Flickrfotograf Andreas Wonisch im Interview

Letzte Woche schrieb ich Andreas bei Flickr an, ob er nicht Lust hätte mir ein paar Fragen zu beantworten. Ich finde seine Landschaftsaufnahmen einfach großartig und wollte gerne mal ein bisschen mehr über ihn erfahren. Zum Glück stimmte er zu.
Das Interview gibt’s nun heute als Start in die Woche. Viel Spaß!

andreas_wonisch-1Martin Wolf: Hallo Andreas! Stell dich doch den Lesern erstmal kurz vor.
Andreas Wonisch: Hallo Martin, ich bin 31 Jahre alt, lebe in der Nähe von Freiburg im Breisgau, wo ich bei Fraunhofer als Wissenschaftler arbeite. Die Fotografie ist dabei seit einigen Jahren mein größtes Hobby

MW: Fangen wir doch mal ganz vorne an, wie und wann bist du zur Fotografie gekommen?
AW: Meine allererste Kamera hatte ich schon zu Grundschulzeiten (eine billige Analog-Kleinbildfilmkamera) und kann mich noch gut daran erinnern, wie ich auf meiner ersten Klassenfahrt damit auf Entdeckungsreise gegangen bin… Mich haben eigentlich schon seit immer Natur- und Landschaftsaufnahmen fasziniert, aber richtig intensiv beschäftige ich mich damit erst seit ein paar Jahren. Für mich war ganz klar Flickr die „Initialzündung“: Ich finde es unheimlich faszinierend, mit Millionen Menschen auf der ganzen Welt Fotos auszutauschen und diskutieren zu können. Und als ich dort zum ersten Mal über die teilweise überragende Qualität der Fotos gestaunt habe, war für mich klar: Das möchte ich auch können! Und so begann für mich eine ganz neue Entdeckungsreise in der Fotografie.

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MW: Wenn man so durch deinen Flickrstream schaut, findet man hauptsächlich Landschafts- und Naturaufnahmen. Was reizt dich an diesem Genre besonders?
AW: Ich finde es immer wieder total beeindruckend, wie schön doch die Natur um uns herum ist – selbst an ganz „gewöhnlichen“ Orten. Mit der Natur- und Landschaftsfotografie kann ich diese Schönheit festhalten und anderen Menschen nahebringen. Gerade in unserer heutigen hektischen Zeit ist es für mich auch mal wichtig, inne zu halten und sich die Dinge zu vergegenwärtigen, die auf unseren Planeten innerhalb von Millionen von Jahren entstanden sind – auch vor dem Hintergrund der leider immer mehr voranschreitenden Umweltzerstörung.

MW: Unternimmst du Fotoreisen oder fotografierst du meist dort, wo du sowieso hin fährst?
AW: Ich fotografiere sehr viel in meiner (Wahl-)Heimat in Südbaden bzw. dem nahe gelegenen Schwarzwald, wobei ich dabei für einen Fototour auch schon mal zwei Stunden Autofahrt in Kauf nehme. Ansonsten plane ich aber meine Urlaubsreisen auch immer so, dass auch genügend Zeit zum Fotografieren bleibt – was manchmal zu langwierigen Diskussionen führen kann. ;-)

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MW: Wo (Land/Gegend) würdest du gerne mal fotografieren und konntest es bisher noch nicht?
AW: Das Limit sind immer nur die eigenen finanziellen Mittel und die zur Verfügung stehende Zeit. ;-) Momentan möchte ich mich aber mehr auf Deutschland und Europa konzentrieren, da ich finde, dass man nicht immer Tausende von Kilometer weit fliegen muss, um wirklich schöne Gegenden zu entdecken. Das Schöne kann auch nur einige Hundert Meter vor der eigenen Haustür auf einen warten … man muss nur genau hinschauen. Ich habe bei Flickr auch Kontakte aus Australien und Neuseeland und finde es immer etwas kurios, dass die extra zu uns nach Europa fliegen, während wir wiederum zu ihnen zum Fotografieren fliegen.

MW: Was ist dein Rezept für gute Landschaftsfotos? Kannst du Anderen in dem Gebiet ein paar Tipps mit auf den Weg geben?
AW: Ein Geheimrezept habe ich leider auch nicht – aber viel Geduld und Hartnäckigkeit können sehr hilfreich sein. :-) Mit das Wichtigste in der Landschaftsfotografie sind meines Erachtens aber neben einer guten Location (die wie gesagt nicht unbedingt weit weg sein muss) die „richtigen“ Wetter- und Lichtverhältnisse. Die kann man zum Glück in gewissem Maße vorausplanen (Wetterbericht & Webcam studieren, zur goldenen Stunde fotografieren), aber letztendlich geht es mir oft so, dass ich dann vor Ort doch sehr spontan auf veränderliche Bedingungen reagiere. Und gerade das finde ich auch unheimlich spannend … die Landschaftsfotografie wird da manchmal sogar richtig hektisch. Wichtig finde ich es auch, das Beste aus den gegebenen Bedingungen zu machen – und nicht dem nachzutrauern, was gerade nicht da ist. Wenn ich an einen Ort komme und merke, dass alles ganz anders ist als ich es mir vorgestellt habe, bin ich zwar erst mal etwas enttäuscht, versuche mich dann aber auf die veränderten Bedingungen einzulassen; und oftmals entstanden auch dann tolle Fotos. Und wenn nicht, habe ich wenigstens wieder etwas dazu gelernt.

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MW: Welches Equipment nutzt du? (Kamera, Objektive, Computer, Bildschirm, etc) Ich konnte auf deiner Flickrseite gar nichts dazu finden.
AW: Das hat auch einen guten Grund: Ich finde Equipment wird maßlos überschätzt. Das Wichtigste ist für mich, dass meine Ausrüstung mich nicht „behindert“, sondern im Gegenteil mir möglichst viele kreative Möglichkeiten lässt. Meine Wahl ist deshalb auf Micro-Four-Thirds-Kameras gefallen (primär Panasonic G1, ab und zu auch Olympus E-P1), da sie sehr klein & leicht sind und mir im Gegensatz zu „normalen“ DSLRs eine echte Live-Vorschau schon während des Fotografierens ermöglichen. Dazu kommen dann noch ein guter (kalibrierter) Bildschirm und ein schneller PC, auf dem ich primär mit Lightroom (teilweise auch Photoshop) arbeite.

andreas_wonisch-4MW: Wie findest du deine, meist unglaublich schönen, Locations?
AW: Das ist meist eine Mischung aus Internet-Recherche, Gesprächen mit befreundeten Fotografen – und spontanen Eingebungen. ;-) Ansonsten ist Google Earth eins meiner Lieblingstools zum Ausspähen geeigneter Locations (und auch zum groben Vorab-Visualisieren der Lichtverhältnisse).

