Meine erste Steuererklärung

Ein auf eine seltsame Art und Weise spannender Abend neigt sich so langsam dem Ende.
Nachdem ich es den Großteil des Jahres verpeilt habe und vor kurzem eine Mahnung bekam, habe ich heute Abend zum ersten Mal in meinem Leben meine Steuererklärung gemacht. Blöderweise bereitet einen niemand darauf vor. Weder die Schule noch irgendeine andere Institution, dabei ist das doch etwas, das jeder früher oder später mal machen muss. Wieso wird sowas nicht mit in den Lehrplan aufgenommen? Wäre wirklich sinnvoll.

Ich musste leider relativ schnell feststellen, dass es keine (brauchbare) Steuer-App für den Mac gibt und ich entweder in meiner virtuellen Windowsmaschine Quicksteuer oder sowas installieren oder mich direkt mit den Formularen rumschlagen muss. Auf beides hatte ich nicht so wirklich Lust und habe dann zum Glück steuerfuchs.de gefunden.

Ich hatte wirklich nahezu keine Ahnung was genau ich tun muss und fühlte mich mit der Webseite gut an die Hand genommen. Um am Ende alles ausdrucken (und elektronisch verschicken zu lassen) bezahlte ich per Paypal 14,95€ und liege damit wahrscheinlich ungefähr auf Höhe der Steueranwendungen, die es so zu kaufen gibt.

Das ganze dauerte jetzt vielleicht zwei Stunden und war weniger schlimm als ich erwartetet hatte.
Ich habe alles ausgedruckt, unterschrieben und eingetütet und morgen geht es in die Post. Wird auch aller höchste Eisenbahn. Sollte das dann alles ohne Probleme so durch gehen bin ich echt begeistert und überlege mir nächstes Jahr dann zwei mal ob ich wirklich die bis dato erschienene Mac-Steuer-App von WISO (Amazon-Partnerlink) kaufen will.

Video: How Bad Do You Want It

Optisch finde ich das Video nichts besonderes, aber der Off-Sprecher sagt ein paar sehr kluge Dinge. Hört genau hin. (via)

Unhappy With Happiness

James Shelley:

Sheer happiness for happiness’ sake leads to numbness. I can not imagine any other consequence. For once happiness is achieved, what remains? Does not the bubble of the happiness economy eventually burst under the surplus of indulgence?

Unhappy with Happiness. Interessanter Artikel, der zum Nachdenken anregt.

Bald bundesweit lieber Bus statt Bahn?

Madlen Blume:

Und das pragmatischste Argument, dass eine Fahrt von Berlin nach Stuttgart statt 120 € mit der Bahn dann nur etwa 30 € mit dem Bus kosten werde, überzeugt vermutlich all diejenige, die sich derzeit mit Mitfahrgelegenheiten rumschlagen müssen.

Bald sollen auch zwischen großen Städten bundesweit Fernbusse fahren dürfen. Ich habe ehrlich gesagt nicht wirklich vor mit dem Bus zu fahren, weil es einfach deutlich länger dauert als mit dem ICE, allerdings erhoffe ich mir durch die neue Konkurrenz einen kleinen Preiskampf, der zumindest die aktuellen Bahnpreise hält und sie nicht wie jedes Jahr um Weihnachten rum steigen lässt. Ja, das wäre schön.

2. August 2011 – Sommer

Ich hasse Sonntage.

Sonntag heißt Abschied.
Sonntag heißt (wieder) alleine sein.
Sonntag heißt Geschäfte sind zu.
Sonntag heißt Wochenende ist vorbei.
Sonntag heißt …

