Ein mal frische Luft, bitte

Ich arbeite sehr gerne zu Hause, aber ein Problem ist, dass ich nicht automatisch aus dem Haus muss und es passieren kann, dass ich einfach tagelang nicht vor die Tür gehe.

Als ich im November aufs Land gezogen bin, hatte ich mir vorgenommen jeden Tag ein mal raus zu gehen. Natürlich hat das nicht geklappt. Bis jetzt.

Seit ein paar Wochen gehe ich fast jeden Tag ein mal raus und mache einen Spaziergang in der Natur. Das tolle ist nämlich, dass ich zu Fuß in 5-10 Minuten mitten im Wald stehe. Und ich bin wirklich gerne im Wald. Schon als Kind hat es mich immer dahin gezogen und nicht ohne Grund sammel ich bei Warhammer Waldelfen und Sylvaneth (so eine Art Baummenschen und Waldgeister).

Das Wetter war teilweise nicht so toll und auch die frühe Dunkelheit hat es ein bisschen schwierig gemacht, aber letzte Woche war richtig schönes Wetter und hat einen Vorgeschmack auf den Frühling gegegeben.

Jeden Tag in die Natur raus zu gehen, und wenn es nur für 15-30 Minuten ist, ist die beste Veränderung für mein Wohlbefinden, die ich in letzter Zeit gemacht habe. Anfangs habe ich mich gefreut die Zeit zum Podcast hören zu nutzen, aber jetzt fange ich an, einfach die Stille (bis auf den Tinnitus) zu genießen und Vögeln und dem Wind zu lauschen. Und vorallem auch einfach mal die Gedanken schweifen zu lassen. Klingt vielleicht etwas doof, aber eigentlich ballert sonst in jeder Minute des Tages entweder was auf mich ein oder ich tue aktiv irgendwas.

Heute war das Wetter wieder so mittelmäßig, aber ich kann es kaum abwarten im Frühling größere Spaziergänge tiefer in den Wald zu unternehmen. Ich hoffe sehr, dass ich es schaffe mir die Zeit dafür zu nehmen.

Fotografie ist pure Freude

Martin Wolf

Die Fotografie hat mich wieder mit aller Kraft gepackt.

Es ist unglaublich wie viele Fotomöglichkeiten sich an jeder Ecke verstecken, wenn man nur mal wieder die Augen aufmacht während man so durch die Welt irrt.
Ebenfalls unglaublich ist, dass mich diese Tatsache nach Jahren immer noch fasziniert und in Strahlen ausbrechen lässt wenn mal wieder ein gutes Bild seinen Weg auf meine Speicherkarte gefunden hat.

Gestern erst hat mir jemand gesagt „Man merkt dir richtig die Freude an der Fotografie an„. Das hat mich sehr gefreut und ich muss feststellen: Er hat Recht.
Fotografie ist genau das für mich: Pure Freude. Nichts muss, alles kann. Es gibt kein richtig und kein falsch. Es gibt nur meine Sicht auf die Welt und was ich daraus mache.

Das war etwas kitschig, aber da müsst ihr jetzt einfach durch.

iPhoneography?

iPhoneography, iPhoneography, iPhoneography, iPhoneography, iPhoneography, iPhoneography, das Wort wird auch nicht besser wenn man es öfter sagt. Wieso muss es dafür überhaupt ein extra Wort geben?

Sind Fotos, die mit dem iPhone gemacht wurden nicht auch ganz normale Fotos? Wir sprechen schliesslich auch nicht von Canonography oder Nikonography oder Leicaography. Und doch haben wir das Gefühl iPhonefotos sind irgendwie was anderes. Eigentlich doch total bescheuert. Liegt es daran, dass die Qualität vermeintlich schlechter ist als die von anderen Kameras? Das Argument zog vielleicht noch vor ein paar Jahren, spätestens jedoch seit dem iPhone 4 haben viele Kompaktkameras das Nachsehen. Liegt es daran dass es immer parat ist und man dadurch gar nicht so wirklich das Gefühl hat es ist eine vollwertige Kamera? Ist es denn eine vollwertige Kamera? Darüber lässt sich sicher diskutieren. Ich jedenfalls habe für mich schon vor einer ganzen Weile das iPhone als Kamera definiert.