MW: Wie häufig in der Woche/im Monat fotografierst du?
AW: So im Schnitt ca. zweimal die Woche, davon meist auf einer größeren Tour am Wochenende. Im Winter finde ich es aber immer etwas schwieriger, Zeit zum Fotografieren zu finden, weil es ja so schnell dunkel wird… Dafür fotografiere ich dann auch ab und zu mal zum Sonnenaufgang, was mir sonst als Langschläfer ziemlich schwer fällt.

MW: Gab es schon mal den Punkt an dem du am liebsten aufgehört hättest zu fotografieren? Wenn ja wieso und was hast du dagegen gemacht?
AW: Manchmal frage ich mich schon, wieso ich denn fotografiere, wo es doch Millionen von anderen Menschen auch tun – und teilweise sogar auf viel höherem Niveau. Gerade bei viel fotografierten Locations wie dem Grand Canyon, kommt es mir manchmal ziemlich sinnlos vor, das x-te, gleich aussehende Foto zu schießen (am besten noch vom ausgeschilderten „Sunset Point“). In solchen Momenten sage ich mir dann immer, dass es vielleicht schon Tausende vor mir fotografiert haben – ich persönlich aber noch nicht. Und nachdem ich das „Standard-Foto“ im Kasten habe, suche ich dann nach weniger konventionellen Kompositionen…

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MW: Hast du schon mal daran gedacht die Fotografie professionell als Job zu betreiben?
AW: Darüber nachgedacht habe ich schon – bin dann aber zu dem Schluss gekommen, dass das nicht für mich in Frage kommt. Ich habe ja bereits einen guten & interessanten Job und sehe die Fotografie mehr als kreativen Ausgleich. Ich finde es auch viel interessanter, das fotografieren zu können, was ich gerne möchte – und nicht irgendwelchen Auftraggebern oder Trends hinterher rennen zu müssen (zumal Fotografen zu den schlecht bezahltesten Berufsgruppen überhaupt gehören). Ich freue mich natürlich immer, wenn ich ein Foto verkaufe – aber das sind dann auch Bilder, die mir selbst wirklich etwas bedeuten.

MW: Welchen allgemeinen Tipp kannst du angehenden Fotografen mit auf den Weg geben?
AW: Um sich selbst weiterentwickeln zu können, sind meines Erachtens zwei Dinge unabdingbar: (ehrliches) Feedback von anderen Leuten und viel, viel Ãœbung. Ein solides theoretisches Grundwissen halte ich zwar auch für sehr wichtig, aber letztendlich versteht man vieles erst richtig, wenn man es auch selbst ausprobiert.

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MW: Vielen Dank für deine Zeit, Andreas. Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute!
AW: Vielen Dank für dieses Interview, Martin! Für mich war das jedenfalls eine ganz neue Erfahrung. :-) Ich hoffe, dass ich auf diese Weise deinem Blog und deinen Lesern auch etwas zurückgeben konnte.

Fotograf Markus Schwarze im Interview zu seinem Fotoprojekt „Picture of the Day“

Durch den Pool der visuelleGedanken Flickr Gruppe stolperte ich in letzte Zeit immer und immer wieder über die Portraits von Markus Schwarze.

markus_schwarzeDann schaute ich mal genauer nach wer Markus ist und was er da macht. Es stellte sich heraus, dass Markus ein Fotoprojekt am Laufen hat, bei dem er jeden Tag ein Foto macht. Kurzerhand schrieb ich ihn an und fragte ihn ob er Lust hätte ein wenig über das Projekt zu sprechen. Ich stellte ihm ein paar Fragen, die ihr nun hier lesen könnt. Viel Spaß damit!

Martin Wolf: Hallo Markus, stell dich doch meinen Lesern erstmal kurz vor.
Markus Schwarze: Hallo Martin, erst einmal vielen Dank für die Einladung. So nun will ich mich mal vorstellen. Meine Name ist, wie schon geschrieben, Markus Schwarze. Ich bin mittlerweile 31 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Töchter (5 und 7 Jahre). Hauptberuflich arbeite ich als Teamleiter (Softwareentwicklung) in einer großen Werbeagentur und kümmere mich dort um die Entwicklung von Projekten wie z.B. Onlinekonfiguratoren, Online-plattformen. Das arbeiten bringt mir dort sehr viel Spaß, hat aber auch eine Kehrseite. Ich bin ein Mensch der gerne sieht was er gemacht hat,  was in meiner normalen Tätigkeit als Softwareentwickler nicht immer möglich ist. Zur Fotografie kam ich mit etwa 12 Jahren, als ich das erste mal die Kamera von meinem Vater (Canon AT-1) in der Hand hatte. Ich sollte ein Foto von meinem Vater und meiner Mutter machen. Der Urlaub war für mein Vater gegessen, da ich die restlichen 2 1/2 Wochen mit der Kamera rumhantiert habe. Leider hat sich das nach dem Urlaub, als wir die Bilder vom Entwickler abgeholt haben, als Fehler herausgestellt – es waren nicht viele Bilder dabei die „fürs Familienalbum“ taugten. Das sollte sich aber schnell ändern. Mein Vater hat mir die Kamera überlassen und sich selber eine neue (keine Ahnung mehr welche) gekauft.

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Was ich als sehr hilfreich fand, war das mir mein Vater ein Objektiv gekauft hat – eine 50mm Festbrennweite. Ich habe bis vor 2 Jahren immer noch Analog fotografiert, nicht weil ich ein Gegner von Digitalem-Zeug bin, sondern weil ich Angst hatte, das die gemachten Bilder auf der Festplatte verschwinden. Für mich ist die Fotografie eine art Dokumentation. Ob diese nun „künstlich“ (Fineart, bzw. viel EBV) oder wirklich realistisch ist, spielt dabei für mich keine Rolle. Ich bin nun vor 2 Jahren auf eine Digitale Spiegelreflex umgestiegen – die Canon EOS 450D. Die Kamera ist wirklich nicht schlecht. Ich habe jedoch relativ schnell (2 Monate) gemerkt, das die 450D nicht reicht. Ich habe mich relativ schnell für die Vollformatkamera EOS 5D entschieden. Diese Kamera bietet einfach alles, was ich zum fotografieren brauche – nicht mehr und nicht weniger.

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Fotograf und Photoshopkünstler Calvin Hollywood im Interview

calvin_hollywoodMartin Wolf: Hallo Calvin! Du bist zwar recht bekannt in der Fotoszene, aber stell dich doch meinen Lesern nochmal kurz vor.
Calvin Hollywood: Ich würde mich selbst als Künstler bezeichnen und fotografiere überwiegend Menschen. Den Schwerpunkt setze ich in die digitale Bildbearbeitung mit Photoshop.
Ich bin zudem Trainer, Autor und Forenbetreiber.
Mehr Infos über meine Person gibt es auf meiner Homepage.

