und amerikanische Magazine wollten plötzlich meine Fotos drucken, spanische Reisemagazine ebenso, obwohl ich dort nie Fotos gemacht habe. Die Anfragen kamen von überall, später auch von Getty. Das alles blieb auch hier nicht unbemerkt. Eins kam zum anderen und plötzlich – ein bis zwei Beziehungen taten das Ãœbrige – arbeitete ich auch für namhafte Firmen in ganz Deutschland. Der Zufall, wie gesagt. Alles andere lief dann von allein.

Wie sieht mittlerweile ein normaler Arbeitstag bei dir aus, falls es dass überhaupt gibt? Wie viel Prozent deiner Arbeitszeit fotografierst du?

Seitdem ich eine feste Anstellung habe, gibt es tatsächlich einen fast geregelten Arbeitstag. Ich mache momentan nur Sport. Erst gestern sah es so aus, dass ich Ringen, Fußball, Volleyball und Basketball an einem Tag fotografiert habe. Das ist abwechslungsreich und macht sehr viel Spaß. Allerdings fehlt dann auch die Zeit, eine Sportart intensiver zu verfolgen. Sind zwei, drei gute Bilder im Kasten, geht es schon wieder zum nächsten Termin. Fotografie und Schreiben halten sich bei mir in der Waage. Die Hälfte der Zeit fotografiere ich, wofür ich mir auch wirklich Zeit nehme, weil ich eben aus der Sparte in den Beruf gerutscht bin und gewisse Anforderungen an mich selbst habe. Die andere Hälfte setzt sich aus dem Schreiben, dem Layouten der Seite, der Bildbearbeitung und dem Koordinieren neuer Termine zusammen. Nicht, dass mir das weniger Spaß machen würde und ich deswegen alles in die andere Hälfte meiner Arbeit packe. Es ist nur so, dass ich die fotografische Abwechslung ungemein genieße.

Das klingt ja wirklich nach einem recht ausgeglichenen Tag. Ich mag die Mischung aus aktiver Arbeit mit der Kamera und körperlich passiver Arbeit am Schreibtisch. Rein hypothetisch: Ich möchte mich in Richtung Fotojournalismus bewegen und für eine Zeitung/Magazin arbeiten. Was würdest du mir sagen oder raten? Wie geht man das pro aktiv an, wenn man nicht bei Flickr entdeckt wird?

Diese Frage bekomme ich sehr oft gestellt. Ich sage immer: Zeig den Leuten, was du machst. Woher sollen sie wissen, was du kannst, wenn sie nichts von dir sehen. Stell dir also eine kleine Mappe zusammen, geh zu der Zeitung deiner Wahl und zeig’ ihnen deine Arbeit. Das ist natürlich einfach gesagt, aber im Nachhinein habe ich schon oft gehört, dass es so geklappt hat. Das setzt aber auch voraus, dass man vorher mal Stadtfeste und interessante Termine von sich aus besucht und, ganz wichtig, die anderen Motive fotografiert. Denn viele machen nur das 0815-Zeug, das man täglich im Blatt sieht. Ãœber dich und deine Arbeit wird aber erst geredet, wenn du etwas Anderes machst.

Bewegen wir uns mal in die Technikecke.Welches Equipment nutzt du und was mich sehr interessiert, ist es dein privates?

Es ist mein privates Equipment, das ich nutze. Bisher. Ich bin schon gut ausgestattet zum Verlag gekommen. Deswegen brauche ich erst mal kein neues Equipment. Trotzdem gibt es aber so etwas wie einen Ausgleich für die Abnutzung meiner Sachen, die da wären: zwei Kameras (D700 und D7000) samt aller möglichen Objektive, von denen ich ein 17-35er am meisten für die Arbeit benutze. Ein 85er muss bei Porträts ran, ein 70-200er beim Sport. Einen Blitz habe ich natürlich auch immer dabei.

Interessant. Ich weiß, dass du Lightroom zur Verwaltung und Bearbeitung deiner Bilder nutzt. Wie viel Nachbearbeitung steckt in deinen Fotos für die Zeitung, bzw. wie viel darf drin stecken? Nimmst du die digitalen Daten mit nach Hause oder sind die sozusagen Zeitungseigentum?