Um das ganze auf das nächste Level zu bringen war ich an einem der vergangenen Wochenenden dann mal ausschliesslich mit dem iPhone auf Fototour. Die X100 hatte ich nur als Backup dabei falls es total blöd läuft oder mich der Akku deutlich früher im Stich lässt als ich einplante. Beides trat allerdings nicht ein und so konnte ich das iPhone mal wirklich nicht nur nebenbei als Kamera testen sondern auch probieren wie es sich schlägt wenn das seine Hauptaufgabe ist. Und ich muss sagen, es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und es entstanden tolle Fotos, die andernfalls nur schwer möglich gewesen wäre.

Das iPhone oder auch jedes andere Smartphone ist bedingt durch seine Größe, Aussehen und sonstige Funktion so unauffällig dass mich quasi niemand auf der Straße wahrgenommen hat — oder falls doch, wurde ich nicht als Fotograf identifiziert. Es war wirklich beeindruckend wie nah ich den Menschen kommen konnte ohne dass sie sich von mir haben beeinflussen lassen. Das hat dazu geführt dass ich ohne Probleme echte Momente habe fotografieren können.

Zum kompletten Artikel →

Wie viel App-Minimalismus ist gesund?

Während Shwan Blanc voller Freude über Byword schreibt, ist Ben Brooks voll und ganz von iA Writer überzeugt. Beides sind minimalistisch Textverarbeitungsapps. Es gibt ein Fenster und einen Cursor. Und… naja, das war es dann bei iA Writer auch schon.

Ben Brooks:

Truthfully, the difference between Byword (or WriteRoom) and iA Writer is the difference between my home office and a coffee shop. It’s the difference between entering a writing environment that you can’t change, or manufacturing your own writing environment.

Ben Brooks findet genau das den großen Vorteil: Keine Einstellmöglichkeiten, aber auch keine Möglichkeit sich die perfekte Schreibumgebung zu entwickeln. Deswegen kann man sich voll und ganz auf das Schreiben konzentrieren und wird nicht in Versuchung gebracht an den Einstellungen herum zu spielen oder sich auf sonstige Art und Weise irgendwie mit der App auseinander zu setzen. Sie hilft einem also dabei das zu tun wofür sie konzipiert ist.

Byword hingegen bietet zumindest ein paar rudimentäre Einstellungsmöglichkeiten an. Drei verschiedene Breiten für den Text, eine normalen und einen dunklen Schreibmodus sowie ein paar wenige Schriften samt Größe und Zeilenabstand. Man kann sich außerdem die eigene Lieblingsschriftart dort hinzufügen. Ich habe mir zum Beispiel die Schriftart des Fließtextes von visuelleGedanken.de als Schrift gesetzt. So sehe ich gleich beim Schreiben wie mein Eintrag nachher hier im Blog wirkt. Finde ich super praktisch.

Ich bin ja selbst ein großer Fan von minimalistischen Apps. Ich bin teilweise froh, wenn ich nicht zu viele Möglichkeiten habe, weil ich mich dann nicht entscheiden und immer wieder über eben diese Entscheidung nachdenken muss. Also genau das, was Ben anspricht.
Aber zu sagen, dass die Einstellungsmöglichkeiten von Byword zu viele sind, geht dann doch etwas zu weit. Meiner Meinung nach bietet Byword genau das richtige Maß. Ich kann mich ein mal mit den wenigen Einstellungsmöglichkeiten beschäftigen und dann mit einer für mich perfekten App arbeiten ohne von zu vielen Möglichkeiten erdrückt zu werden.
Gar keine Einstellungen zu haben, schränkt mich persönlich schon wieder zu stark ein und ich fühle mich bevormundet.

Natürlich ging in die Erarbeitung des Standards für iA Writer viel Zeit und Bedenken, aber ich glaube dass es für diese Art nicht die eine 100%-Lösung gibt, die für jeden Menschen perfekt ist.

Ich fühle mich wohl, wenn ich ein paar Möglichkeiten habe eine App nach meinen Vorlieben einzurichten, mich dabei aber in einem von den Entwicklern gut durchdachten Rahmen zu bewegen.

Was ich sagen wollte:

Ich mag Byword und ich mag minimalistische Apps, die aber noch leichten Spielraum lassen. Ich habe nichts gegen iA Writer und offenbar hat es seinen eigenen Markt, was ja auch gut ist.