MW: „Calvin Hollywood“ ist, wie ich weiß, nicht dein echter Name. Wie kamst du auf diesen Künstlernamen?
CH: Calvin war eine von zwei Wahlen im damaligen Englischunterricht. Ich hätte auch Brian Hollywood heissen können. :)
Wie Hollywood entstanden ist weiß ich selbst nicht mehr genau.

MW: Wie bist du zur Fotografie gekommen?
CH: Ãœber Photoshop. Ich benötigte Bilder, welche ich bearbeiten kann. Aus diesem Grund habe ich mit der Fotografie begonnen.

MW: Neben der Fotografie selbst bist du besonders für deine Photoshopkünste bekannt. Was fasziniert dich am Meisten an Photoshop und der digitalen Bildbearbeitung generell?
CH: Es ist beeindruckend wie man mittels Photoshop seiner Phantasie ein Bild geben kann. Ich liebe es, die Dinge nach meinem ganz persönlichen Geschmack zu verändern.

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MW: Wie würdest du Deinen eigenen Stil beschreiben? Sowohl fotografisch als auch in der Postproduction.
CH: Künstlich, kontrastreich, malerisch, illustrativ. Und wenn ich noch etwas nennen würde dann auf alle Fälle: Aufwendig :) Zum kompletten Artikel →

Kurzinterview mit Martin Holzner aka Hoizge

Als Einstieg in eine bald startende mehrteilige Artikelserie zum Thema Portraitfotografie, die Martin schreiben wird, hat er mir ein paar Fragen beantwortet. Viel Spaß damit!

Martin HolznerMartin Wolf:  Hallo Namensvetter! Stell‘ Dich doch den Lesern erstmal kurz vor!
Martin Holzner: Hallo Martin, ich bin 18 Jahre alt, komme aus Niederbayern und gehe dort ab September in die 12. Klasse der Fachoberschule, werde also dieses Jahr mein Fachabi machen. Fotografie steht bei mir an erster Stelle, fast jede freie Minute wird damit verbracht Shootings zu planen, Bilder zu bearbeiten und selbst die Kamera in die Hand zu nehmen und zu fotografieren.

Martin Wolf: Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Martin Holzner: Puh. Angefangen hat eigentlich alles mit einem regnerischem Schultag an dem ich mir Kurzerhand unsere kleine Digitalkamera geschnappt habe, meine Schwester als Schirmhalter missbrauchte und in den Garten ging um die Tropfen auf den Blättern zu fotografieren. Von dort an hatte ich die Kamera jeden Tag in der Hand und letztes Jahr hatte ich dann das Geld für eine Spiegelreflex Kamera, einer Cañon EOS 400d zusammen. Wie ich in die Portraitfotografie gestolpert bin, das erzähle ich euch ein andermal aber so so fing das ganze wohl an.

Martin Wolf: Was fasziniert dich an der Fotografie am Meisten?
Martin Holzner: Nunja. Zum einen Fasziniert mich, dass man nie auslernen kann. Immer wieder schnappt man irgendwo einen Tipp auf der einem in einer gewissen Weise hilft. Zum anderem finde ich es aber auch unglaublich faszinierend mit Menschen zu arbeiten, sie in Bildern festzuhalten und ihnen damit ein lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Es gibt nichts schöneres als wenn du mit deinen Models vorm PC sitzt und siehst wie ihre Augen zum funkeln beginnen. Das ist jedes mal wieder ein tolles Gefühl. Aber auch, dass man zeigen kann wie man die Welt aus seinem Auge sieht. Niemand wird je den gleichen Blickwinkel, den gleichen Bildausschnitt, das gleiche Licht oder die gleiche Location benutzen wie man selbst. Wissen weiter zu geben tut also nicht weh, denn man braucht ja keine Angst zu haben dass nun jemand die gleichen Bilder macht wie man selbst, das geht nicht.

Martin Wolf: Dein eigener Favorit unter deinen Bildern?
Martin Holzner: Puh, das ist eine gute Frage. Ich mag viele meiner Bilder. Jedes Shooting kommen eigentlich ein paar hinzu. Wie hier, das ist eines vom letztem Shooting. Wir waren an einem See und beschlossen spontan ihr den Kopf nass zu machen. Ohne Nasse Haare hätte das Bild wohl nicht gewirkt.

Lieblingsbild

Martin Wolf: Wo siehst du dich in einem Jahr?
Martin Holzner: In einem Jahr habe ich die Schule hinter mir und stehe kurz davor den Zivildienst anzutreten und danach wird studiert. Aber was ist noch fraglich. Kommunikationsdesign hört sich nicht schlecht an. Fotografie mäßig will ich dort weiter machen wo ich gerade bin und mir langsam einen etwas anderen, einen ganz eigenen, Stil aneignen.

Martin Wolf: Es wird in kommender Zeit hier mit Dir eine mehrteilige Beitragsserie zum Thema Portraitfotografie geben. Erzähl doch den Lesern schonmal grob worum es gehen wird und was sie erwartet.
Martin Holzner: In der Serie wird es zum einem darum gehen wie man in die Portrait – Fotografie einsteigen kann, wie es bei mir war. Woher ich meine Models nehme, viele denken ja dass man damit in der Portraitfotografie ein Problem haben könnte, denn für Landschaftsfotografen gibt’s schließlich überall etwas zu fotografieren, die Menschen muss man sich aber erst suchen. Was ich finde zu beachten ist beim Umgang mit den Models und den Posen und dann noch ein paar generelle Dinge die mir aufgefallen sind bei der Portraitfotografie. Im großem und ganzem wird das eine Beitragsserie mit Dingen die ich so erfahren und gelernt habe, seit dem ich Portrait – Fotografie mache.

Martin Wolf: Ich freue mich schon auf die Artikel und wünsche Dir weiterhin viel Spaß an der Fotografie, denn die ist ja schliesslich das Wichtigste.

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Martin Holzner Website

Hobbyfotograf Sven Seebeck im Interview

sven_seebeckMartin: Hallo Sven! Ich hatte zwar deine beiden Blogs schonmal kurz vorgestellt, aber stell‘ Dich doch den Lesern nochmal kurz persönlich vor!
Sven: Mein Name ist Sven Seebeck und wohne/arbeite seit nunmehr 7 Jahren hier im Norden Finlands. Mit der Fotografie beschäftige ich mich ernsthaft seit vielleicht 2,5 Jahren und mein Blog hat im November sein zwei Jähriges Jubiläum.