Bei der Arbeit spielt Lightroom keine Rolle. Da arbeite ich mit Photoshop. Viel Nachbearbeitung steckt dann aber auch nicht in meinen Fotos. Ich versuche, gleich vor Ort alles richtig zu machen. Die Zeit, die bei der Nachbearbeitung draufgehen würde, stecke ich lieber in die Recherche für meine Artikel etc. Viel Nachbearbeitung ist sowieso nicht erlaubt. Ich war erst vor kurzem bei der Agentur dapd in Berlin. Ein Bekannter erzählte, dass sie erst  einen Fotografen gefeuert haben, weil er ein Foto gespiegelt hatte. Das sei nicht groß aufgefallen, weil keine Schrift o.ä. im Bild zu sehen gewesen sei, aber auch so etwas verfälscht die Wirklichkeit. Deswegen geht es nur ein bisschen an die Kontraste und Helligkeit. Mehr wird nicht gemacht, jedenfalls von mir nicht. Und wenn, dann wird es gekennzeichnet. Die Fotos sind sowohl Eigentum des Verlags als auch weiterhin meine Fotos. Jedenfalls ist das in unserem Haus so.

Okay, das klingt für mich auch logisch und nach der besseren Zeitverteilung.
Du hast mit Christoph Schupmann in der Vergangenheit schon mehrmals einen Lightroom Workshop gegeben. Plant ihr da für die Zukunft wieder was?

Wir planen neue Sachen, auch in Zusammenhang mit Lightroom. Momentan ist alles im Umbruch. Viel darf ich noch nicht verraten, aber wir wollen das Shooting an sich anders gestalten und später dann in die gezielte Bearbeitung mit Lightroom gehen. Version 4 verspricht ja einige Veränderungen, auch wenn die mir noch nicht zu weit gehen. 

Noch kurz zu Christoph: Er ist das perfekte Beispiel dafür, wie es über Flickr und Co. zu neuen Bekanntschaften und Möglichkeiten kommen kann. Vor Jahren haben wir uns auf Flickr getroffen und waren uns auf Anhieb sympathisch. Mails wurden hin und her verschickt, Fotos ausgetauscht, wir unterhielten uns über Fotografie… bis irgendwann die Idee im Raum stand, einen Workshop zu veranstalten. Inzwischen ist er ein Freund geworden, den ich nicht mehr missen möchte, sowohl im privaten Bereich als auch in Sachen Fotografie. Das Gute daran: Ich schätze Christophs Hochzeitsfotografie. Die ist um Längen besser als der Kram, der einen sonst so streift. Meinen persönlichen Hochzeitsfotografen habe ich also schon gefunden!

Ich entdecke Flickr für mich ja gerade erst wieder neu und bin gespannt was da noch so passiert. Sie haben ja einige Veränderungen für 2012 angekündigt.
Aber noch mal zu Lightroom. Was würdest du dir denn konkret für Version 4 wünschen?

Ich wusste, dass du diese Frage stellen würdest. Vielleicht komme ich erst mal zu den Dingen, die mir gefallen. Ich finde es gut, dass sie die ACR-Engine weiterentwickelt haben. Nichts, was ich sonst so sehe, schlägt das Entwickeln-Modul. Die Korrekturpinsel sind noch besser geworden. Von der noch weiter entwickelten Rauschreduzierung bin ich begeistert, auch wenn ich die nur selten nutze. Was mir fehlt wirklich fehlt, sind Verbesserungen in Sachen Slideshow. Ich muss immer noch zu Aperture oder iMovie greifen, um da ansprechende Sachen für meine Kunden – seitdem ich ein Kind habe und meine Bilder zeige, werde ich ständig für Baby- und Familienshootings gebucht – zu gestalten. Dass Adobe Video eingebaut hat, ist schön, aber zu rudimentär. Was soll man damit anfangen. Apple gibt uns seit Jahren Ken Burns und Adobe schafft es noch nicht mal, uns Ron Howard zu geben – das habe ich vor kurzem irgendwo gelesen und finde, dass es gut passt. Aber warten wir mal ab, was für Ãœberraschungen die finale Version für uns bereithält.

Du sprichst das Slideshowmodul an und ich werfe noch das Onlinegaleriemodul auf den selben Haufen.
Ich danke Dir für deine Zeit, Besim. Ich fand es sehr interessant einen Einblick in dein (Fotografie-)Leben zu bekommen und ich hoffe wir sehen uns bald mal wieder.
Abschliessend noch eine Frage: Wenn du zurück blickst, was würdest du aus heutiger Sicht deinem gerade mit Fotografie beginnenden Ich mit auf den Weg geben?