19. Juli 2011

Gedanken zur Fotografie und mir

Ich verdiene derzeit kein Geld mit der Fotografie. Das ist okay und gut so. Ich behaupte einfach mal, ich könnte einen (kleinen) Teil meines Lebensunterhalts mit der Fotografie verdienen oder mir zumindest in der Sommerzeit ein weiteres Einkommen generieren. Nämlich mit Hochzeitsfotografie. Ich hätte dieses Jahr fünf oder sechs Hochzeitspaare begleiten können, aber ich habe mich dagegen entschieden.
Das hat verschiedene Gründe (gehabt). Ich habe Spaß an Hochzeiten, es gibt tolle Momente und Bilder. Aber wenn ich so durch die gängigen Blogs schaue habe ich das Gefühl, ich habe mich satt gesehen an den irgendwie immer gleichen Paarfotos. Schöne Bunt, geringer Schärfentiefe, und so weiter. Ich möchte niemandem auf die Füße treten. Das sind tolle Fotos, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es das ist, was ich gerade unbedingt machen möchte, obwohl ich sicher auch Spaß daran hätte. Und wer weiß, vielleicht sieht das in einem halben Jahr auch schon wieder ganz anders aus.
Im Ãœbrigen habe ich das Gefühl, dass Steffen da versucht seinen eigenen Stil zu finden und aus diesem typischen Muster so allmählich raus fällt. Das finde ich sehr gut und wäre auch mein Versuch, aber dazu fehlt mir ganz sicher noch das Können und die Stilentwicklung. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich fotografiere derzeit hauptsächlich auf der Straße. Das alltägliche Leben, versuchte interessante Dinge und Momente zu finden und halte fest, was mich anspricht. Das ist schön. Geld verdient man mit Streetfotografie allerdings nicht. Das hindert mich aber nicht daran sie zu betreiben, weil ich es großartig finde.
Ich denke in letzter Zeit aber immer häufiger darüber nach in welchem Bereich der Fotografie ich wohl gerne meine Kröten verdienen würde. Wo ich hin passe, was mir liegt, woran ich Spaß habe, wofür ich “brenne”.
Ich habe ja mal einen Tag mit Paul Ripke im Studio verbracht und habe dort relativ fest gestellt; Studio ist nichts für mich. Das typische Advertisingbusiness, Modeshoots, Fashion, Models und sowas. Nicht meine Welt.
Landschaftsfotografie. Fine Art. Tolle Sache, aber damit Geld zu verdienen, neee, das ist nicht so einfach. Und die Landschaftsfotografie ist seit einiger Zeit auch schon aus meinem Blickfeld gewandert, auch wenn ich viele Fotos sehr schön finde.
Sportfotografie, wie sie der Stefan betreibt. Ah ne, da würde ich mir am Spilfeldrand viel zu sehr festgekettet vorkommen und ich glaube es würde mir auch relativ schnell zu langweilig. Und dieses ganze schwere Equipment….
Still Life und Foodfotografie ist eine spannende Sache, habe ich früher gerne mit rumexperimentiert, finde ich, vorallem den Foodbereich auch immer noch interessant. Aber den ganzen Tag an Objektven arbeiten, die da rum liegen. Mal vielleicht, aber nicht auf Dauer.
Ja, gar nicht so einfach. An allem habe ich was auszusetzen.
Aber was ist denn mit dem Editorialbereich, der leicht zur Dokumentarfotografie übergeht?
Ich habe noch nicht so richtig viel Ahnung davon oder wie man da vielleicht rein kommt. Aber ich glaube das ist der Bereich, in den ich möchte. Eine Geschichte mit Bildern erzählen. Menschen begleiten. Wenig dirigieren, mehr beobachten und festhalten. Dokumentieren. Aber trotzdem schön in Szene setzen. Abwechslungsreich, dynamisch, herausfordernd.
Es ist vermutlich auch einer der schwierigsten Bereiche, weil man eigentlich ein Allrounder sein muss. Ich habe mich schon immer in allen Bereich als “Allrounder” gefühlt und selten als Spezialist. Ich habe da ja mal drüber geschrieben.

Ich bin gerne Webentwickler. Ich finde das ganze Netz und alle Entwicklungen, die sich tuen verdammt geil. Ich sitze auch gerne am Bildschirm, ja, ich geb’s zu. Ich arbeite gerne in Projekten und lerne Neues.
Und trotzdem brennt in mir die Leidenschaft für die Fotografie. Für Bilder. Ich bin sicher irgendwann in der Zukunft möchte ich – zumindest einen Teil – meines Einkommens durch Fotografie bestreiten können. Das ist keine Entscheidung die ich getroffen habe, sondern so ein Gefühl tief da unten in Magengegend, das ich habe und mir sagt, dass es mal so sein wird oder dass ich es zumindest irgendwann will.

Es gibt nur eine Sache vor der ich Angst habe: Den richtigen Moment verpassen und irgendwann da stehen, zurück blicken und zu mir sagen: Mensch Martin, warum hast du es nicht früher versucht. Vielleicht ist es aber auch einfach schön, das Geld nicht mit der “Liebe” verdienen zu müssen. Wer weiß das schon.

Das waren Gedanken – roh und direkt aus meinem Kopf in den Blog.

18. Juli 2011

Mit der x100 in Kassel

Seit Freitagabend bin ich nun also stolzer Besitzer einer Fujifilm x100.
Samstag hatte ich sie dann das erste mal vor dem Auge und unterwegs dabei. Heute war ich dann mal für eine gute halbe Stunde draußen um mich mit der neuen Kamera vertraut zu machen. Und ja, sie macht Spaß! Der Autofokus ist in der Tat nicht der schnellste, zwingt mich aber zur Entschleunigung und zum besseren Antizipieren von Situationen.
Ich habe noch etwas Probleme den richtigen Ausschnitt im Suche zu finden. Also irgendwie landet nachher mehr auf dem Bild als mir das Rechteck anzeigt. Da muss ich noch irgendwas umstellen oder dahinter kommen, was da verkehrt läuft.
Ansonsten scheint es, als wäre die Naheinstellgrenze alles andere als nah, was ein Bisschen schade ist. Werde da aber noch mal recherchieren.

Mehr kann ich bis jetzt noch gar nicht sagen. Wichtig ist: Es macht Spaß mit ihr herum zu laufen und Fotos zu machen. Weitere Erfahrungen und Gedanken sobald ich etwas mehr Zeit mit der Kamera verbracht habe. Das Ding könnte echt „meine Kamera“ werden.

Und jetzt gibt es einfach mal die ersten Fotos aus der x100. Seit langem nun auch mal wieder Farbe.

Mehr lesen