Martin: Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Sven: Ich denke das ich eigentlich immer an der Fotografie interssiert war aber nicht so richtig dazu gekommen bin es auch auszuüben. Als ich dann meine erste richtige DSLR, eine Canon 20D, vor etwas mehr als zweieinhalb Jahren bekommen habe, fing ich an mich fokussierter damit auseinander zu setzten. Ich beschäftigte mich zunächst damit die Kamera zu verstehen und wie eine Belichtung funktioniert etc. und verbrachte viel Zeit damit zu experimentieren und zu fotografieren. Dann kam eins zum anderen.

Martin: Was fasziniert dich an der Fotografie am Meisten?
Sven: Fotografie ist für mich eine gute Mischung aus Kunst und Technik. Mir gefällt der Technische Teil der Fotografie, Kamera, Objektive, Filter etc. und Logischerweise der Akt der Fotografie selbst. Durch meine Fotografie habe ich angefangen zu Reisen und wunderbare Orte gesehen. Nicht immer ist mir dabei ein gutes Foto gelungen, aber immer öfter.

Martin: Wie würdest du Deinen eigenen Stil beschreiben?
Sven: hmmm.. keine Ahnung. Wahrscheinlich sowas wie viel Vordergrund bei Sonnenauf- oder untergang. Klingt eigentlich nicht so spektakulär.

The End Of The Night

Martin: Du hast auf deinem Blog „17mm“ vor kurzem einen „Live-Blog-Test“ gemacht. Du schreibst, du willst von Shootings live Fotos und sogar Videos und Audio Kommentare mit dem iPhone bloggen. Die Idee finde ich großartig. Magst du ein bisschen was dazu erzählen, wie es dazu kam, wie du dir das in der Praxis vorstellst und vorallem, wann es das erstemal so ein „Live-Blogging“ gibt?
Sven: Ich finde es immer selbst immer spannend wenn ich ein „behind the scenes“ oder sowas lese oder anderweitig verfolgen kann und die Idee hatte ich als ein paar mal von einem Shooting getwittert hatte. Da das iPhone jetzt auch Video hat macht es das einfach. Mit Posterous habe ich eine Plattform gefunden zu der man einfach von Unterwegs u.a in meinen Blog mit Video posten kann. Für den Moment wird das genügen denke ich.
Inhaltlich werden es wohl kleine Clips von der Umgebung sein und so. Wahrscheinlich auch Fotos und ein wenig Text. Kommt natürlich darauf an wieviel Zeit ich da habe und wie kalt es ist. Bei minus 20 Grad sehe ich mich nicht besonders viel Tippen ;)
Was alles in allem dabei rauskommen wird sich mit der Zeit zeigen. Desweiteren will ich den Posterous Blog eventuell auch dafür nutzen ein tägliches iPhone Foto zu posten. Der Live Blog wird aber immer auch in meinem Blog mit eingebunden. Zum kompletten Artikel →

Designstudent Johannes Heuckeroth im Interview

Johannes Heuckeroth

Martin Wolf: Hallo Johannes! Stell‘ Dich doch den Lesern erstmal kurz vor!
Johannes Heuckeroth: Hallo Martin, ich bin 24 Jahre alt, Design-Student und wohne in der Nähe von Fürth.

MW: Wie bist du zur Fotografie gekommen?
JH: Hmm, keine Ahnung was mich letztendlich dazu bewogen hat mal eine Kamera anzufassen, aber ich hatte irgendwie immer schon das Bedürfnis Dinge festzuhalten und meinen Blick auf die Dinge zu zeigen. Meine erste (digitale) Kamera habe ich 2001 erworben, so richtig bewusst fotografiere ich seit ca. 2,5 Jahren.

MW: Du wirst zum Wintersemester mit einem Studium an der Georg-Simon-Ohm Hochschule in Nürnberg beginnen, wenn ich mich nicht täusche. Was genau studierst du da und wie bist du die Entwicklung deiner Bewerbungsmappe angegangen?
JH: Fast richtig, ich studiere bereits seit März dort. Ich habe den Studiengang „Design“ gewählt.
Dieser Studiengang bittet sehr viele Entfaltungsmöglichkeiten. Im ersten Semester haben wir 10 Module (Grafikdesign, Typografie, Schrift, Entwurf, Text, Film&Animation, CGI, Interaktionsdesign, Fotografie, Illustration), woraus wir 3 Stück weiterbelegen müssen. Ich werde vermutlich CGI, Interaktionsdesign und Typografie wählen.

Bei meiner Bewerbungsmappe habe ich mir zuerst ein festes Thema gewählt zu dem ich einen Bezug habe. Ich habe mir ca. einen Monat Zeit genommen um Ideen zu generieren und diese zu Papier zu bringen. Davon habe ich dann die besten in den folgenden zwei Monaten umgesetzt. Dazu kamen noch ein paar allgemeine fotografische Arbeiten die nicht speziell für die Mappe entstanden sind. Wer mal reingucken will: http://pfnphoto.com/mappe-final.pdf

just light

MW: Was fasziniert dich an der Fotografie am Meisten?
JH: Mich fasziniert am meisten, dass man seine Sicht auf die Welt in Bildern festhalten kann und sie so
anderen Menschen zugänglich machen kann. Dass man die Wirklichkeit einfrieren und nach seinen Vorstellungen konservieren kann.

MW: Wie würdest du Deinen eigenen Stil beschreiben?
JH: Hmm, schwierige Frage. Ein Markenzeichen ist eventuell die Weitwinkeloptik vieler meiner Bilder. Das nutze ich sehr gern, da es am ehesten meiner Wahrnehmung entspricht. Ob sich jetzt wirklich in meinen Bildern ein eigener Stil finden lässt, kann ich nicht sagen.

MW: Gibt es einen oder mehrere Fotografen, die du besonders toll findest und dich eventuell in deiner Art zu fotografieren beeinflusst haben?
JH: Es gibt viele Fotografen deren Arbeiten ich bewundere und die mich inspirieren, ich könnte jetzt aber keinen benennen, der mich bewusst direkt beeinflusst hat. Interessant finde ich zum Beispiel Andreas Feininger und ich kann mich auch mit vielen seiner Aussagen identifizieren. Aktuell finde ich in Sachen Landschaft Jay Patel sehr gut und Benjamin Monn im Bereich Architektur.

round & round

MW: Die Fotografie ermöglicht dem Fotografen, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Was machst du, wenn du mal in einem „Kreativloch“ steckst?
JH: Abwarten! Ich steck grade in einem, glaub ich. Bis jetzt ging jedes irgendwann wieder vorbei ;-)

MW: Gab es schonmal den Punkt an dem du am Liebsten aufgehört hättest zu fotografieren? Wenn ja wieso und was hast du dagegen gemacht?
JH: So krass war es noch nicht. Aber es gab schon Phasen wo ich meine Kamera wochenlang nicht angefasst habe, weil ich einfach keine Lust drauf hatte oder ich nicht wusste was ich fotografieren sollte. Man sollte sich nicht dazu zwingen, wenn man absolut keine Lust drauf hat. Pausen helfen. Irgendwann kommt die Motivation von alleine wieder (bis jetzt zumindest;-)