Meinem gerade mit der Fotografie beginnenden Ich?
Dem würde ich sagen: Mach es wie früher und nimm die Kamera jeden Tag zur Hand. Du musst ein Junkie sein. Stelle dich den Möglichkeiten, verzweifle an ihnen. Widme deine Zeit den Dingen, an denen du gescheitert bist. Und versuche sie wieder, noch öfter als damals und vielleicht auch noch öfter als heute.

Das hört sich für viele sicherlich weit weg an, es geht aber ums Probieren. Darum, den einen Moment beim Drücken des Auslösers zu finden, in dem alles stimmt. Dahin kommt man nur durch eben jenes Probieren, durch die Erfahrung, die sich daraus ergibt. Das würde ich meinem jungen Ich mit auf dem Weg geben.

Bis hoffentlich bald mal wieder. Danke.

Ihr fragt, ich antworte.

Im Gespräch mit Jens Franke über sein „HUNDERT TAGE“-Projekt

Hallo Jens, einige Leser kennen dich vielleicht schon von deinem Projekt “Lebensraum Eilenriede”, das mir auch schon sehr gut gefiel. Aber für alle anderen: Stell dich doch einfach kurz mal vor.

Meine Brötchen verdiene ich als freiberuflicher Senior Interactive Developer, Dozent und Autor. Die Fotografie bewahre ich mir seit knapp 10 Jahren als Hobby, dem ich mal mehr und mal weniger Zeit widmen kann.

Seit gut drei Jahren habe ich meine Kamera aber wieder fast täglich auf den Spaziergängen mit meinem Hund dabei. Das Resultat dieser intensiven Auseinandersetzung mit der Fotografie war im letzten Jahr das Kalenderprojekt “Lebensraum Eilenriede”, wo der Erlös einer Einrichtung im hannoverschen Stadtwald gespendet wurde.

Aus fotografischem Antrieb habe ich ansonsten bis dato Norwegen, Schweden, Island und Österreich zu Fuß, mit Ski und mit Kanu bereist.

Die klassischste aller Fragen darf natürlich nicht fehlen: Wie kamst du auf die Idee für das Projekt “HUNDERT TAGE – zu Fuß durch Deutschland mit Jens Franke”?

Der Ursprung der Idee war, dass ich mir nach 10 Jahren Arbeit einen längeren Urlaub gönnen wollte. Motiviert von einigen Weltenbummlern in meinem Freundeskreis schwebten mir auch erst ferne Länder oder der bekannte hohe Norden vor.

Als Dauer hatte ich initial an zwei oder drei Monate gedacht, aber das klang mir zu gewöhnlich. Da ich in meinem Leben immer probiere alles mit 100% zu machen, stand auf einmal die Zahl 100 im Raum und die fühlte sich sofort richtig an.

Aus den fernen Ländern wurde die Heimat Deutschland. Eine Heimat, von der ich vor allem im süddeutschen Raum wenige der landschaftlichen und kulinarischen Schätze, Geschichte und Brauchtümer kannte. Zudem gab mir Deutschland das Gefühl, dass die Anreise mit Hund deutlich leichter wird, er immer willkommen sein wird und auch seine Verpflegung kein Problem werden würde.

Hundert Tage sind ja recht lange. Wo hast du die Zeit hergenommen und wie finanziert sich so eine Reise?

Es bedurfte einiger Abstimmungen, um bei meinen drei Standbeinen einen Freiraum von 100 Tagen zu schaffen, aber am Ende war den Mut aufzubringen schwieriger als die eigentliche Umsetzung. Die Reise habe ich mir durch fleißiges sparen in den letzten zehn Jahren komplett selbst finanziert.

Wie weit im Vorfeld hast du angefangen zu planen, was gab es besonders zu beachten? Wie ist die Route entstanden und hattest du Hotels/Pensionen schon im Vorfeld gebucht?

Die Idee zu der Reise entstand im Sommer des letzten Jahres. Die Planung nahm zirka 8 Monate in Anspruch, wobei das Wort Planung ein wenig hochgestochen ist. Ich habe viele Dokumentationen über Deutschland (“Die Deutschen” und “Deutschland von oben“) gesehen, ich las klassische Literatur wie die Harzreise von Heinrich Heine, die Sozialstudie “Deutschland umsonst” von Michael Holzach, recherchierte in Bild- und Naturbüchern, wie “Wildes Deutschland” und “Deutschlands unberührte Naturparadiese” von Norbert Rosing, “Der deutsche Wald” von Detlev Arens und “Deutschlands Wälder” von Olaf Scholz und Peter Laufmann.