Gedanken zu einer eigenen Fotoplattform

Vergangene Woche irgendwann kurz vor Mitternacht hatten Marcel, Philipp und ich die verrückte Idee eine Fotosharingplattform bauen zu wollen – in unserer Freizeit, rein lassen würden wir nur Leute, die zahlen um das ganze Vorhaben zu finanzieren.

Entstanden war das Vorhaben, da wir mit den aktuell existierenden Plattformen wie Flickr oder 500px nicht 100% zufrieden sind und manche Sachen anders machen würden. Allerdings muss man sagen, dass sich 500px gerade in eine wirkliche gute Richtung entwickelt. Dennoch, wir haben ja unseren eigenen Kopf und machen gerne unser eigenes Ding.

Am nächsten Morgen hatte mich das Thema noch nicht in Ruhe gelassen und ich schrieb voller Tatendrang mal eine Stichwortliste zusammen mit Dingen, die mir bezüglich einer eigenen Fotoplattform spontan in den Kopf kamen. Als Marcel dann wach wurde hatte er sich das aber wieder anders überlegt, da eine eigene Plattform wohl das Rad nicht wirklich neu erfinden würde, sondern „lediglich“ bestehende Konzepte verbessern könnte. Da hat er natürlich nicht ganz unrecht. Das Projekt ist also wieder auf Eis gelegt.

Jetzt nach ein paar weiteren Tagen lässt mich das Thema aber einfach nicht in Ruhe. Das heißt nicht, dass ich vor habe irgendwas zu bauen, aber ich möchte trotzdem meine Stichpunkte von vor ein paar Tagen mal mit euch teilen.

  • Stream mit Fotos, ohne Kommentare, mit direkter like/fav-Möglichkeit, 1000px max-width, dann responsive kleiner werdend
  • Klick auf das 1000px Foto zeigt Foto in „Lightbox“ in größter hochgeladener Größe, maximal auf 100% Browserfenster skaliert.
  • Upload kleiner als lange Kante 1000px nicht erlaubt
  • Hochkantfotos nicht in 1000px Breite, wird viel zu hoch
  • Follow-Funktion
  • Profilseite mit „Coverfoto/Featured Foto“
  • Exifdaten auf Fotosingleseite
  • Like und/oder Fav?
  • Upload von über 10 Fotos auf ein mal begrenzen? Oder in Timeline gruppieren?
  • Kommentaranzahlanzeige im Stream. Kommentare selbst nur auf Singleseite
  • Angabe eines Titels für Foto nicht zwingend
  • Möglichkeit Fotos als Serien zu deklarieren -> optischer Zusammenhalt
  • Popularstream
  • Automatisches Nachladen beim Runterscrollen

Ich hatte letztes Jahr auch schon mal eine Idee zu einer etwas spezialisierteren Plattform bei der es darum gehen sollte Fototouren auf Karten einzuzeichnen und diese mit anderen zu teilen. So könnte man interessante Routen und Shootingplätze finden und selbst laufen. Man könnte dann Fotos verschiedenen Routen zuordnen und mehr. Vielleicht erzähle ich dazu auch demnächst noch mal mehr.

Nikon D800 und D800E, alles was ihr wissen wollt

Patrick Ludolph:

Ja, ich werde zuschlagen. Und so habe ich mir die D800 schön geredet:

Ich lachte etwas bei dem Satz. Ansonsten gibt es bei ihm alles zur Nikon D800, was man wissen wollen könnte.

Bereit zum Auslösen

Mein Ziel für 2012 ist grob gesagt mehr zu fotografieren und mich fotografisch weiter zu entwickeln. Bisher läuft das überraschenderweise so gut, dass ich mehr Fotos mache, als ich schaffe zu bearbeiten und zu zeigen. Der erste Teil klappt also schon ganz gut, ich muss nur noch daran arbeiten, dass die Fotos auch den Weg auf eure Bildschirme schaffen – und dann so weiter machen.