MW: Gibt es etwas, dass du unbedingt noch fotografieren möchtest, aber noch nicht die Möglichkeit dazu hattest?
Johannes: Jedes Stück geile Architektur oder Natur wo ich noch nicht war. Und das ist ziemlich viel ;-)
Konkret zum Beispiel New York oder die gesamte Landschaft der USA.

nightcolorMW: Dein eigener Favorit unter deinen Bildern?
JH: Einen All-time-Favorit gibts da nicht, ändert sich ständig. Aktuell liegt mir diese Aufnahme vom Porsche Museum am Herzen, da kommt vieles zusammen was für mich ein gelungenes Bild ausmacht ;-) (Siehe rechts)

MW: Gehst du lieber alleine oder mit Freunden auf Fototour? Warum?
JH: Bisher nur allein, so kann ich mich voll und ganz auf die Sache konzentrieren. Mit der richtigen Person
aber sicher auch mal zu zweit möglich, bisher hat sich da noch nichts ergeben.

MW: Wo siehst du deine größten Schwächen in der Fotografie an denen du noch arbeiten musst?
JH: Meine Unsicherheit in bestimmten Situationen, wenn es mal Ãœberwindung kostet etwas zu fotografieren oder etwas zu tun um ein gutes Foto zu bekommen. Sich auch mal in neue Richtungen zu entwickeln.

MW: Wo siehst du dich in einem Jahr?
JH: Mit vielen neuen Bildern auf fotografisch weiterentwickelten Ebenen … hoffentlich. Oder so.

MW: Braucht es Talent um professioneller Fotograf zu werden? Oder reicht volles Engagement und harte Arbeit aus?
JH: Hmm, keine Ahnung, da kann ich nur Vermutungen anstellen, ich mach das ja nur als Hobby. Kommt sicher auch auf die jeweilige Sparte an. Als Werbefotograf oder künstlerisch arbeitender Fotograf braucht man vielleicht mehr Talent als wenn man Produktfotograf werden will.

MW: Welchen Tipp kannst du angehenden Fotografen mit auf den Weg geben?
JH: Abgesehen von den technischen Grundlagen sich nicht zu viel um die Technik scheren, sondern einfach viel ausprobieren.
Herausfinden was einem liegt, was einem gefällt, und sich in diese Richtung weiterentwickeln. Das Fotografieren was einen interessiert.

MW: Vielen Dank, dass du Dir Zeit für meine Fragen genommen hast, Johannes. Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg mit der Fotografie!

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Hier könnt ihr Johannes und seine Fotos finden:

http://www.pfnphoto.com
http://www.flickr.com/photos/pfn/

Fotograf & Blogger Martin Gommel im Interview

Martin GommelMartin Wolf: Hallo Namensvetter!
Martin Gommel: Servus Martin.

MW: Normalerweise würde ich jetzt sagen, stell dich den Lesern doch erstmal vor. Aber ich glaube in der Blogospähre bist du ja schon bekannt wie’n bunter Hund. Dennoch, eins, zwei Sätze zu Dir?
MG: Aber gerne doch. Ich bin 28, verheiratet und frisch gebackener Vater. Als Fotograf arbeite ich in den Bereichen Landschaft, Hochzeit und Portrait und gebe auf kwerfeldein.de Tipps & Gedankenanstösse zur Fotografie.

MW: Du betreibst den wohl bekanntesten deutschen Fotografieblog, Kwerfeldein.de. Wie kam es dazu und war dir von vornherein klar, wieviel Potenzial in diesem Blog steckt?
MG: Nun, ich habe kwerfeldein.de gestartet, weil viele Freunde von mir damals mit dem Bloggen begannen und ich das Ganze ne feine Sache fand. Ich mein, die Idee, dass jeder seine Gedanken uneingeschränkt veröffentlichen kann, die begeistert mich noch heute und diese Freiheit liebe ich einfach. Damals wusste ich wohl kaum, wieviel darin stecken wird, denn zu Beginn habe ich ja auch nur persönliche Updates gespickt mit ein paar Fotos gepostet.

Coffee

MW: Du erreichst sehr viele Leute über deinen Blog und hast Dir schon einen Namen gemacht. Könntest du Dir vorstellen mal eine Art Flickr Round Up (a la Chase Jarvis) oder Ähnliches aufzuziehen?
MG: Erwischt ;) Martin, ein Treffen mit den Leuten von Kwerfeldein.de ist schon lange geplant. Dieses Jahr hat es leider nicht geklappt, weil wir zu kurzfristig geplant haben und deshalb es an vielen Ecken und Enden nicht gepasst hat. Nächstes Jahr gibts ein Treffen, das steht jedenfalls fest.

MW: Vor kurzem hast du deine neue Seite MartinGommel.de gestartet. Ich freue mich sehr dort mehr über deine kommerzielle fotografische Arbeit zu lesen.
Hat es einen besonderen Grund, dass du diesen Teil aus Kwerfeldein.de ausgliederst?

MG: Definitiv. Das neue Blog soll einfach ein Portfolio sein, in dem ich mich als Fotograf zeige und das nix mit kwerfeldein.de zu tun. Kwerfeldein.de richtet sich an motivierte (Hobby-)fotografen, martingommel.de an potentielle Hochzeitspaare und Einzelpersonen, die mich dann beauftragen sie zu fotografieren.

MW: Du bist vor kurzem Vater geworden. Erhöht das den Druck fotografisch erfolgreich zu sein um die Familie ernähren zu können? Wie gehst du damit um?
MG: Auf jeden Fall erhöht das den Druck. Es ist eine ganz andere Sache, für 2 andere Menschen mitverantwortlich zu sein als nur für sich alleine. Aber das ist cool, das pusht mich weiter nach vorne und ich versuche den Schwung mitzunehmen.

Sleeeeeep

MW: Glaubst du, es ist in der derzeitig schlechten wirtschaftlichen Lage der richtige Zeitpunkt für junge Leute Fotograf zu werden?
MG: Ui. Bei dem Thema kann ich nur von mir sprechen und sagen, dass es sich für mich zu 100% gelohnt hat, den Schritt zu gehen. Ich denke, die Frage kann nur jeder für sich selbst beantworten. Es ist sicherlich zu Beginn kein Zuckerschlecken, aber das hat ja auch keiner versprochen – ausserdem ist es mit jedem Job so. Wer sich selbständig machen will, der braucht ne Brise Risikofreudigkeit und den Biss auch durch schwere Zeiten zu gehen. Dass der Beruf des Fotografen heute ganz anders gestellt ist als vor 10 Jahren, ist ja klar. Das Internet hat die Welt einfach auf den Kopf gestellt und da ist es gut, sich frühzeitig schlau zu positionieren. Kwerfeldein.de & martingommel.de ist der Versuch, das zu tun.