Die grobe Reiseroute nahm Form an, bestand aber eher noch aus Gebieten und weniger aus definierten Orten und Wegen. Die Detailplanung war Teil der eigentlichen Reise und ich plante immer für ca. eine Woche im voraus. Die anfängliche Naivität, dass man in den Ortschaften sicherlich immer eine Unterkunft finden würde, legte sich schnell. Mit Hund für eine Nacht bist Du nicht gerade die Wunschvorstellung eines Gastes. So probierte ich immer 3-4 Tage im Voraus eine Unterkunft für uns zu finden. Es war eine Mischung aus Berghütten, Pensionen, Hostels und schäbigen Hotels. Ein unglaublicher Einblick in die Welt der Brauntöne, die einen eigenen Pantonefächer verdient hätten.

Ist das Projekt für dich mehr ein Fotografieprojekt, in dem du Deutschland zeigen möchtest, oder ist die Fotografie eher ein Nebenprodukt der eigentlichen Reise?

Am besten lässt sich das Ziel der Reise mit dem norwegischen Begriff “Friluftsliv” zusammenfassen. Mir ging es in erster Linie um die Erholung im Freien. Ohne die Zwänge des Alltags und mit einer ordentlich Portion Ruhe die unbekannten Orte zu Fuß erkunden und zu erleben.

Im Vorfeld wußte ich nicht, ob ich Lust haben werde 100 Tage am Stück jeden Tag so viel Zeit der Fotografie zu widmen. Heute weiß ich, dass die Fotografie und das Schreiben des Reisetagebuchs ein wichtiges Vehikel für die tägliche Motivation und der Antrieb auf mehr als 43000 Höhenmetern und über 1200 Kilometer war.

Die Kombination aus Bild und Text kann ich nur jedem Reisenden empfehlen, weil sie wohl Gegenspieler als auch Verbündete sein können. Ich habe mir vorgenommen selbst auf kurzen Reisen in Zukunft ein Tagebuch in der Art zu führen, weil man so Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke besser ins Gedächtnis rufen kann.

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Paul Ripke beantwortet Facebookfragen

Paul war langweilig und ließ sich ein paar viele Fragen per Facebook stellen, die er dann im Schnelldurchlauf beantwortet hat. Wie immer, unterhaltsam.

11 Fragen – Ein Interviewprojekt

Hallo! Ich habe mal wieder etwas Neues. Aufgepasst! Und zwar geht es um das Interviewprojekt: 11 Fragen.

11 Fragen ist ein Interviewprojekt bei dem jeder Fotografiebegeisterte mitmachen kann. Es gibt einen fertigen Fragenkatalog bestehend aus elf Fragen, die jeder beantworten und mir mit samt Portrait und vier seiner Fotos zuschicken kann. Ich baue dann alles ein.

Hier geht’s zum Fragenkatalog und den Angaben für die Fotos.

Diese Art von „Interviewprojekt“ ist nicht neu, das ist mir klar. „The Setup“ oder im deutschen Bereich „Das Setup“ haben es im IT/Webbereich vor gemacht, ich importiere die Idee jetzt in den Fotobereich. Möchte mich dabei aber nicht, wie die Vorreiter auf euer Setup/Equipment beziehen sondern mich von der materiellen Ebene weg bewegen.

Ich würde mich freuen, wenn ihr euren Freunden davon erzählt und wir eine große Sammlung Interviews zusammen bekommen.

Florian Letsch, Steffen Göthling und Patrick Romer haben schon mal den Anfang gemacht und zeigen, wie’s geht.

Also haut in die Tasten und flutet mein E-Mail Postfach! :)

Flickrfotograf Philipp Böhme im Interview

Schon vor einer Weile fielen mir die Fotos von Philipp Böhme bei Flickr auf. Besonders seine Portraitserie „Sommer vom Dach“ hatte es mir angetan. Als ich vor ein paar Tagen wieder mal ein paar seiner Fotos bei Flickr zu meinen Favoriten hinzufügte, dachte ich mir, dass ich ihn doch eigentlich mal nach einem Interview fragen könnte. Philipp hatte Lust und war so nett und hat mir ein paar Fragen beantwortet.
Viel Spaß beim Lesen!