Ihr kennt alle das zu Tode zitierte Sprichwort “die beste Kamera ist, die man dabei hat” – das stimmt auch. Ich habe aber fest gestellt, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Ich trug auch Ende letzten Jahres meine x100 fast immer in meiner Umhängetasche oder Rucksack bei mir, machte aber lange nicht so viele Fotos wie jetzt gerade.
Ich habe fest gestellt, dass der Weg von “ich sehe ein Motiv” bis “ich habe die Kamera aus der Tasche geholt und bin bereit abzudrücken” zu weit ist, vor allem wenn man echte, flüchtige Momente festhalten will. Aber selbst wenn ich etwas sehe, was interessant aussieht und still steht, bin ich oft zu faul die Kamera raus zu holen, ganz nach dem Motto “Wer weiß, ob das als Foto überhaupt gut aussieht, ach, ich gehe weiter”.

Ich trage seit neustem so oft es irgendwie geht die Kamera direkt in der Hand an der Kameraschlaufe oder am Gurt, den ich mir umgehangen habe. Oder hin und wieder auch mal in der Jackentasche, da ist sie auch schnell griffbereit. Ja, die x100 passt da rein. Super gut.

Joe McNally is thankful

Joe McNally:

I’m thankful I still need to shoot about as much as I need to breathe.

Schärfer ≠ besser

Nachdem Adobe die neue Nachschärf-Funktion vorgestellt hat konnte man überall die WOWs und OHs hören. Jeder staunte ob der Magie dieser Funktion.
Es ist technisch gesehen auch wirklich ziemlich brilliant und zukunftsweisend. Allerdings möchte ich dabei auch die Frage stellen, ob ein schärferes Foto auch gleich ein besseres Foto ist?

Ich glaube nicht. Zumindest nicht pauschal. Sicher, es gibt Bereiche in der Fotografie, da muss ein Foto scharf sein, sonst verliert es an Wert. In vielen Genre aber ist die technische Umsetzung nur Mittel zum Zweck und Perfektion manchmal der falsche Weg.

Obiges Foto von Robert Capa (via via) wurde mit der neuen Adobe Technik nachgeschärft. Ist es dadurch ein besseres Foto geworden? Sagt es mehr aus? Ich finde nicht. Ich behaupte sogar das Gegenteil und sage, es ist schlechter geworden. Das obere Foto zeugt von Bewegung, von Hektik, von Gefahr, Angst und Mut. Da passiert etwas und es wird eine Stimmung erzeugt. Unteres lässt vielleicht mehr Details erkennen, aber verliert genau dadurch an Emotion.
Christoph schreibt, dass Capa, laut Software-Analyse, die Kamera erst still gehalten und dann im letzten Moment bewegt hat. Was, wenn es Absicht war?

Ich finde neue technische Errungenschaften auch großartig und bin begeistert, aber wir dürfen dabei nie vergessen, dass die technische Umsetzung nur einen Bruchteil eines guten Fotos ausmacht und uns auch nicht in jeder Situation den Arsch retten kann.

Zur Kamera greifen

Gerade habe ich das Fotografieren etwas schleifen lassen und meine Konzentration vor allem auf das Web gelegt. Seit heute macht sich aber, wie so oft nach einer Pause, der Drang breit wieder eine Kamera in die Hand zu nehmen und zu fotografieren. Selbst wenn ich mal ein paar Wochen nur Fotos mit dem iPhone mache und keine richtige Kamera in die Hand nehme, kann ich doch sicher sein, dass es immer wieder kommt. Das ist schön und da kommt die Knackscharf Fototour genau richtig, denn ich werde dort in Berlin dabei sein und an zwei Tagen so viel Wissen aufsaugen wie möglich.

Gerade bin ich dabei eine ganze Menge Fotos aus der letzten Zeit in Lightroom zu importieren und durch zu sehen. Da sind noch ein paar – wie ich finde – wirklich gelungene Fotos dabei. Ich hoffe, dass ich mir bald die Zeit dafür nehme und sie fertig entwickele[1. Digitale Fotoentwicklung in Lightroom, nicht analog] und hier in den Blog bringe.

Ãœbrigens fällt immer mehr auf, dass ich lieber fotografiere als Fotos zu sichten und zu bearbeiten. Das kann auch Spaß machen, ist aber nicht annähernd so spaßig oder aufregend. Man bedenke nur mal, dass ich noch immer Fotos aus NY auf dem MacBook habe, die unbedingt fertig gemacht werden wollen. Oh Mann.