MW: Nun aber etwas mehr zu deiner fotografischen Arbeit.
Wie würdest du Deinen eigenen Stil beschreiben?

MG: Da sprichst Du ein gerade hochaktuelles Thema an, denn ich bin gerade dabei mich stilistisch einwenig zu fokussieren. Wo das enden wird, ist noch nicht klar, aber ich kann mir vorstellen, meine zukünftigen Landschaftsaufnahmen im 6×6 (oder 1×1) Format in Schwarzweiss und ab und an in Farbe zu präsentieren. Portraitmässig bin ich jeder der freie, da gibts bis auf HDR keine Beschränkungen.

MW: Die Fotografie ermöglicht dem Fotografen, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen.
Was machst du, wenn du mal in einem „Kreativloch“ steckst?

MG: Das kommt auf die Situation an. Wenn ich einen Job mache gibts diese Frage nicht und bei meinen Landschaftsaufnahmen mach ich mir ohnehin keinen Druck.

MW: Gab es schonmal den Punkt an dem du am Liebsten aufgehört hättest zu fotografieren? Wenn ja wieso und was hast du dagegen gemacht?
MG:  Ehrlich gesagt hatte ich das noch nicht. Ich hatte schon viele Zeiten, in denen ich (an mir) schier verzweifelt bin oder beinahe durchgedreht bin, weil mir alles zu viel wurde, aber mit Fotografieren aufhören? Never.

Into The Night I Fall

MW: Gibt es etwas, dass du unbedingt noch fotografieren möchtest, aber noch nicht die Möglichkeit dazu hattest?
MG: Klar doch. Das geht los im französischen Burgund über die polnischen Landschaften und die Wüsten Afrikas. In den Staaten würde ich wohl ebenfalls nur die Kamera betätigen und die Eskimos sind auch so ein Fall. Und das Thema Menschen ist ja auch nie ausgereizt, gerade ältere Leute sind so ein Projekt, das ich mir gut vorstellen kann – wobei wir schon beim nächsten Thema währen: Sozial schwach gestellte Menschen und und und. Du siehst, es gibt wohl mehr Sachen, die mich interessieren, als ich jemals umsetzen werde.

MW: Dein eigener Favorit unter deinen Bildern?
MG: Meistens mein Neuestes.

MW: Gehst du lieber alleine oder mit Freunden auf Fototour? Warum?
MG: Mal so, mal so ;) Also klar, manchmal brauch ich eher meine Ruhe und manchmal freu ich mich über Gesellschaft. Beide Formen sind für mich wichtig und ergänzen sich wunderbar.

MW: Wo siehst du deine größten Schwächen in der Fotografie an denen du noch arbeiten musst?
MG: Oh, groooooßes Thema, Martin. Ich würde sagen, meine grösste Schwäche ist, dass ich sehr sprunghaft bin und gerne mal dies, mal das mache. Mein Businessberater fängt das zwar mittlerweile ganz gut ab und gibt mir dann Feedback aber das muss ich dringen in den Griff bekommen. Sachen fokussieren, dranbleiben, Kerzkompetenzen ausbauen, das ist die Devise.

MW: Wo siehst du dich in einem Jahr?
MG: Einen grossen Schritt weiter, was die Arbeit mit Portraits und Hochzeiten betrifft. In einem Jahr sollte kwerfeldein.de noch wesentlich reifer sein und ein frisches Redesign wär auch mal an der Zeit.

The Großglockner

MW: Braucht es Talent um professioneller Fotograf zu werden? Oder reicht volles Engagement und harte Arbeit aus?
MG: Ich denke, dass Engagement und Talent nicht voneinander zu trennen sind. Beides ist eng miteinander verknüpft und ich versuche ständig daran zu arbeiten.

MW: Welchen Tipp kannst du angehenden Fotografen mit auf den Weg geben?
MG: Rockt die Fotografie. Lebt die Fotografie. Versucht Euch an verschiedenen Dingen. Probiert, fotografiert, übt und haut Eure Bilder raus.

MW: Vielen Dank für Deine Zeit, Martin.
Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg mit der Fotografie und Kwerfeldein.de!
Wenn du möchtest, kannst du jetzt noch ein paar Zeilen loswerden.

MG: Cool. Danke Martin für das nette Interview. Hat Spass gemacht!

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Fotograf Daniel Gebhart im Interview

Daniel Gebhart

Foto by Christian Pitschl

Ende letzter Woche hatte ich die Möglichkeit ein Interview mit Daniel Gebhart zu führen.
Daniel ist Fotograf, 26, verlobt, geboren in Tirol und lebt jetzt in Wien und betreibt dort zusammen mit Nadine Bargad das Fotostudio „Sonnendeck„.

Aber nun auch ohne viel Vorgerede zum Interview. Viel Spaß!

Martin: Ich weiß, dass du ursprünglich einen anderen Beruf gelernt hast. Wie kam es dazu die Fotografie Vollzeit zu betreiben?

Daniel: Als Systemadministrator war ich immer nur der Arsch. Mit meinen Fotografien bekam ich sehr schnell sehr direktes Feedback und auch hin und wieder mal ein wenig Lob. Das war eine vollkommen neue Erfahrung die mich stark motiviert hat. Meinen Biss und die große Begeisterung an meiner neuen Passion bemerkten auch einige Agenturen und Neukunden, die mich schon bald sehr gut auslasten konnten. Eigentlich dachte ich mir, dass ich neben der Fotografie noch öfters IT-Jobs annehmen werden müsste um über die Runden zu kommen. Doch das war dann zum Glück nicht so und ich merkte, dass ich mit meiner neuen Leidenschaft auch beruflich sehr erfolgreich sein kann.

M: Das Fotografenleben ist sicherlich nicht immer so einfach wie man sich das als Hobbyfotograf vorstellt.
Auf was muss man sich einstellen, wenn man Fotograf werden will?

D: Womit ich nie gerechnet hatte ist, wie viele Jobs man als selbständiger Fotograf plötzlich hat. Die Zeit hinter der Kamera wird nämlich verschwindend klein im Vergleich zur Zeit die man mit Buchhaltung, Organisation, Gesprächen, Marketing, Location Scouting, Projektmanagement, Retusche, etc. verbringt.

M: Man muss also quasi ein kleines Allround Talent sein?

D: Oder die richtigen Leute finden die einem dabei unterstützen.

Andreas Hofer lebt

M: Du warst für ein Praktikum von März bis Juni 2008 in New York bei Magnum Photos, wie kam es dazu und wie hat es Dir gefallen?