Martin Wolf: Hallo Philipp! Schön, dass du dir die Zeit nimmst und mir ein paar Fragen beantwortest. Am Besten du stellst dich erstmal kurz vor.
Philipp Böhme: Hallo, ich bin Philipp (Flickr, Website) und komme ursprünglich aus Magdeburg. Zurzeit lebe ich in Leipzig und studiere hier Geographie bzw. arbeite an meiner Diplomarbeit.

MW: Am Besten wir beginnen ganz vorne. Wie bist
du zur Fotografie gekommen?

PB: Vor knapp drei Jahren habe ich mir die erste DSLR geholt. Mit der Fotografie habe ich mich vorher nie wirklich beschäftigt aber ich glaube nächtliche Langzeitbelichtungen fand ich damals richtig faszinierend und ich wollte das auch können. So hat sich dann das Hobby Fotografie zunächst sehr langsam entwickelt und ich könnte mir heute kaum noch vorstellen mal eine Woche nicht Fotos anzuschauen oder selber zu fotografieren.

MW: Auf deine Photos bin ich durch deine Serie „Sommer vom Dach“ aufmerksam geworden, von der mir nahezu alle Bilder ins Auge gesprungen sind und ich den kleinen rosa Stern bei Flickr drücken musste. Was reizt dich an Portraits, bzw dem Fotografieren von Menschen am Meisten?
PB: Ich glaube Menschen können Emotionen und Geschichten einfach sehr gut auf Fotos transportieren und es ist immer einer Herausforderung ausdrucksstarke Portraits zu machen und das Schöne und Interessante an den Menschen vor der Kamera zu zeigen.

MW: Wie hast du angefangen Menschen zu fotografieren? Wie findest du deine Modelle?
PB: Anfangs habe ich einfach Freunde vor die Kamera gezerrt bzw. im Bekanntenkreis die Leute angesprochen ob sie Lust hätten als „Ãœbungsmodelle“ vor der Kamera zu stehen. Daran hat sich bisher auch kaum viel geändert. Den Schritt zu den Online-Model-Karteien habe ich mir bisher nicht zugetraut.

MW: Hast du einen festen Plan mit Motiven in deinem Kopf, wenn du ein Shooting machst?
PB: Ich habe im Vorfeld meist eine grobe Idee wo ich die Fotos machen möchte, welche Art von Kleidung dabei sein sollte etc. Es sollen aber trotzdem einfache Portraits ohne zu künstliche Posen werden. „Sommer vom Dach“ war jetzt das erste Portrait-Projekt mit einem zusammenhängenden „konzeptionellen Rahmen“.

MW: Kannst du Anfängern in der Portraitfotografie einen Tipp mit auf den Weg geben?
PB: Ich sehe mich eigentlich selber noch als Anfänger aber ich würde zu Anfang immer im Freundes- oder Bekanntenkreis ein paar Portraits versuchen. Ganz ungezwungen Outdoor vielleicht mit einer Festbrennweite und bei bedecktem Himmel ohne große technische Spielereien (Blitz, Aufheller etc.) üben und mit den vielleicht relativ vertrauten Personen ein paar besondere Momente einfangen.

MW: Beruf Fotograf. Was für dich?
PB: Ich habe mit dem Gedanken gespielt aber ich glaube Fotografie macht mir soviel Spaß weil es nur ein Hobby ist. Ohne Druck und finanzielle Abhängigkeit. Ich denke es wird ein (umfangreiches) Hobby bleiben.

MW: Wie oft in der Woche/im Monat fotografierst du?
PB: Eigentlich greife ich schon mindestens einmal in der Woche zur Kamera. Ich hätte ein paar Ideen auch für andere Projekte aber mir fehlt leider momentan die Zeit diese ernsthaft zu verfolgen.

MW: Aufwändige Beleuchtung oder available Light?
PB: Available Light!!

MW: Wieviel Nachbearbeitung steckt in deinen Bildern?
PB: Anfangs habe ich manche Bilder sehr viel mit Photoshop nachbearbeitet. Inzwischen nutze ich fast nur noch Lightroom und bearbeite Bilder selten länger als 5 Minuten nach. Meist drehe ich noch etwas an den Farben und der Gradationskurve und das war es dann auch schon.