D: Ich habe mich dort ganz regulär bei denen beworben und rechnete eigentlich nicht damit noch jemals was von ihnen zu hören bis dann kurze Zeit später die frohe Botschaft kam. Die Zeit in New York war sehr lehrreich und interessant. Ich habe viele Bilder gemacht (http://photographer-in-ny.com/) und bin ziemlich viel rum gekommen. So war ich auch öfters am Land in Philadelphia/Pennsylvania, am Meer in Long Island und Long Beach sowie in Miami Beach – wenns mir wie so oft zu laut und stressig wurde in New York City. Zum Glück lebte ich in einer sehr sehr schönen Gegend in Brooklyn / DUMBO – dort gibt es viele schöne Galerien und es fand dann auch das New York City Photo Festival genau vor meiner Haustüre statt. VII hatte seinen Hauptsitz direkt neben mir. Und um die Ecke war Power House Books wo ständig neue Bücher bei Freibier vorgestellt wurden.

M: Was fasziniert dich an der Fotografie am Meisten?

D: Wie viele fragen hast du noch? können wir die auslassen?

M: Haha :D Fragen sind genügend da. Welches Equipment nutzt du? (Kamera, Monitor, Bildbearbeitungssoftware)

D: Ich fahre zweigleisig. Analog und Digital. Mein Herz schlägt für die analoge Fotografie. Digital verwende ich hauptsächlich kommerziell. Analog für freie Projekte. Einer meiner liebsten Analog-Kameras, der Mamiya7, habe ich sogar ein eigenes Weblog gewidmet (http://mamamiya.at/). Seit kurzem habe ich mir eine analoge Kleinbildkamera von Nikon (FA) gekauft mit der ich jetzt auch alle meine digitalen Fixbrennweiten, die sonst auf der Nikon D700 stecken verwenden kann. Partyfotos und sonstige trashige Bilder ala http://danielgebhart.com/multimedia/notrb/ schieße ich gern mit der Contax T2 – eine Point and Shoot. Vor kurzem habe ich mir sehr viele 220er Mittelformat Filme gekauft, mit denen ich 32 Bilder auf meiner Contax 645 (6 x 4,5) raus bekomme. Daher schieße ich auch mit der wieder vermehrt. Von einer meiner aller schönsten Kameras, der Bessa R2M (http://danielgebhart.com/blog/2009/03/12/voigtlaender-bessa-r2m-zu-verkaufen/) trenne ich mich gerade. Denn die meisten Kameras verlieren nach einer gewissen Zeit ihren Reiz und es wird Zeit neue Kameras, Filme, Objektive zu verwenden und frischen Wind in den eigenen Stil zu bringen finde ich.
Ahja, als Monitor verwende ich einen hardwarekalibrierten Eizo und natürlich Adobe Photoshop unter Mac OSX.

Lara De Koekkoek

M: Das Video deiner Verlobung (http://danielgebhart.com/blog/2009/02/27/wir-sind-verlobt/), zu der ich euch auch noch herzlichst gratuliere, finde ich eine großartige Idee und ist auch sehr schön umgesetzt mit der Verbindung von Video, Ton und Fotos.
Würdest du auch gerne für Kunden mal Video/Foto Produktionen machen? Ich denke da besonders an die DSLR Generation mit Videofunktion.

D: Danke, Martin. Das Video hat nur nebenbei mitgedreht. Wir haben es zum Glück schnell vergessen wärend der ganzen Aufregung rund um den Antrag. Lara konnte ich das Video unbemerkt unterjubeln in dem ich ihr gesagt habe ich möchte uns beim Tanzen filmen vor dieser wunderschönen Kulisse. Wir hörten romantische Musik mit Kopfhörern übers iPhone und ich wollte somit die richtige Stimmung aufbauen. :)
Für Kunden mache ich schon seit längerem immer wieder mal Fotoslideshows mit Ton/Musik unterlegt.
Das mit dem Video werde ich demnächst auch kommerziell mal testen. Der erste Kunde bekommt es gratis dazu und freut sich bereits darauf.

M: Na das klingt doch sehr gut. Und der Antrag war ja wirklich super geplant und absolut romantisch. :)
Die Fotografie ermöglicht dem Fotografen, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen.
Was machst du, wenn du mal in einem „Kreativloch“ steckst?

D: Ich verreise gerne und viel (http://www.dopplr.com/traveller/dkg). Aber auch kurze Thermenaufenthalte und Wochenendtrips reichen oft aus um neue Energie zu tanken.

M: Gibt es eine besonders schöne fotografische Erfahrung, die du auf einer deiner Reisen gemacht hast?

Death by Audio, Live in Concert

D: Bei diesem Foto war ich echt froh die richtige Kamera am richtigen Ort bei mir zu haben. Das war definitiv ein Erfolgserlebnis. (http://www.youtube.com/watch?v=aPV7UZtaVTo)

M: Wo siehst du deine größten Schwächen in der Fotografie an denen du noch arbeiten musst?

D: Ich hätte oft gerne mehr Geduld und Gelassenheit. Womöglich liegt das aber auch an meiner „Jugend“. Der ständige Tatendrang macht mich manchmal echt wahnsinnig.

M: Besser als irgendwann Still zu stehen und sich nicht mehr zu entwickeln.
Wo siehst du dich in einem Jahr?

D: Vermehrt im Editorial und Reportage Bereich für schöne Blätter, die gute Fotografie zu schätzen wissen.

M: Hast du da eine bestimmte Strategie, die Jobs zu bekommen, die du gerne machen würdest?

D: Einer meiner wichtigsten Vorsätze für dieses Jahr war es öfters mal Jobs, die mir nicht so liegen abzusagen und dafür weniger Aufträge, diese dafür allerdings umso genauer und professioneller abzuwickeln. Die Strategie ging bisher recht gut auf.

Bratislava

M: Das ist doch sehr schön, wenn das ob der aktuellen allgemeinen wirtschaftlichen Lage funktioniert. Freut mich für dich! :)
Und zum Schluss noch die Frage, die jeden immer interessiert:
Welchen Tipp kannst du angehenden Fotografen mit auf den Weg geben?

D: Wenn man will, dann geht alles. Es ist wichtig ein Ziel vor Augen zu haben und alles daran zu setzten dieses zu erreichen. Wenn man es dann noch schafft sich dafür mehr Zeit als ich zu nehmen und die Sache etwas gelassener angeht, dann hat mans echt geschafft. :)

M: Vielen Dank für Deine Zeit, Daniel!
Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg mit der Fotografie!

Wenn ihr über alles was Daniel so macht immer auf dem neusten Stand sein wollt, hier gibt es seinen ultimativen RSS Feed. Ihr findet Ihn außerdem hier auf Twitter. Und für alle die oben keinen einzigen Link angeklickt haben, hier Daniels Blog:

http://danielgebhart.com/blog/

Wie wär’s mit Interviews?