MW: Hast du Vorbilder? Wenn ja, wen?
PB: Ich versuche die folgende Aufzählung relativ kurz zu halten ;) … Gary Winograd, Robert Frank, Stephen Shore, Matthias Hoch, Elliott Erwitt, Matt Stuart, Paul Hiller, Sven Korejtko, Anne Koch, Michael G. Magin, Henrik Pfeifer, Sean Flanigan, Severin Koller und vor allem Stephan Vanfleteren sind nur die Wichtigsten.

MW: Dein Favorit unter deinen Bildern?
PB: Da gibt es eigentlich keinen richtigen Favoriten aber mit 1,60m Kantenlänge würde ich mir gerne das an die Wand hängen:

MW: Und abschliessend noch ein Blick in die Zukunft. Wo siehst du dich (fotografisch) in einem Jahr.
PB: Ich würde gerne mehr in Richtung dokumentarische Fotografie gehen aber ich denke in einem Jahr wird sich nicht viel verändert haben bei mir.

MW: Vielen Dank für deine Zeit Philipp, und alles gute für die Zukunft!
PB: Gerne und ich danke für das Interview!

Fotograf Markus Schwarze im Interview zu seinem Fotoprojekt „Picture of the Day“

Durch den Pool der visuelleGedanken Flickr Gruppe stolperte ich in letzte Zeit immer und immer wieder über die Portraits von Markus Schwarze.

markus_schwarzeDann schaute ich mal genauer nach wer Markus ist und was er da macht. Es stellte sich heraus, dass Markus ein Fotoprojekt am Laufen hat, bei dem er jeden Tag ein Foto macht. Kurzerhand schrieb ich ihn an und fragte ihn ob er Lust hätte ein wenig über das Projekt zu sprechen. Ich stellte ihm ein paar Fragen, die ihr nun hier lesen könnt. Viel Spaß damit!

Martin Wolf: Hallo Markus, stell dich doch meinen Lesern erstmal kurz vor.
Markus Schwarze: Hallo Martin, erst einmal vielen Dank für die Einladung. So nun will ich mich mal vorstellen. Meine Name ist, wie schon geschrieben, Markus Schwarze. Ich bin mittlerweile 31 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Töchter (5 und 7 Jahre). Hauptberuflich arbeite ich als Teamleiter (Softwareentwicklung) in einer großen Werbeagentur und kümmere mich dort um die Entwicklung von Projekten wie z.B. Onlinekonfiguratoren, Online-plattformen. Das arbeiten bringt mir dort sehr viel Spaß, hat aber auch eine Kehrseite. Ich bin ein Mensch der gerne sieht was er gemacht hat,  was in meiner normalen Tätigkeit als Softwareentwickler nicht immer möglich ist. Zur Fotografie kam ich mit etwa 12 Jahren, als ich das erste mal die Kamera von meinem Vater (Canon AT-1) in der Hand hatte. Ich sollte ein Foto von meinem Vater und meiner Mutter machen. Der Urlaub war für mein Vater gegessen, da ich die restlichen 2 1/2 Wochen mit der Kamera rumhantiert habe. Leider hat sich das nach dem Urlaub, als wir die Bilder vom Entwickler abgeholt haben, als Fehler herausgestellt – es waren nicht viele Bilder dabei die „fürs Familienalbum“ taugten. Das sollte sich aber schnell ändern. Mein Vater hat mir die Kamera überlassen und sich selber eine neue (keine Ahnung mehr welche) gekauft.

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Was ich als sehr hilfreich fand, war das mir mein Vater ein Objektiv gekauft hat – eine 50mm Festbrennweite. Ich habe bis vor 2 Jahren immer noch Analog fotografiert, nicht weil ich ein Gegner von Digitalem-Zeug bin, sondern weil ich Angst hatte, das die gemachten Bilder auf der Festplatte verschwinden. Für mich ist die Fotografie eine art Dokumentation. Ob diese nun „künstlich“ (Fineart, bzw. viel EBV) oder wirklich realistisch ist, spielt dabei für mich keine Rolle. Ich bin nun vor 2 Jahren auf eine Digitale Spiegelreflex umgestiegen – die Canon EOS 450D. Die Kamera ist wirklich nicht schlecht. Ich habe jedoch relativ schnell (2 Monate) gemerkt, das die 450D nicht reicht. Ich habe mich relativ schnell für die Vollformatkamera EOS 5D entschieden. Diese Kamera bietet einfach alles, was ich zum fotografieren brauche – nicht mehr und nicht weniger.

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