Was würdet ihr von einer coolen Interviewserie halten?

Ich persönlich lese unheimlich gerne Interviews von Fotografen oder anderen kreativen Personen. Am schönsten ist das Ganze, wenn es auch noch mit Bildern versehen ist.
Ich finde man bekommt oft einen tollen Einblick in die „Szene“, erhält Ratschläge oder merkt einfach, dass die interviewte Person auch nur ein Mensch ist.

Ich könnte mir gut vorstellen auch mal weniger bekannten Menschen ein paar Fragen zu stellen. Zum Beispiel Amateur- oder semiprofessionellen Fotografen. Aber natürlich wäre es auch reizvoll mal ein paar Fragen an Berufsfotografen oder Illustratoren oder ähnliche Leute loszuwerden.
Denn wie heißt es so schön, Fragen kost‘ ja nichts. :D

Wenn ich eine solche Serie starten würde, welche Fragen würden euch da besonders auf der Zunge brennen?

Interview: Sebastian Schneider alias adeadrockstar

Ich versuche für euch immer mal wieder Interviews mit Leuten zu führen, die vielleicht noch nicht sehr bekannt sind, aber deren Arbeit mir gefällt. Ich denke das ist zum einen für euch Leser interessant und zum anderen ein wenig Promotion für den Künstler.

Stell dich doch erstmal kurz selbst vor!

Im wahren leben bin ich sebastian schneider, 23jahre alt
und komme aus der nähe von bonn.

Wie lange fotografierst du schon und wie bist du dazu gekommen?
Zur ‚ernsthaften‘ fotografie hab ich vor nicht ganz einem jahr durch den einfluss eines guten
freundes [bekannt als ‚backforward‚] gefunden.
Er war es, der mir zunächst Deviantart näher gebracht hat und die ersten positiven resonanzen
dort haben mich dazu motiviert es mit immer mehr engagement zu versuchen.

Welches Genre magst du am liebsten? Wieso?
Also generell bin ich offen für alles,aber wenn man sich meine galerie anguckt
sollte auffallen,dass mir natur_aufnahmen am besten liegen.
Mich fasziniert es mit dingen zu arbeiten, auf die der mensch keinen,bzw nur sehr wenig einfluss hat.
Mich begeistern gewaltige wolkenformationen, einsame felder und ich kann in solchen sachen
viel mehr emotionen wiederfinden als in irgendetwas anderem.

Woher nimmst du die Ideen / die Inpiration für deine Fotos?
Ich lasse prinzipiell alles einfach auf mich zukommen und kann nicht sagen,
dass ich mit bestimmten ideen auf eine foto_tour gehe.
Das meiste ergibt sich dann während dem fotografieren,
man überlegt sich schon wie das fertig bearbeitete bild auszusehen hat.
Natürlich lasse ich mich auch von fotos anderer fotografen inspiriren,
versuche da aber nicht zu kopieren, sondern nach möglichkeit immer die eigene note
beizubehalten.

Woraus besteht dein Fotoequipment?
Ich fotografiere mit einer Canon 350D mit versch. Objektiven.
Die meisten meiner fotos entstehen im weitwinkelbereich des Kit_objektivs.
Ich schätze die freiheit die einem diese geringe brennweite bietet und
werde auch bald zu einem Super_Weitwinkel aufrüsten.
Immer drauf ist mein heißgeliebter Pol_filter,den ich für nichts wieder hergeben
würde.
Meine anderen Linsen hab ich bisher noch sogut wie gar nicht gebraucht;
ein standart tele 55-200 und seit neustem ein 50mm 1,8, mit dem ich mich bald auch
mal an menschlichen motiven versuchen möchte.

Was war deine bisher schönste Erfahrung beim Fotografieren?
Ich könnte das gar nicht auf eine einzige situation beschränken.
Es ist immer schön, wenn auch nur einer einzigen person das gefällt,
was ich zeige,
wenn jemand versteht,was ich mit einem foto ausdrücken möchte
oder für sich selbst etwas ganz anderes darin findet.

Sollen deine Fotos etwas aussagen oder einfach „nur“ schön sein?
Für mich haben meine foto IMMER eine aussage,aber ob jemand
anders diese erkennt, eine völlig andere darin sieht oder sie einfach nur
schön findet ist mir dann egal.
Ich mache diese fotos in erster linie für mich und kann auch gar nicht erwarten,
dass die aussage immer von jemand anderem verstanden wird,da meist viel persönliches
in ihnen liegt.

Gehst du lieber alleine oder mit Freunden auf Fototour? Warum?
Unterschiedlich.
Zum einen genieße ich es alleine, mit musik im ohr durch die gegend zu laufen und fotos zu schießen,
zum anderen ist es jedesmal wieder ein vergnügen mit anderen unterwegs zu sein.
Ich kann nicht sagen,dass es jemals langweilig gewesen war, mit backforward [mit dem ich doch recht häufig unterwegs bin]
oder einem der vielen anderen gemeinsam auf der jagdt nach motiven gewesen zu sein.
Es macht einfach spass, wenn man menschen um sich rum hat,die man seit jahren kennt und mit denen man
dieses teilt.

Wo siehst du deine größten Schwächen in der Fotografie an denen du noch arbeiten musst?
Ich sehe in so ziemlich allem noch gehörigen verbesserungsbedarf, ob es die technik ist, das postwork oder
einfach die art wie ich an die sache rangehe.
Ich stehe eben noch ganz am anfang,aber wenn man bedenkt, wie lange ich mich erst mit diesem hobby beschäftige,
kann ich glaube ich recht zufrieden mit mir sein.

Welchen Rat gibst du Neulingen in der Fotografie mit auf den Weg?
Nun eigentlich bin ich selbst ein ziemlicher frischling.
Ich kann jedem nur raten, jede gelegenheit zum fotografieren zu nutzen
und herrauszufinden, was einem selbst am besten gefällt.
Man sollte nicht für andere,sonderen stets für sich selbst die bilder machen.

Vielen Dank für das Interview. Wenn du möchtest, kannst du jetzt noch ein paar Zeilen loswerden.
Ich bedanke mich ebenfalls.
Was ich gerne noch sagen möchte ist,
dass ich jeden tag auf’s neue davon überwältigt werde, wie dieses hobby
den blick und die sicht auf die welt verändert.
Man achtet plötzlich auf soviel und sieht dinge,die einem vorher niemals aufgefallen
wären und das,…das ist einfach eine riesen freude.

gruß.

Sebastian im Internet
adr-photography.eu.tf
Deviantphoto.de Profil
Deviantart.com Profil

Eine kleine Auswahl seiner Bilder

adeadrockstar1 adeadrockstar2 adeadrockstar3